Die Nauheimer Ortschronik IV 

Zeitraum: 1990 – 2000

 von Hermann Reitz, Bürgermeister a.D., Nauheim


Die 1990er Jahre.

1991


Vereinsring Nauheim gegründet.

Nach langen erfolglosen Versuchen wurde jetzt endlich, am 15. Oktober 1991,der Vereinsring Nauheim gegründet. Eine schon einmal in der Amtszeit von Bürgermeister Dr. Herbert Fürbeth, in Zusammenarbeit mit dem katholischen Pfarrer Nöll ,der auch der 1. Vorsitzende wurde, gegründete Vereinsring hatte nur kurzen Bestand. Der erste Vorsitzende des jetzt neu gegründeten Vereinsrings war Holger Jeß, auch Vorsitzender des TV-88/94. Später wurde der Vorsitzende Holger Jeß von Hans Rotzal als Vorsitzender abgelöst. Hans Rotzal ist noch heute Vorsitzender des Vereinsringes. Am 14. März 1994 konstituiert sich der Vereinsring neu.Als nämlich 1991 der Vereinsring ins Leben gerufen wurde stellten sich verschiedene Vereinsvertreter gegen die Erhebung eines Beitrages und gegen die Verabschiedung einer Satzung. Doch jetzt heisst es ganz klar:

“Die Ortsvereine der Gemeinde bilden in ihrer Gesamtheit den Vereinsring“

wobei ein formeller Beitritt nötig ist. Im Vereinsregister der Gemeinde ,so führte der Sprecher des Vereinsrings Hans Rotzal aus, werden zur Zeit ca. 60 Vereine geführt. Zu den Aufgaben des Vereinsrings in der nun vorliegenden Satzung gehört ,dass der Vereinsring die Interessen der Vereine koordiniert und vertritt.So will der Vereinsring im besonderen die Kontakte zur Gemeinde herstellen und möchte auch eine beratende Funktion im Sport- und Kulturausschuss der Gemeinde ausüben, das Jugend und Kulturprogramm  mitplanen,sowie Probleme erkennen und lösen.Desweiteren möchte der Vereinsring ein Rederecht bei den Neujahrsempfängen und der Sportlerehrung der Gemeinde, einen eigenen Sport- und Kulturball arrangieren und die Beziehungen zu den Partnergemeinden pflegen.Auch soll die Satzung nun endgültig unter anderem die Wahl eines Vorstandes regeln.

Die katholische Kirche Nauheims bekommt einen neuen Pfarrer. In der katholischen Kirche Nauheim vollzieht sich  am 13. Januar 1991, ein Wechsel. Der beliebte Pfarrer Hommel wird verabschiedet. Neuer Pfarrer wird Pfarrer Braun. Der scheidenen Pfarrer Hommel  war seit 9. August 1987  im Amt.

Hegbachsee zugefroren.

Der Hegbachsee war erstmals am 9. Februar 1991, seit 1967, wieder einmal zugefroren.

Klose und Habermann ausgezeichnet.

Am 26.04.1991, werden die verdienten Kommunalpolitiker Otto Habermann (CDU) und Rudolf Klose (SPD) im Gemeindeparlament ausgezeichnet. Beide erhalten für ihre mehr als 20-jährige Tätigkeit als Gemeindevertreter den Titel eines Ehrengemeindevertreters verliehen.

Mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet.

Am 2. Dezember 1991 erhalten Hugo Schreiber, von der Musikinstrumentenfirma in der Industriestraße, und Rudolf Klose, langjähriger Gemeindevertreter und Parlamentsvorsteher, das Bundesverdienstkreuz.

Der Haushalt der Gemeinde 1992

Der gemeindliche Haushalt für das Rechnungsjahr 1992 wurde wie folgt festgesetzt

Verwaltungshaushalt in Einnahmen und Ausgaben:

20.291.151 DM

Vermögenshaushalt in Einnahmen und Ausgaben:

8.711.368 DM

Der Gesamtbetrag der erforderlichen Kredite für die Finanzierung des Vermögenshaushaltes beläuft sich auf 1.793.030 DM

Der Gesamtbetrag der Verpflichtungsermächtigungen  wird auf  680.000 DM festgesetzt.

Der Höchstbetrag der Kredite die in Anspruch genommen werden dürfen wird auf DM 2.000.000. festgesetzt.

Folgende aus dem Vermögenshaushalt für 1992 vorgesehene Maßnahmen wurden wie folgt veranschlagt:

Rathaus, Einbau weitere Sonnenrollos  = 2.700 DM, Feuerschutz: Planung Aufstockung des FWW-Hauses = 80.000 DM, Kinderspielplätze.

Spielgeräte= 12.000 DM, Neugestaltung diverser Plätze: = 80.000 DM, Kindergärten: 

Planung Kindergarten Neckarstraße = 90.000 DM,Eingangsbereich Ochsengrund

= 25.000 DM,Sportplatz: Neubau Sprunggrube  = 30.000 DM, Aufstockung Eingangsgebäude = 325.000 DM, Sanierung Umkleidegebäude = 50.000 DM

Ersatz Bänke, Stiefelwaschanlage etc. = 13.500 DM, Unterflurberegnungsanlage = 45.000 DM, Grünanlagen: Springbrunnen Friedensplatz = 120.000 DM, Geländer Bachgasse =3.400 DM , Erholungsgebiet:

Neubau Kleinschwimmbecken = 363.500 DM, Orts- und Regionalplanung: Beraterhonorare=2.000 DM, Bebauungsplan Nauheim Ost = 30.000 DM,

Bebauungsplan Feldchen/Wolfsberg = 30.000 DM, Dorferneuerung: Beraterhonorare =5.000 DM, Bürgersteigausbau: Goethestraße = 17.000 DM,
Alte Ortsteile = 150.000 DM, Verkehrberuhigungsmaßnahmen = 60.000 DM, Straßenbeleuchtung Garagenhöfe „Im Teich“ = 20.000 DM, Wasserläufe- Wasserbau: Gutachten Waldwiesengraben = 50.000 DM, Abwasserbeseitigung: Planung Einleitestellen: 2.000 DM, Kanalanschluss alte Ortsteile = 4.500 DM, Neubau Regenüberlaufbecken= 3.450.000 DM, Kiosk- Plakattafeln- Gasanschluss Kiosk = 5.000 DM, Erwerb von Wartehallen = 2.000 DM, Bauhof Abgas Wandanlage für Werkstatt = 3.600 DM, Wasserversorgung  Herstellung Hausanschlüsse = 35.000 DM,Unterwald-Lärmschutzwall „Im Teich“ = 350.000 DM

Schwerpunkte in der Finanzplanung für den Baubereich sind der Neubau des Kindergartens Neckarstraße 1993 mit rd. 1,9 Millionen DM, der Neubau des Kindergartens /Hort  „ Im Gehren“ 1995 mit rd. 2 Millionen DM, der Bau der Fußgängerunterführung Bahnhofstraße 1995 mit 2,5 Millionen DM, der Gesamtanteil an der Ostumgehung  1993 mit 600.000 DM, der Straßenbau Nauheim Ost  1994 mit 1,2 Millionen DM, die Sanierung der Pumpstation "Alte Mainzer-Straße"  mit 1,2 Millionen in 1994.

Erläuternd muss hierzu gesagt werden, dass es sich bei allen Angaben nur um Ansätze handelt. Dabei ist keinesfalls sicher, dass einzelne Maßnahmen in dem angegebenen Zeitraum ausgeführt oder überhaupt ausgeführt werden. Sollte dies nicht der Fall sein, werden die Mittel in den Folgehaushalt übernommen oder aber auch das Projekt wird zurückgestellt.

.1992

Kinderbeauftragte für Nauheim:

Mit Wirkung des Jahresbeginns, dem 1. Januar 1992 gibt es jetzt in Nauheim die Position des Kinderbeauftragten. Diese Position nimmt mit Ralph Schnittler eine Person wahr, die Vorsitzender des Kinderschutzbundes im Kreis Groß-Gerau ist. Die Ausübung des Amtes des Kinderbeauftragten erfolgt ehrenamtlich. Ralph Schnittler verstarb jedoch sehr früh, sodass seine Stellvertreterin  Anne Dammel im Jahre 1994 diese Position kommissarisch übernahm, bis dann im Jahre 1995 die Gemeindevertretung Anne Dammel zur Kinderbeauftragten wählte. Ihr Stellvertreter wurde der Vorsitzende des Kinderschutzbundes Nauheim, Lothar Marx.

Februar 1992. Trauer um Bürgermeister Onland,Born.

Nach langer Krankheit starb der ehemalige Borner Bürgermeister Jan Onland, mit dem der ehemalige Nauheimer Bürgermeister Reitz die Partnerschaft zwischen Nauheim und Born begründete. An der Beisetzung in Born nahmen Bürgermeister Zaich und Exbürgermeister Reitz mit Gattinen teil. Rudolf Zaich würdigte die Verdienste von Jan Onland, der bei seiner Versetzung in den Ruhestand für seine Verdienste um die Partnerschaft die Nauheimer Ehrenplakette verliehen bekam.

Bürgermeister Rudolf Zaich wirft das Handtuch.

Die Wogen der Erregung schlugen in Nauheim wegen des Klärbeitrages hoch. Im Verlauf der Diskussion gab Bürgermeister Zaich im September 1992 seinen Rücktritt bekannt. Es wirkte wie ein Paukenschlag, als Bürgermeister Zaich  mitteilte, dass er auf eine weitere Wiederwahl verzichtet. Rudolf Zaich beendet am 19. Mai 1993 regulär seine dritte Amtsperiode. Rudolf Zaich ist 49 Jahre alt und steht seit knapp 18 Jahren an der Spitze der Gemeinde. Auch für seine Partei, die SPD, kam der Amtsverzicht von Zaich völlig überraschend. In einer Pressekonferenz sagte er, er habe in 18 Jahren fast kein Familienleben gehabt, sodass für seinen Schritt nur persönliche Gründe den Ausschlage gäben. Sechs weitere Jahre hätte er nicht gepackt. Jedenfalls, so führte Zaich weiter aus, habe dies nichts mit der Diskussion um den Klärbeitrag zu tun. Aus Insiderkreisen der SPD wurde gar vermutet, man habe Zaich zu diesem Amtsverzicht gedrängt, was natürlich der Fraktionsvorsitzende Alfred Geyer mit Entschiedenheit zurückwies. Die CDU-Fraktionsvorsitzende Hannelore Bauer sagte auf Befragen der Presse, dass sicherlich die Debatte um den Klärbeitrag ihm „vermutlich das Genick gebrochen habe“, während Dietrich Ott von den Grünen den Abtritt von Zaich  im Zusammenhang mit seiner Konzeptionslosigkeit und der Frustration über die ausbleibenden politischen Impulse von der SPD, bezeichnete.

Der Amtsverzicht von Rudolf Zaich wurde damals, in einem öffentlich vorgetragenen Gedicht, glossiert.

Der Amtsverzicht

Doch eines macht doch sehr betroffen

wenn Bürgermeister Zaich jetzt geht

dem hot mer doch nix vorgeworfe

auch keiner diesen Schritt versteht.

Haben denn die Volksmund –Weisen

fünf an der Zahl in SPD

keine Ahnung wie die Bürger

dies bei uns in Nauheim seh´.

Klärbeitrag – und Angepöbel

Müllsäcke im Garten drin

unnerm Adventskranz mol zu sitze

dess macht doch alles keinen Sinn.

 

Dass die Bürger Politikverdrossen

besonders hier in diesem Ort,

doch was taten die Genossen

um Zaich zu halten im Orte dort.?

 

Haben denn die Parteienvertreter

kein Gespür für den Mensch im Amt

wie das läuft- das weis doch jeder

Himmel –Zwirn  un ach verdammt.

 

Ein Mann-der 18 Jahr- ihr Leute

sein Bestes gab fer unser Ort

und der erst 50 Jahre heute

geht der so“ mir nix dir nix“ fort!

 

So wird er nun vom Schiffe geh‚

Das er gesteuert 18 jahr

oft stürmisch  rauh- so war die See

doch niemals er gestrandet war.

 

Die Hindernisse die im Wege

Die hot er meistens gut umschifft,

obwohl on ihm hots nit gelege

dass er vom Kurs leicht abgedrift.

 

Weil mer ins Steuer ihm gegriffe

obwohl mer nix devunn verstand

do muss mer schließlich jo abdrifte

vom Kurs-  als mer sah kein Land.

 

So manches was da wurd´ beschlosse‚

dess hot mer ihm uffs Aag gedrückt

doch es hörten die Genossen

trotz Beschwörung –monchmol nit.

 

Es bleibt nur zu hoffe- mein ich

dass diese Schiff nit havariert

und der neue Kapitän es wieder

in ruhige Gewässer führt.

 


Polizeistation für Nauheim gefordert.

Die Einrichtung einer eigenen Polizeistation fordern jetzt, im September 1992, die Nauheimer Sozialdemokraten. Der Gemeindevorstand soll beauftragt werden, sich für die Errichtung einer solchen Station in Nauheim stark zu machen. Der Schutzmann, der ab und zu seine Runde dreht, wird in Nauheim vermisst. Es sei, so die SPD, für einen Ort mit 10.000 Einwohnern unabdingbar, eine eigene Polizeistation zu besitzen. Dabei beruft sich die SPD auf das gestiegene Verkehrsaufkommen, den Aufgabenwandel bei der Polizei und auf eine gestiegene Kriminalitätsrate. Eigentumsdelikte, Vandalismus und die Beschaffungskriminalität hätten zugenommen. Die SPD bewertet ihren Antrag als einen ersten Schritt zu mehr Sicherheit in Nauheim.

Die Kommunalwahl 1993 wirft ihre Schatten vorraus.  

Bei der Erstellung der Liste zur Kommunalwahl 1993 im November des Jahres 1992, wurde der 1. Beigeordnete, Norbert Wagner als Spitzenkandidat „einstimmig“ gewählt. Die gesamte Liste der Nauheimer SPD enthält die Namen von 81 Bewerbern. Auf dem letzten Platz der Liste hat man Bürgermeister Rudolf  Zeich  plaziert, da man diesen Platz als Ehrenrang bezeichnet. Bei dieser Wahl wird sich erstmals die Zahl der Gemeindevertreter,  aufgrund der gestiegenen Einwohnerzahl, von 31 auf 37 erhöhen. Erwähnenswert ist, dass bis Platz 25 der Liste 6 Frauen und 7 potentielle Parlamentsneulinge zu finden sind. Auch fehlt auf der Liste der SPD der Ortsvereinsvorsitzende Siegfried Rodenhäuser, der aus Verärgerung darüber,  dass man ihn zuerst als Bürgermeisterkandidat der SPD der Öffentlichkeit  vorstellte, dann aber nach parteiinternen Kungeleien einem anderen Kandidaten, bei der SPD –Klausurtagung,den Vorzug gegeben hat, jetzt nicht kandidierte. So wurde dann auch in der gleichen Mitgliederversammlung der neue Bewerber für das BürgermeisteramtKlaus Pape mit 96,87 % der abgegebenen Stimmen, sehr zur Verärgerung von Siegfried Rodenhäuser,  gewählt.

Ende November hat sodann Siegfried Rodenhäuser alle seine Ämter aufgegeben. Er hätte wie er selbst sagte: “von seinen Parteifreunden genug“.

Dies sei, so Rodenhäuser, ein Schritt, den er sich aus der jüngsten Parteientwicklung reiflich überlegt hat. Dabei sprach er auch von den 5 Weisen, die in der SPD das Sagen hätten und Keinen neben sich duldeten. Nach dem Rücktritt von Siegfried Rodenhäuser von allen Funktionen, wählt jetzt der SPD-Ortsverein den langjährigen Kommunalpolitiker Horst Glotzbach zu ihrem Vorsitzenden.

Bei der Versammlung des CDU-Gemeindeverbandes im November 1992 wurde Landrat Norbert Metz aus Langensalsa, ein gebürtiger Rüsselsheimer, einstimmig unter großem Beifall, zum Bürgermeisterkandidaten der CDU nominiert. Doch später zog Metz seine Kandidatur zurück und Helmut Fischer, Regierungsdirektor beim Hessischen Sozialministerium, wurde nun Bürgermeisterkandidat der CDU.

Bei den Grünen bewarb sich Dietrich Ott als Bürgermeister und die FDP schickte ihren Vorsitzenden und langjährigen Gemeindevertreter Heinrich Hof in den Ring.

Als unparteiischer Kandidat bewarb sich der Nauheimer Ortwin Carolus, wohnhaft in Trebur, um den Bürgermeisterstuhl.

Erstmalig Direktwahl des Bürgermeisters in
Durch Änderung des Kommunalwahlrechts werden nunmehr die Bürgermeister und Landräte nicht mehr vom Parlament, sondern in Direktwahl von den wahlberechtigten Bürgern gewählt. Die Direktwahl hat den ungemeinen Vorteil, dass der so gewählte Bürgermeister von seiner Partei zukünftig unabhängig ist.

CDU:  „Nauheim reif für den Wechsel.“
Mit einer optimistischen und kämpferischen Grundhaltung hat der CDU-Gemeindeverband Nauheim Ende November seine Kandidatenliste für die Kommunalwahl 1993 verabschiedet. Spitzenkandidat ist der Ortsverbandsvorsitzende Hans Joachim Brugger, dem als zweite in der Liste die Fraktionsvorsitzende Hannelore Bauer folgt. Otto Habermann folgt sodann auf dem dritten Platz. Auf Platz vier der Liste folgt mit Helga Rode, langjährige Gemeindeschwester, der erste Neuling auf der Liste.
Insgesamt 51 Bewerber enthält die CDU–Liste. Für ihren Wahlkampf, bei dem sie es jetzt wissen wollen haben sie mit "Nauheim ist reif für den Wechsel“ einen griffigen Slogan gewählt.

Freie Liste Nauheim (FLN) hat sich gegründet: Am Donnerstag, dem 10. Dezember 1992, gründete sich in Nauheim eine „Freie Liste Nauheim“ (FLN), die bereits bei der bevorstehenden Kommunalwahl 1993 mit einer eigenen Liste antreten will. Die FLN versteht sich nicht als Partei, wie die Vereinsgründung nach außen dokumentieren soll. Zum Vorsitzenden wurde ohne Gegenstimme Willi Huster gewählt, der erst jüngst in Nauheim als Vorstandsmitglied der Bürgerinitiative gegen den Klärbeitrag aufgetreten ist. Zum stellvertretenden Vorsitzenden wurde der frühere CDU-Ortsverbandsvorsitzende, Claus Däwes, gewählt. Als Wahlziel bei der Kommunalwahl will die FLN frischen Wind ins Parlament bringen und eine sozialdemokratische Mehrheit verhindern. Die SPD bezeichnete die FLN als einen CDU Wahlverein . Mit dem Ziel der Verhinderung einer SPD-Mehrheit befindet sich die FLN auf gleicher Ebene mit CDU, FDP und den Grünen, die sich ebenfalls die Verhinderung einer SPD-Mehrheit auf die Fahnen geschrieben haben.

Wissenswerte –kurz berichtet.

Bürgerpreise 1991 verliehen.

Den Bürgerpreis 1991 erhalten beim Neujahrsempfang am 19. Januar 1992 Margarete Huberty,  Barbara Helemann, Barbara Rexhäuser und Hildegard Wilfer

für ihre ehrenamtlichen Verdienste verliehen.

Elterninitiative Schlupfloch gegründet.

Zu dem gemeindlichen Angebot der Kinderbetreuung haben sich auch kleinere Gruppen etabliert, in denen zusätzlich,zum gemeindlichen Angebot, auch privat Kinder betreut werden können. Als Beipiel hierfür gilt die am 15. März 1992 gegründete „Elterninitiative Schlupfloch“ die in der katholischen Kirchengemeinde untergekommen ist, aber keineswegs konfessionell ausgerichtet ist.

Der Kreis Groß-Gerau erhält einen neuen Landrat.

Der langjährige und beliebte Landrat des Kreises Groß-Gerau Willi Blodt geht nunmehr in den Ruhestand. Jetzt war die Wahl eines neuen Landrates erforderlich geworden. Für diese Position bewarb sich der damalige Bürgermeister der Gemeinde Ginsheim/ Gustavsburg, Enno Siehr, der dann auch am 30. März 1992 zum Landrat unseres Kreises Groß-Gerau gewählt wurde.

Starkes Erdbeben erschüttert Nauheim.

Mit 5,6 auf der Richterskala erlebt Nauheim in der Nacht des 13. April 1992 um 3:21 Uhr, von vielen jedoch im Schlaf unbemerkt, ein starkes Erdbeben. Dieses Erdbeben soll seit dem Jahre1756,  das stärkste Erdbeben in Nauheim gewesen sein.

1993

Letzter Neujahrsempfang von Bürgermeister Zaich

Der letzte Neujahrsempfang,von insgesamt 16,den Bürgermeister Zaich gab, war am 17. Januar 1993.Außerordentlich gut besucht war dieser letzte Empfang bei dem auch die Bürgerpreisträger 1992 geehrt wurden, aber auch die drei bis zu diesem Zeitpunkt nominierten Bürgermeisterkandidaten anwesend waren. Für die SPD kam Klaus Pape mit Gattin, für die CDU war es Helmut Fischer mit Sohn und Gattin und für die FDP, der allseits bekannte Nauheimer Politiker, Heinrich Hof mit Gattin. Es waren so um die 200 Besucher die es sich nicht entgehen lassen wollten dabei zu sein.

Rudolf Zaich wünschte sich in seiner Rede mehr Sachlichkeit in den Diskussionen als dies in der Vergangenheit der Fall war. An die Presse appellierte er nicht mehr von den ständigen persönlichen Anfeindungen unter den Gemeindevertretern zu berichten. Die tägliche Arbeit solle sich durch Sachlichkeit, Ehrlichkeit und Gradlinigkeit auszeichnen wie dies 18 Jahre bei Ihm der Fall gewesen sei.

Den Bürgerpreis erhielten:

Museumsverein und Arbeiterwohlfahrt.

Bei der Würdigung durch das Rathaus für beide Vereine heisst es:

“Beide Organisationen haben durch ihre Tätigkeit für die Belange der Pflege des Heimatgedankens oder im sozialen Bereich aktiven Bürger- und Gemeinsinn

nachdrücklich unter Beweis gestellt.“

So erhielt den Bürgerpreis 1992 der Heimat & Museumsverein sowie die Arbeiterwohlfahrt. Für die Arbeiterwohlfahrt konnte deren Vorsitzender Heinrich Beier die Urkunde in Empfang nehmen. Die Ortsgruppe der Arbeiterwohlfahrt besteht seit mehr als 40 Jahren. Neben der Einzelbetreuung von Mitgliedern und hilfsbedürftigen Menschen unterstützt der Verein die Gemeinde beispielsweise bei der Seniorenfahrt oder den Seniorennachmittagen. Unter der Führung von Heinrich Baier und dem zweiten Vorsitzenden Günther Barth,hat sich die AWO vor allem einen Namen gemacht,weil sie gerade ältere Menschen in Gruppen und Vereinen oder alleinstehende Senioren betreut. So bei der Verpflegung, durch Unterhaltung mit einer Tanzgruppe, mit kleinen Theaterauftritten oder mit selbstgebastelten Geschenken.

Für Heimat und Museumsverein war es Vorsitzender Werner Dammel der die Auszeichnung entgegennehmen konnte.Was dieser Heimat –und Museumsverein für Nauheim bedeutet weis ein Jeder.Was dieser Verein leistet, welche Energie und Ausdauer von den Mitgliedern aufgebracht werden muss, um die Geschichte Nauheims den Bürgern nahezubringen oder zu vermitteln, war letzlich Grund genug  diesem Verein den Bürgerpreis zu verleihen.

Albert Winter, wurde mit der „Nauheimer Ehrenplakette“ für sein Engagement für die Nauheimer Musikinstrumentenindustrie ausgezeichnet. Mit seinem Betrieb hat er 150 Arbeitsplätze in der Musikzubehörindustrie geschaffen.

Helmut Fischer Bürgermeisterkandidat der CDU-Nauheim.
Am 15. Januar 1993 stellte der CDU-Gemeindeverband Nauheim seinen neuen Bürgermeisterkandidaten vor, der nach dem Verzicht von Norbert Metz, jetzt die CDU  zu dem von ihr lang verfolgten Ziel, den Nauheimer Bürgermeister zu stellen, verhelfen soll, was sich die CDU nun von der erstmals anstehenden Direktwahl des Bürgermeisters verspricht. Durch die Auseinandersetzungen der SPD mit den Bürgern wegen des Klärbeitrages, erhofft sich die CDU diesmal große Chancen.

Helmut Fischer, Regierungsdirektor im hessischen Sozialministerium, ist Verwaltungsfachmann. Er hat die 1. und 2. Verwaltungsprüfung im Versorgungs-Sozial – und Verwaltungsrecht abgelegt. Danach war Fischer bei der AOK angestellt und wechselte dann zum Justitiariat  im Hessischen Landtag, wo er sich um das Sozialrecht für die Abgeordneten kümmerte. Von 1988 an, bis zum Regierungswechsel in Hessen,  war Fischer Bundesratsreferent im Sozialministerium und ist zur Zeit Referatsleiter für die gesetzliche Krankenversicherung im Ministerium für Frauen, Arbeit und Soziales. Helmut Fischer ist verheiratet und mit seiner Frau Margot besteht die Familie aus einem 25-jährigen Sohn der Jura studiert  und der 19-jährigen Tochter, die Germanistik und katholische Theologie studiert, sowie noch einem weiteren 14–jährigen Kind. Die Familie lebt in Taunusstein und Fischer sagte, er würde, sollte er gewählt werden, sofort nach Nauheim ziehen.

Pfarrvikarin Emde in ihr Amt eingeführt.
Beim Gottesdienst in der evangelischen Kirche am Sonntagmorgen ,dem 7.März, wurde Pfarrvikarin Sabine Emde in ihr Amt eingeführt. Damit  wurde der jungen Geistlichen alle Rechte eines Pfarrers verliehen. Sie betreut den Pfarrbezirk jenseits der Rüsselsheimer Straße und  kann mindestens 3 Jahre in Nauheim bleiben, bis sie sich andernorts um eine Pfarrstelle bemühen kann. Die bei der Amtseinführung anwesende Pröpstin Gundel Nevelöing –Wagner jedoch sagte auch, dass es nicht ausgeschlossen sei, dass Sabine Emden auch länger in Nauheim bleiben kann. Sabine Emden ist stark in der Friedensbewegung engagiert, worauf sie auch schon bei ihrer ersten Predigt zu sprechen kam.

Hans Peter wird neuer Vorsitzender des Großvereins SKV-Nauheim
In der am 3. April stattgefundenen Generalversammlung  der SKV- Nauheim wurde, der vielen Nauheimern bekannte Sitzungspräsident der Nauheimer –Carneval- Gesellschaft (NCG), Hans Peter neuer Vorsitzender. Hans Peter löst damit den bereits im Vogelsbergkreis wohnenden Hans Fuchs, der langjähriger Vorsitzender der SKV war, in diesem Amt ab. Der neue Vorsitzende zollte Hans Fuchs besonderen Dank und machte darauf aufmerksam, dass  Fuchs mehr als 2 Drittel der SKV-Geschichte in 66 Jahren des Bestehens, maßgeblich geprägt habe.

Nauheimer Kommunalwahl1993 - Desaster bei der SPD.
Die am 3. März 1993 stattgefundene Kommunalwahl endete für die Nauheimer SPD, nach ihrem großen Wahlsieg von über 54 % bei der letzten Kommunalwahl mit einem Desaster. Bei 8053 Wahlberechtigten und 5278 abgegebenen gültigen Stimmen erhielten:

SPD  =  1.503 Stimmen  das sind  34,9 % -  Verlust  gegenüber 1989   = 19,6 %

CDU =  1.665 Stimmen, das sind  31,5 %  - Gewinn gegenüber  1989   =   4,5 %

Grüne =  716 Stimmen, das  sind  13,6 %  - Gewinn gegenüber 1989   =    2,2 %

FDP =      537  Stimmen, das sind  10,6 % -  Gewinn gegenüber  1989   =   3,5 %

FLN =      497  Stimmen , das sind    9,4 %    (erstmaliger Antritt- kein Vergleich

Dies bedeutet, dass die Sozialdemokraten als einzige Partei Stimmmenverluste hinnehmen mussten, während alle anderen Parteien einen Stimmengewinn zu verzeichnen hatten. Wenn man Ursachenerforschung betreibt, warum die SPD so viele Stimmen, nach ihrem Hoch in 1989 verloren hat, so kommt man zum Ergebnis, dass der Streit um den Klärbeitrag der SPD sehr zusetzte. Gerade vor der Wahl hat man den Grundstücksbesitzern die Veranlagungsbescheide zukommen lassen, die teilweise, je nach Größe des Grundstücks,  finanziell in die Tausende gingen. Dies hatte zur Folge, dass die Bürger, enttäuscht darüber bei dieser Kommunalwahl mit dem Stimmzettel ihre Unzufriedenheit zum Ausdruck brachten.

Politische Folgen aus den Kommunalwahlergebnissen.
Obwohl die SPD, trotz der herben Verluste , mit 13 Sitzen immer noch stärkste Fraktion blieb, gefolgt von den Christdemokraten mit 12 Sitzen, den Grünen 
mit 5 Sitzen ,der FDP mit 4 Sitzen und der neu angetretenen „Freien Liste Nauheim“ (FLN) mit 3 Sitzen, bildet sich jetzt ein Zweckbündnis von vier Parteien gegen die SPD.

Die Konstituierung des Parlamentes:
Bei der Konstituierung des neugewählten Parlamentes  am Freitag, den 2. April 1993 wurde sodann auch, aufgrund des Zweckbündnisses von CDU, FDP und Freier Liste, der Vorsitzende des CDU-Gemeindeverbandes, Hans Joachim Brugger, zum Ersten Beigeordneten und damit zum Stellvertreter des noch Amtierenden und des zukünftigen Bürgermeisters, gewählt.

Weiterhin wurden in den Gemeindevorstand gewählt:  Von der SPD der seitherige 1. Beigeordnete Norbert Wagner und Heinz Kuhlmann. Für die CDU wurde noch Franz Maier und von der FDP, Winfried Philipp, ehemals Fraktionsvorsitzender der CDU-Nauheim und Wolfgang Schmall von der FLN in den Gemeindevorstand gewählt. Die Grünen, die mit einer eigenen Liste zur Wahl des Gemeindevorstandes antraten, konnten mit Dietrich Ott einen Beigeordneten stellen.

Bei der Wahl des Gemeindevertretervorstehers wurde mit den Stimmen aller, außer den Grünen, Hanno Noll wieder an die Spitze des Parlaments gewählt. Aufgrund der gegebenen politischen Situation betrachtete es Hanno Noll als eine große Ehre auf die er besonders stolz sei. Mit der Wahl von Hanno Noll ist das Parlament dem demokratischen Grundsatz treu geblieben, indem die jeweilig stärkste Fraktion auch den Gemeindevertretervorsteher stellt. Von dieser Position trat jedoch Hanno Noll, kurz nach dem Amtsantritt des neuen Bürgermeisters, zurück und Jürgen Schade(SPD) wurde vom Parlament in dieses Amt gewählt. Streit gab es wieder bei der Wahl der Stellvertreter des Parlamentsvorstehers. Gewählt wurde dann in diese Position Ortwin Lempert (CDU), Heyko Wörner (FDP) und Volker Engroff (SPD). Als Schriftführer bestätigte das Parlament Amtsrat Klaus Geyer und als dessen Stellvertreter die Gemeindebediensteten Roland Hartl und Hermann Knaup.

Die Direktwahl des neuen Bürgermeisters.
Beim 1. Wahlgang  für den neuen Nauheimer Bürgermeister, am Sonntag, dem 16.Mai, wurden folgende Stimmen erzielt, die jedoch eine Stichwahl erforderlich machten.

Gewählt wurde in folgenden Wahlbezirken:

Wahlbezirk I  =  Kindergarten Schillerstrasse

Wahlbezirk II  =  Kindergarten Schulstraße

Wahlbezirk III =  Altes Rathaus

Wahlbezirk IV = Kindergarten Ochsengrund

Wahlbezirk V  =  Kindergarten Schwanenstraße

Es erhielten:

Wahlbezirk  (in %)                                I                   II            III             IV               V       Gesamt:

Klaus Pape (SPD)                               42,0          45,9         29,0         27,1         30,4       35,4

Helmut Fischer (CDU)                       38,6           34,7        39,8         44,3         43,5       39,9

Heinrich Hof (FDP)                                5,5             5,4           8,3           4,4           4,8          6,0

Dietrich Ott (Grüne)                              6,5              5,2        15,2         14,9         13,2       10,5

Oswin Karolus ( ohne Partei)             7,4              8,8          7,7            9,4           8,1          8,2

Die Wahlbeteiligung lag mit 56,5 Prozent wesentlich niedriger als bei der Kommunalwahl 1993 mit 72,8 %.

Da keiner der Kandidaten bei dieser Wahl mehr als 50 % der Stimmen erhielt musste zwischen den beiden Besten (Pape und Fischer) eine Stichwahl stattfinden, die für den  6. Juni 1993,festgesetzt wurde,

Aus dem Ergebnis dieser Wahl wird jedoch für die SPD die bittere Erkenntnis klar, dass der erdrutschartige Verlust bei der vorangegangenen Kommunalwahl kein Betriebsunfall war, wie die Presse in ihrer Berichterstattung feststellte. Die Bürger Nauheims ,so wurde berichtet, haben deutlich gemacht, dass sie in Nauheim andere politische Verhältnisse wünschen. Die Wähler zeigten sich erfreut darüber, dass sie jetzt über den Bürgermeister selbst bestimmen können und damit nicht mehr von der Entscheidungsmacht einer Partei abhängig sind.

Die Bürgermeister-Stichwahl:
Beflügelt von dem guten Ergebnis für den CDU Kandidaten bei der ersten Wahl, hoffen die Christdemokraten jetzt auf einen Sieg ihres Mannes. So kann es dann auch.

Bei der Stichwahl ergaben sich folgende Ergebnisse:

Wahlbezirk: (in Prozenten)                      I               II              III           IV           V         Gesamt

Helmut Fischer (CDU)                               54,4        51           62,6       64,1      62,7       58,1

Klaus Pape (SPD)                                       45,6        49           37,4       35,9      37,3       41,9

Die Wahlbeteiligung bei der Stichwahl betrug: 53,7 % und lag damit niedriger als bei der ersten Wahl. So ist der Christdemokrat Helmut Fischer jetzt Bürgermeister von Nauheim. Die Bevölkerung hat den 48-jährigen Regierungsdirektor zu ihrem Bürgermeister gewählt. Helmut Fischer selbst in hohem Maße von dem Erfolg erfreut, sagte: „Nauheim ist das schönste Ereignis für mich in den letzten Jahren“, der seinen Wahlerfolg auch seiner Nauheimer CDU Mannschaft verdankt.

Für die SPD jedoch bedeutet dies das endgültige Aus der politischen Einflussnahme. Die Mehrheit der SPD ist verloren, Bürgermeister Zaich geht als Lotse von Bord,  ehemalige Genossen, wie Alfred Geyer ziehen sich aus der Politik zurück und der unbefleckte Bürgermeisterkandidat Klaus Pape, konnte auch nicht mit dem in letzter Minute ausgeworfenen Rettungsanker, die Umlagesumme des Klärbeitrages zu halbieren, den Untergang der SPD nicht mehr aufhalten.

Bei der örtlichen CDU wurde Hans-Joachim Brugger wieder als Vorsitzender bestätigt, seine Stellvertreter werden Hubert Deckert und Peter Ziemainz.

Mit dem Wahlergebnis der Bürgermeisterdirektwahl, erfüllt sich für die Nauheimer CDU endlich ein langer Traum, nämlich endlich den Nauheimer Bürgermeister zu stellen. Das Ergebnis für den Kandidaten der CDU bedeutet für Nauheim eine Sensation, wenn man die Ergebnisse bei den Kommunalwahlen seit 1946 zwischen SPD und CDU betrachtet:

 Jahr:                   Stimmen SPD               Stimmen CDU

1646                          62,4                                      29,5

1948                          43,4                                      22,9

1952                          53,8                                          /*

1956                          55,3                                          /*

1960                          54,4                                          /*

1964                          57,2                                          /*

1968                          47,3                                       40,0

1972                          60,8                                       34,8

1977                          32,9                                        44,0

1978                           35,6                                       40,5

1981                           41,6                                       37,9

1985                           52,5                                       32,6

1989                           54,5                                       26,9

1993                           34,9                                       31,5

/* Die Ergebnisse der CDU in den Jahren 1952 bis 1964 wurden nicht aufgenommen, da die Partei gemeinsam mit der FDP als Bürgerblock kandidierte.
Die Wahl 1978 betrifft die gerichtlich angeordnete Wiederholungswahl nach den verbrannten Wahlbriefen bei der Wahl 1977.

125- Jahre Gesangverein „Eintracht“ Nauheim
Das größte kulturelle Ereignis des Jahres 1993 war ohne Zweifel das 125-jährige Jubiläum des Gesangvereins Eintracht, dem wohl ältesten Nauheimer Verein.
Der Verein selbst bezeichnete diese Veranstaltung als ein „Fest der Superlative“. Über mehrere Tage zog sich das Programm hin. Höhepunkt war ein prächtiger Festumzug, an dem sich viele Nauheimer Vereine beteiligten. Über 50 Zugnummern wurden gezählt und es dauerte länger als eine Stunde bis der Zug vorbeigezogen war.

Bereits in den Jahren 1850 bis 1856 bestand in Nauheim ein „Singverein“. Im Jahre 1858 wurde ein neuer Gesangverein ins Leben gerufen, der allerdings nur zwei Jahre Bestand hatte. Die Gründung des Jubelvereins erfolgte im Jahre 1868. Über den eigentlichen Gründungstag liegen keine genauen Aufzeichnungen vor. Es war der Volksschullehrer Leleitner der damals das Amt des Dirigenten übernahm, als die Sänger noch im oberen Rathaussaal ihre Gesangsproben hatten. Im Jahre 1874 übernahm dann Musikmeister Wilhelm Fitting die Leitung des Chores.Er war Musikchorältester bei einem Mainzer Jägerbattallion und übte die Tätigkeit des Dirigenten in Nauheim 40 Jahre lang aus.

Vereinsvorsitzende in der langen Zeit des Bestehens waren:

Adam Engroff, Heinrich Jüngling, Bernhard Daum II  und Adam Dammel I.Im Jahre 1886 wurde Johannes Dammel Chef der Eintracht. Er übte dieses Amt 34 Jahre lang aus. Nächster Vorsitzender wurde Fritz Dammel bis dann im Jahre 1948 

Georg Daum Vorsitzender wurde und Georg Mischlich das Amt des Dirigenten übernahm. Im Jahre 1962 wurde Alwin Geyer Vorsitzender, und mit Walter Riedl hatte die Eintracht einen langjährigen Dirigenten. Alwin Geyer war der dienstälteste Vorsitzende eines Nauheimer Vereins, der später von Ernst Müller im Amt des Vorsitzenden abgelöst wurde.Müller gab jedoch schon nach wenigen Jahren den Vorsitz ab und es folgte, als erste Frau auf diesem Posten ,Marianne Schnittler die zur Zeit noch das Amt der Vorsitzenden inne hat. Nach dem Tode des bekannten Dirigenten Walter Riedl war es Karlheinz Ziegler der den Chor Dirigierte und später dann, nach seinem Ausscheiden von dem jetzigen Chorleiter Ulrich Rompel abgelöst wurde.Zu erwähnen wäre noch, dass der Gesangverein Eintracht anlässlich des

100-jährigen Bestehens die „Ehrenplakette der Gemeinde Nauheim“ erhielt und am 15. März 1970 die wohl höchste Auszeichnung  die ein Gesangverein erhalten kann, nämlich die Zelter –Plakette vom Bundespräsidenten verliehen wurde,die damals von Innenminister Hans-Dietrich Genscher ,überreicht wurde.

Der singende Nauheimer Bürgermeister.
Ein weitere Höhepunkt war auch die vor der Jahnturnhalle erfolgte Livesendung des hessischen Rundfunks HR 1, die der bekannte Rundfunkmoderator Rainer Witt moderierte. Bei einer Diskussion über die Nachwuchssorgen der Gesangvereine allgemein, holte sich Witt auch den neuen Bürgermeister vors Mikrofon, der an diesem Tage, dem 5. Juli, seinen ersten Arbeitstag im Rathaus hatte. Auf Befragen sagte sodann der Bürgermeister, dass auch er gerne singe und schon jahrelang aktives Mitglied eines Gesangsvereins ist. Daraufhin forderte Witt den Bürgermeister au,f mal etwas zu singen. Dieser überlegte, sagte „Alahopp“ und sang mit der tiefen Stimme eines Baritons das Lied“ Über allen Gipfeln ist Ruh“ ein sehr bezeichnender Titel für die gegenwärtige politische Nauheimer Situation. Nach diesem Gesang machte ihn der Moderator sofort zum „Singenden Bürgermeister von Nauheim“. Am Tag zuvor, sagte Fischer, sei er in den Gesangverein Eintracht eingetreten .

Festprolog der Eintracht:

Anlässlich des Festes hatte der Gesangverein folgenden Festprolog in seiner Festschrift:

Festprolog

Freude stets am Chorgesang-

125 Jahre lang

mit diesem Motto –der Verein

die Eintracht lädt zum Feste ein.

 

An des Liedes reinem Klang

erfreut man sich beim Chorgesang

in unserem Gesangverein

beim Singen und beim Fröhlichsein.

 

Diese Tradition- den Chorgesang

schon zwölfeinhalb Jahrzehnte lang

pflegt man so das schöne Lied

es zu erhalten sind wir bemüht.

 

Gesang bringt uns ein froh Gemüt-

weil er vertreibt der Kummer Falten

und diesen Reichtum –den wir haben,

den gilt es zu erhalten.

 

In unsrem Nauheim- das wir lieben,

ist es Verpflichtung uns geblieben

Hüter zu sein  ein Leben lang

für unsre Lieder- den Gesang.

 

Ein Lied schlägt Brücken und verbindet

der Völker Vielfalt- allezeit

 

mit Gesang man überwindet

Fremdenhass und Grenzen weit.

Ein Lied festigt der Freundschaft Banden

dort wo Gesang ihr Pate ist

wobei das Lied in allen Landen

auch Botschafter der Freundschaft ist.

 

Drum singe wem Gesang gegeben-

damit Lieder erschallen aus freier Brust-

und wo man singt- da lasst euch nieder

denn Fröhlichkeit kennt keinen Frust.

 

Seid uns willkommen all ihr Gäste

euch gilt der Gruß zu unsrem Feste

es grüßt euch Nauheim-  weit bekannt

als Musikgemeinde –im ganzen Lande

 

So sollen unsre Leder klingen

von hier- hinaus in alle Welt

und den Menschen Freude bringen

wenn Hoffnung und Frieden dazu sich gesellt.

 

Drum lasst uns als Kulturgut pflegen

das schöne Lied –den Chorgesang

dies war und ist stets unser Streben

ein schönes Lied bei reinem Klang.


 

Ein neuer Bürgermeister -Helmut Fischer

Rudolf  Zaich verabschiedet - Helmut Fischer in sein Amt eingeführt.
Was seinen beiden Vorgängern Fürbeth und Reitz nicht vergönnt war, wurde jetzt dem scheidenden Bürgermeister Rudolf Zaich zuteil. Der 18 Jahre im Amt gewesene Bürgermeister wurde in feierlichen Form, am 2. Juli 1993, in der SKV-Halle verabschiedet. Rudolf Zaich hatte im Herbst 1993, 49 Jahre alt, erklärt, dass er sich nicht mehr um das Amt eines Bürgermeisters bewirbt. Eine Laudatio auf  Rudolf Zaich sprach der stellvertretende Parlamentsvorsteher Ortwin Lempert. Rudolf Zaich habe sich in den 18 Jahren seiner Amtstätigkeit um die Gemeinde Nauheim sehr verdient gemacht, sagte Lempert, in einer großangelegten Rede. Dem Abschiedszeremoniell wohnte alles was Rang und Namen hatte, aus Politik, Gewerbe , Industrie, Vereinen und Kirche, aus der Gemeinde Nauheim bei. Genauso feierlich wie die Verabschiedung von Rudolf Zaich erfolgte unter viel Beifall die Einführung von Bürgermeister Helmut Fischer in das Amt des Nauheimer Bürgermeisters.

Feier zum 400-jährigen Schuljubiläum
Es war der 1. Oktober 1993, als die Nauheimer Grundschule, unter dem derzeitigen Rektor Meyers, im großen Stil, insbesondere mit einem Fest auf  und um die Schule, ihr 400–jähriges Bestehen feiert. Aus Anlass dieses Jubiläums wurde eine Festschrift über „400 Jahre Nauheimer Schule“  herausgegeben.

Es geht los mit dem Kindergartenbau in der Neckarstrasse.
Nachdem der seitherige Kindergarten in Fertigbauweise in der Neckarstraße abgerissen war (der Kindergarten war nicht mehr ausreichend, zeitgemäß und  sehr reparaturanfällig.) wurde jetzt, am 6. Dezember 1993, in einer kleinen Feierstunde der 1. Spatenstich für den Bau eines neuen Kindergartens  gemacht.

1994

1. Neujahrsempfang des neuen Bürgermeisters Helmut Fischer (CDU)
Seinen 1. Neujahrsempfang gab jetzt ,nach seinem Amtsantritt,  Bürgermeister Helmut Fischer, am 16. Januar 1994. Mehr als 250 Nauheimer sind gekommen um zu hören was der neue Bürgermeister zum Jahreswechsel zu sagen hat. Fischer sagte in seiner Rede, dass er 2000 neue Bürger nach Nauheim locken wolle und sagte, dass diese Zahl problemlos zu schaffen sei, denn Nauheim dürfe sich nicht mit einer Phase des Stillstandes zufrieden geben. Damit bekräftigte er seine Absicht die Entwicklung der Gemeinde voranzutreiben und zwar nicht nur durch neue Wohn- sondern auch mit Gewerbegebieten. Nauheim ,so sagte er könne auf seinen Standort stolz sein, den die infrastrukturellen Vorraussetzungen seien, mit kleinen Ausnahmen, nahezu ideal, wobei die Grundschule Nauheim das „einzige Sorgenkind" sei. Wie in den Vorjahren, wurden auch bei diesem Neujahrsempfang die Bürgerpreise verliehen.

Den Bürgerpreis  1993 erhielten:

Alfred Hoyer, Rainer Becker, Theodora Gerlach und Oliver Glassl. Der Bürgermeister lobte die Preisträger für ihre ehrenamtliche  und uneigennützige Tätigkei,t die jeder auf seine ihm gegebenen Art ausführte, womit die Geehrten dies mehr als nur verdient hätten

Das  1. Musikfest in Nauheim.
Im Rahmen der 8. Nauheimer Musiktage, die im Jahre 1994 vom 8. bis 29.Mai veranstaltet wurden, wurde zum erstenmal auf  Initiative des neuen Bürgermeisters  ein Musikfest durchgeführt, wobei auf 3 verschiedenen Plätzen Musik gemacht wurde. Dies war am alten Rathaus, am neuen Rathaus und in der Anlage in der Waldstraße im Ochsengrund am Friedensplatz, rund um den Bürgertreff. Dieses 1. Musikfest wurde, wie auch alle späteren Musikfeste, vom Bläserchor des Kreisjägervereins eröffnet. Das Musikfest, das nur zufällig als ein Programmpunkt der 8. Nauheimer Musiktage war ,wurde als ein erster Versuch verstanden, der bei Gelingen nun jährlich durchgeführt werden soll. Damit würde Nauheim vollends seinem Anspruch als Musikgemeinde gerecht. So wurde dann auch diese Musikfest ein voller Erfolg und von den Bürgern der Gemeinde gerne angenommen. Insgesamt 12 Musikgruppen spielten tagsüber auf den genannten Plätzen in einem eigens hierfür aufgestellten Zelt. Tausende waren unterwegs um von einer Bühne zur anderen zu wechseln und Jeder konnte die ihm genehme Musikrichtung erleben. Es gab Gegrilltes, Kaffee und Kuchen und allerlei zu trinken, an den zu diesem Zweck erstellten Ständen. Der Bürgermeister war sichtlich erfreut, dass seine Idee einen so durchschlagenden Erfolg brachte und kündigte an, das  Musikangebot in den Folgejahren noch weiter zu erhöhen. Veranstaltet wurden  die 8. Nauheimer Musiktage und das Musikfest vom Musikförderkreis in Zusammenarbeit mit der Gemeinde. Bei den 8. Musiktagen gab es folgende Veranstaltungen;

Eine Saxophonausstellung im Heimatmuseum,

das Musikfest auf 3 Plätzen,

der Pfingstfrühschoppen der SKV mit dem Blasorchester der SKV,

dem Konzert des Jugendblasorchesters Graslitz,

dem Brunnenfest des Heimatvereins,

dem Abschlusskonzert mit Preisverteilung-

sowie ,dem Serenadenabend des Musikvereins vor dem „Alten Rathaus“.

Neuer Haushalt 1994 verabschiedet.

Am Freitag , dem 4. Februar wurde der, erstmals von Bürgermeister Fischer vorgelegte Haushalt 1994, mehrheitlich angenommen, wobei CDU, FDP, die Freie Liste Nauheim und Frank Koch von den Grünen dem Haushalt ihre Zustimmung nicht verweigerten. Die SPD stimmte gegen den Haushalt, wobei Fraktionssprecher Volker Engroff von einem „Haushalt der Sorglosigkeit, der zur Stabilisierung des sozialen Friedens in Nauheim nicht beitrage“.

Der Haushalt selbst hat ein Volumen von rund 25,065 Millionen DM im Verwaltungshaushalt und von 4.565,996 Mark im Vermögenshaushalt. Des weiteren wurde aus dem Haushalt deutlich, dass die Bürger Nauheims zukünftig höhere Müllgebühren zahlen müssen, währendem andererseits die Schulden verringert wurden.

Ausländerbeirat gegründet.
In Nauheim hat sich, nach langen Diskussionen in den politischen Parteien, jetzt am 13. Mai 1994, endlich ein Ausländerbeirat gegründet.
Die wahlberechtigten Ausländerinnen und Ausländer,insgesamt ca. 800, wählten ihren ersten Ausländerbeirat. Der Beirat umfasst 7 Mitglieder und arbeitet nach den Vorgaben der hessischen Gemeindeordnung eng mit den gemeindlichen Gremien zusammen.Er hat die Aufgaben die Integration zu fördern sowie die Eigenständigkeit der einzelnen Kulturkreise und Nationalitäten herauszustellen.Dies geschieht in Zusammenarbeit mit dem gemeindlichen Kulturamt und dem Verein „FUN“ (Verein Freundschaft unter den Nationen) im Bezug auf Entwicklung und Durchführung bestimmter Aktivitäten.Ebenso ist der Beirat Mitveranstalter des mehrmals jährlich stattfindenden „Ambiente-Marktes“. Seine Dialogstunden führt der Ausländerbeirat im „Bürgertreff“ in der Waldstraße durch.

Jubiläumsaltenfahrt nach Rothenburg o.d.T.
Die 25. Altenfahrt der Gemeinde ging am 28. Juni 1994 nach Rothenburg o.d.T. Die erste Altenfahrt der Gemeinde wurde im Jahr 1970 veranstaltet. Damals ging es bei herrlichem Sonnenschein mit der Bundesbahn nach Hilters  / Rhön mit Besichtigung der Zonengrenze. Zu der 1994 stattgefundenen Altenfahrt wurde besonders Altbürgermeister Reitz mit Gattin eingeladen, weil er es war, der die jährlichen Altenfahrten begründete. In Rothenburg selbst dankte Bürgermeister Fischer dem Altbürgermeister und seiner Gattin mit einem Blumenstrauß während die Seniorenbeauftragte der Gemeinde Gisela Zankl als Geschenk eine Porzellanvase, die von der Porzellangruppe der Senioren gestaltet war, überreichte.Rothenburg war, beim dem damals herrlichen Wetter, ein Erlebnis für alle Teilnehmer, wenn auch ein Bus des in Nauheim ansässigen Busunternehmens Ramsbrock- Reisen, das die Teilnehmer, mit dem Bürgermeister, dem Altbürgermeister und einigen Gemeindevertretern an Bord, nach Rothenburg bringen sollte, zunächst den Weg nicht fand und anstelle nach Rothenburg in die falsche Richtung nach Stuttgart fuhr.

Die Nauheimer Abfallstatistik in 1994  

Über das Umweltbewusstsein ihrer Bürger und Bürgerinnen kann die Gemeinde nicht klagen, denn die Statistik stellt den Nauheimern ein überdurchschnittliches gutes Zeugnis aus. So liegt Nauheim beim Rest- und Sperrmüllaufkommen nur knapp über dem vom Bund für Umwelt-und Naturschutz als Ziel gesteckten Marke von 200 Kilogramm pro Einwohner und Jahr. Im kreisweiten Vergleich wird Nauheim nur von Bischofsheim unterboten, mit nur 172 Kilogramm pro Einwohner und Jahr. Jeder Einwohner des Kreises Groß-Gerau sammelt im Jahr 67,32 Kilo Altpapier. Die Nauheimer liegen mit 71,64 Kilo deutlich über dieser Zahl. Auch das Altglasaufkommen in Nauheim ist höher als im Kreisdurchschnitt. Jeder Einwohner

Nauheims sammelt mit 38 Kilo Altglas pro Jahr etwa 4 Kilogramm mehr als der Durchschnittseinwohner des Kreises.

Das „Helenenbrünnchen“ im Nauheimer Oberwald.

Im Nauheimer Oberwald, in der Gemarkung Mörfelden, zwischen Mörfelden und Langen gelegen, fand früher der Wanderer das „Helenenbrünchen“, das ein köstliches Nass zur Erfrischung lieferte. Gerade in den Sommermonaten ,so hört man von den alten Nauheimern, konnte das Brünnchen  mit seinem Nass  aus den Tiefen des Waldes herrlich erfrischen. Doch heute,im August 1994, sucht man vergebens nach einem solch erfrischenden kühlen Nass. Das Helenenbrünnchen ist nämlich mittlerweile zu einer Kloake geworden. Verunreinigungen haben in diesem Wald, durch die dort befindliche Kläranlage,  ihre Spuren hinterlassen, wobei der gesamte „Bornbruch“ im Oberwald davon betroffen ist, sodass die ursprüngliche Quelle des Helenenbrunnens diesen Namen nicht mehr verdient, da nur modriges Kläranlagenwasser darin steht, das stinkt und faul riecht. Bereits in den 70-er Jahren beschäftigte schon einmal die Kommune die Staatsanwaltschaft mit der Situation im Nauheimer Oberwald. Damals waren rund 9 Hektar Erlenbuchbestand, durch illegal abgeleitetes Kläranlagenwasser stark in Mitleidenschaft gezogen. Von dem einst schönen Baumbestand standen nur noch die vermoderten Stämme, sodass sich der Schaden, nach Schätzung der Forstbehörde, auf DM 262.000.- belief.Die damaligen Verhandlungen zogen sich bis in die Mitte der 80-er Jahre hin und Nauheim bekam schließlich 200.000.-DM zugesprochen , die gezahlt und der Waldrücklage zugeführt wurden. Auch jetzt hat die Gemeinde wieder gegen Unbekannt geklagt, sodass bei der Staatsanwaltschaft in Darmstadt ein Verfahren anhängig ist. Es wird nämlich angenommen, dass wiederum mindestens eine oder mehrere Oberanlieger des  Vorfluters für die Verunreinigungen in Frage kommen.

Anlässlich der 1100-Jahrfeier der Gemeinde, im Jahre 1951, wurde die Quelle des Helenenbrunnens eingefasst und mit einem 1,5 m großen Betondeckel versehen. Nicht unweit vom Helenenbrunnen im Nauheimer Oberwald befindet sich am Autobahnparkplatz  das Denkmal des bei einen Autorennen tödlich verunglückten Bernd Rosemeyer, kurz hinter der Anschlussstelle Langen/ Mörfelden  der A 5 in Richtung Darmstadt.

Der Obst- und Gartenbauvereinwird 100 Jahre alt.

Am 3. September 1994 feiert der Obst- und Gartenbauverein sein 100 –jähriges Bestehen,unter seinem jetzigen Vorsitzenden Friedrich Wohlrab. Der Verein, der schon oft bei gärtnerischen und gestalterischen Aufgaben die Gemeinde ,so zum Beispiel beim Erhalt des Nauheimer Wahrzeichens ,dem Kastanienbaum am Friedrich Ebertplatz, geholfen hat, feierte diese Ereignis im Rahmen eines großen Festaktes in der Jahnturnhalle. Für den Gemeindevorstand gratulierte Bürgermeister Fischer, der dem Verein für die stets entgegengebrachte Hilfe dankte. Anlässlich dieses Jubiläums hat der Verein eine bemerkenswerte Festschrift herausgegeben für deren Gestaltung der Bürgermeister großes Lob zollte.

In der Chronik des Obst-und Gartenbauvereins steht zu lesen:

„Viele Nauheimer laufen oder fahren täglich am Wahrzeichen des Dorfes, dem Kastanienbaum , vorrüber. Für viele ist der über 100 Jahre alte Baumveteran die Mitte des Dorfes. Doch nur wenige bemerkten Ende der sechziger Jahre ,dass sein Wuchs dürftiger,die Blätter etwas kleiner und die riesige Krone lichter wurde. Auch am Stamm begannen sich erste nässende, dann modernde Risse zu zeigen und in einem Ast war der Weidenbohrer. Adam Lochhaas,sein Vorstand und viele angesprochene Vereinsmitglieder, sahen die Verfallsignale auch, wollten sich mit dem drohenden Auseinanderbrechen und Absterben des Baumes nicht abfinden. Sie holten Informationen ein, befragten Fachleute und begannen , die Gemeindeverwaltung von der Möglichkeit der Rettung des Baumes zu überzeugen. Und was überzeugt mehr als die Tat? Mit finanzieller Unterstützung aus der Vereinskasse und tatkräftiger Hilfe von Mitgliedern wurde 1972/73 und 1974/75, in der Zeit der Wachstumsphase, der um 1862 von Nicolaus Sünner,Mühlstraße 15, gepflanzte Baumkreis kräftig geputzt und verjüngt. Die nach einem Blitzeinschlag in den 30 er Jahren durch Stahlseile vom Mitteltrieb  aus gehaltenen, weit ausladenden Äste kürzte man ausnahmslos.Die Moderstellen im Stamm wurden ausgefräst und mit Wundbalsam versorgt. Mit Hilfe der Gemeinde entsiegelte man gleichzeitig einen Teil des zubetonierten Ebert-Platzes und versenkte Rohre zur Bewässerung. In den folgenden Sommern sorgte das Vereinsmitglied Fritz Diehl mit kräftigen und rechtzeitigen Wassergaben für die Grundvorraussetzung frischen Wachstums. (Nicht ganz selbstlos, geht das Gerücht, hätten doch die Wurzeln des durstigen Baumes bereits Kontakt zu den Apfelweinfässern im Keller des Diehl´schen Hauses gesucht....) Ausgaben und Einsatz des inzwischen als Naturdenkmal eingetragenen Kastanienbaumes haben sich wahrlich gelohnt: „ im 100 sten Vereinsjahr blühte ,grünt und wächst der Veteran,als wolle er durch besonders schmuckes Aussehen dem Jubelverein danken für die Lebensverlängerung.“

Wechsel im Fraktionsvorstand der CDU.

Am 18. September 1994 tritt die CDU-Fraktionsvorsitzende, Hannelore Bauer, von ihrem Amt zurück und gibt auch gleichzeitig ihre Funktion als Gemeindevertreterin auf. Nachrücker der CDU auf ihrer Liste für die ausgeschiedene Bauer ist jetzt Peter Ziemainz, der erstmalig ins Gemeindeparlament einzieht und gleich zum Vorsitzenden der Fraktion gewählt wird. Ebenso zerbricht das nach der Kommunalwahl im März 1993 gebildete Zweckbündnis der CDU  mit den Grünen, der FDP und der FLN. Im Dezember 1994 vereinbart sodann die CDU mit der Nauheimer SPD ein 31 Punkte-Programm, das in der Zusammenarbeit beider Parteien zuverlässige Mehrheiten im Parlament schaffen soll.

1995

Neujahrempfang 1995 - Bürgerpreise verliehen.

Es war der 17. Neujahrsempfang überhaupt ,zu dem der Gemeindevorstand und der Gemeindevertretervorsteher Jürgen Schade am Sonntag dem 22. Januar 1995  eingeladen hatte.Der Bürgermeister, der sich diesmal bei seiner Rede kurz hielt, appellierte an die Nauheimer, ihre Mitmenschen aus der passiven Haltung herauszulösen. Dafür gäbe es so viele schöne Anlässe wie die Musiktage, das Musikfest und die Kerb oder den Weihnachtsmarkt. Viel Beifall bekam der Bürgermeister, als er den Kommunalpolitikern ins Gewissen redete endlich einmal den Dauerstreit zu lassen.
Was sich da stets tut, könnten die Bürger schon gar nicht mehr hören. Fischer kam auf den seit 40 Jahren dauernden Streit um die Ostumgehung und schon fast 20-jährige Diskussion um die Bebauung des „Feldchens „ zu reden. Jetzt müssen endlich einmal Nägel mit Köpfen gemacht werden, sagte Fischer, denn ein Hinausschieben auf die lange Bank kann kein Mensch mehr verstehen. Die Pläne für 1995 beinhalteten kaum Neues, wobei er den Kindergartenneubau in der Neckarstraße, den Lärmschutzwall, die Feldchen-Planung, die Ostumgehung, das neue Müllkonzept, die Verkehrberuhigungsmaßnahmen, die Organisationsänderungen bei der Kläranlage und als besonders wichtig die Förderung des Kultur- und Sportlebens erwähnte, womit er das Gemeinschaftsgefühl der Bürger stärken wolle. Für den Vereinsring sprach dessen Sprecher Holger Jeß, der die besten Neujahrsgrüße des Vereinringes überbrachte.

Umrahmt wurde der Neujahrsempfang vom Franz Scherbaum Quartett mit spritzigen Melodien.

Höhepunkt war jedoch wieder die Verleihung der Bürgerpreise.

Für seine ortshistorischen Forschungen  wurde Ehrenbeigeordneter Wilhelm Kuhlmann , der Vorsitzende des Obst- und Gartenvereins Friedrich Wohlrab für seine Verdienste um den Naturschutz mit dem Bürgerpreis ausgezeichnet.

Der Vogelschützer Kai Engroff, der Handballjugendtrainer Oliver Schmand und die Jugendfeuerwehr, erhielten den Jugendpreis, der in diesem Jahr zum zweitenmal verliehen wurde. Von einem Wehrmutstropfen sprach der Bürgermeister als er die Auflösung des Jugendblasorchesters erwähnte. Mit diesem Zustand könne sich die Musikgemeinde nicht zufrieden geben. Es müsse ein Neuaufbau erfolgen, wozu bereits in der Musikschule die ersten Schritte eingeleitet wurden.

Die Müllabfuhr ändert sich:

Mit dem Datum 1. Januar 1995 ändert sich die Abfuhr des Hausmülls in Nauheim.Da die Firms „SUED“ den Müllabfuhrzweckverband,der seither für die Müllentsorgung zuständig war, übernommen hat, hat jetzt diese Firma „SUED“ die Abfuhr des Hausmülls in Nauheim übernommen. Darüber hinaus gab es jetzt den „Gelben Sack“ bzw. die „Gelbe Tonne“  die „Blaue Tonne“ und die „Braune Tonne“. Ebenfalls wurde die  Sperrmüllabfuhr eingeführt. Die Gemeinde wurde in bestimmte Bezirke eingeteilt, in denen dann in vierteljährlichen Abständen die Sperrmüllabfuhr erfolgt.

Grün –und Gartenabfälle  werden an 2 separaten Terminen jeweils im Frühjahr und Herbst abgefahren. Im Gemeindebauhof in der Alten Mainzerstraße  wurde eine Bringstelle bereits sehr früh eingerichtet,damit die Bürger Gelegenheitvbekommen außer den Abfuhrzeiten, bestimmte Müllarten im Bauhof abzugeben.Die Unterhaltung des gemeindlichen Recyclinghofes,so der Bürgermeister in einem Rundschreiben, schlägt mit jährlichemn Kosten von ca. 85.000.- DM zu Buche.Hinzu kommen noch Personalkosten in Höhe von 65.000.- DM. Weitere 150.000.- DM verteilen sich auf verschiedene Positionen wie die Verrechnung von Bauhofleistungen,Beschaffung von Geräten,Herstellung des Müllabfuhrkalenders ,chemische Untersuchungen der ehemaligen Gemeindemüllschütte.So wurde errechnet,dass die Kosten für Abfallbeseitigung der Gemeinde im Jahr 2000  knapp 2,1 Millionen DM betragen Bereits im April 1992 wurde in Nauheim das 3-Tonnensystem eingeführt.. Als Erfolg konnte festgestellt werden, dass sich dadurch das Müllaufkommen um 100 Tonnen  monatlich verringert hat. Ab dem 1. Januar 2000 erhöhten sich drastich( 30 %) die Müllgebühren.So wurden zum Beispiel für einen 4 Personenhaushalt die Gebühren von 368.- DM auf 487.- DM/jahr angehoben.

Tag der sauberen Umwelt.

Wie schon so oft in Nauheim hat die Gemeinde auch 1995 wieder zu einem“ Tag der sauberen Umwelt „ am 21. Januar1995 aufgerufen. Die letzte Aktion dieser Art fand im Jahre 1991 statt. Gleiche Aktionen wurden erstmals mit Erfolg in den 70-er Jahren veranstaltet, da Nauheim schon immer eine sehr umweltbewusste Gemeinde war. Auch die Gemeinde Nauheim war es, die damals, als es noch keine „Grünen“ gab den ersten parlamentarischen Umweltausschuss im Kreis Groß-Gerau bildete.  107 Vereinsmitglieder und fast ebenso viele Schüler hatten sich angemeldet um beim Frühjahrsputz in Wald und Feld mitzuhelfen. Eine Firma aus dem Odenwald sponserte  mit 1000 DM diese Aktion, wobei es sich um eine Privatbrauerei aus dem Odenwald handelte. Säckeweise wurde der Unrat von den Helfern zusammen –getragen, sodass am Ende schon einige Tonnen Unrat abgeliefert werden konnten. Mit dabei waren:
der katholische Frauenbund, der DGB, die DLRG, die Kolpingfamilie, die CDU, der BUND, die SPD, die Reservistenkameradschaft, der Ski- Club,  der Angelsportverein und die Wild Boys. Von der Schule kamen über hundert fleißige Schüler ,angeführt von den Lehrkräften mit Rektor Meyers an der Spitze. Der gemeindliche Bauhof und die Feuerwehr halfen, indem sie an den einzelnen Stellen den Müll abholten.

Die Landtagswahl am 19. Februar 1995

Bei der am Sonntag, dem 19. Februar 1995 stattgefundenen Landtagswahl wurden in Nauheim folgende Ergebnisse erzielt:

Parteien:                                       Stimmen                 %            1991       Stimmen        %

SPD     (Erststimmen)                   2120                     40,9                            2535           47,4

              (Zweitstimmen)               1956                      37,9                            2281           42,4 

CDU    (Erststimmen)                   2033                      39,2                           1906            36,9

             (Zweitstimmen)                1963                      37,1                            1918           35,6

Grüne (Erststimmen )                     605                      11,7                              713           13,8

             (Zweitstimmen                    444                         8,3                              593           11,0

FDP     (Erststimmen)                      259                         5,0                              371              7,2  

             (Zweitstimmen)                    387                         7,2                              459              8,5

ÖDP    (Erststimmen)

             (Zweitstimmen)                     13                          0,3                              10                 0,2

Graue(Erststimmen)

             (Zweitstimmen)                    24                         0,5                                34                0,6

REP    (Erststimmen)                        86                        1,7                                 83               1,5

             (Zweitstimmen)                     83                        1,5

PBC    (Erststimmen)                          8                         0,2 

             (Zweitstimmen)                       6                         0,1                                 8                 0,1

Sonst.(Erststimmen)                        74                         1,4

             (Zweitstimmen)                  100                         1,9

Bei diesem Ergebnis gab es wiederum für die Nauheimer SPD einen empfindlichen Verlust von 6,5 %  und 4,5 % bei den  Zweitstimmen, gegenüber der Wahl 1991.Verluste mussten auch die Grünen und die FDP hinnehmen,währen die CDU Stimmen gewann, auf Kreisebene aber einen leichten Stimmenverlust erlitten hat.

Mit dem Verlust für die Nauheimer SPD, nimmt diese im Kreis-Groß-Gerau wieder eine Spitzenstellung ein.

Im Kreis Groß-Gerau, Wahlkreis 47 , gewann das Mandat Gerold Reichenbach (SPD) mit über 12 Prozent Vorsprung vor seinem CDU-Konkurrenten. Im Wahlkreis 48 gewann Jürgen May (SPD) mit 47,8 Prozent. Als ungekrönte Siegerin ging jedoch Ursula Hammann von den Grünen hervor, die  mit 7236 Stimmen 12,23 % erreichte.

Landfrauen spenden für einen guten Zweck.

8000.- DM spendeten die Nauheimer Landfrauen im April 1995 aus dem Erlös des Herbstbasars im Jahre zuvor, was kein anderer Verein in Nauheim jemals tat. So habe ,wie die Vereinskassiererin Frau Theodora Gerlach mitteilte, die Multiple –Sklerose Gruppe DM 3000.- und eine andere Gruppe die sich um Aidskranke Frauen kümmert ebenfalls DM 3000.- erhalten. Über 1000.- DM durften sich das Rote Kreuz und die Feuerwehr freuen. Auf eine Spende von 677,12 DM durfte sich die Grundschule Nauheim für den Kauf Orffscher Musikinstrumente, freuen.

Haushalt 1995 gebilligt.

Zum erstenmal seit den 70-er Jahren haben SPD und CDU im Februar 1995 gemeinsam einen Haushalt verabschiedet. So wurde der Haushalt 1995 mit einem Volumen von insgesamt rd.32 Millionen DM von dem rot-grünen Bündnis ,

mit  27. 340.297 Millionen im Verwaltungshaushalt und 5.365.295 Millionen im Vermögenshaushalt,verabschiedet.. Insgesamt 65 Änderungsanträge wurde zu dem vom Bürgermeister vorgelegten Haushalt eingebracht und beraten. Der Haushalt ist ausgeglichen und neue Kredite werden keine aufgenommen. Der Haushalt wurde gegen die Stimmen von FLN und Grünen bei Stimmenthaltung der Freien Demokraten angenommen. Die Quasi-Koalition von SPD und CDU ist für das politische Nauheim ein besonderes hervorragendes Ereignis. Noch vor Jahren hätte dies niemals nur ein Sozialdemokrat für möglich gehalten, mit der CDU Nauheim zusammen zu arbeiten. So führt auch der Fraktionsvorsitzende der FLN, der selbst einmal CDU –Ortsverbands- und Fraktionsvorsitzender war, bei seiner Rede aus: „Die  SPD  ist billig an die Macht gekommen. Nun herrsche in Nauheim eine Abstimmungsmaschine ,unterstützt von der CDU die eigentlich angetreten sei die SPD zu verdrängen.“

Trauungen jetzt wieder im „Alten Rathaus“.

Am Freitag, dem 21.April fand im neugeschaffenen Trauzimmer im „Alten Rathaus „ die erste Trauung statt. Es war am 20. Dezember 1958, als dort die letzte Trauung stattfand, die dann später im neuen Rathaus in der Weingartenstraße stattfanden.

Nach einigen politischen Querelen erfogte die Errichtung des neuen Trauzimmers. Als erstes, im neuen Trauzimmer von Bürgermeister Fischer, getrautes Paar gaben sich Hans Georg Friese und Brigitte Ziegler das Ja-Wort. Zukünftig finden jetzt immer die Trauungen in dem neuen Trauzimmer, im historischen Gebäude am Heinrich Kaul-Platz, statt. Das Zimmer, das sich im 1. Stock des Gebäudes befindet wurde hellblau gestrichen, bekam neue Vorhänge, Türbeschläge aus Messing, schönere Deckenleuchten und eine Vitrine zum Ausstellen von Exponaten. Hinter einem einfach gehaltenen Tisch, mit zierender Decke, wird nun zukünftig der Standesbeamte die Trauungen vollziehen. Eine schöne Geste des Gemeindeoberhauptes war es, als er zur Trauung einen eigens dafür bestellten Geiger den Hochzeitsmarsch spielen ließ.

Er selbst war eigens für dieses Zeremoniell  mit einem dunklen Anzug mit Schleife bekleidet. Nach der Trauung reichte der Bürgermeister dem anwesenden Hochzeitspaar, den Trauzeugen und den anderen Hochzeitsgästen ein Glas Sekt.

Wie die Standesbeamtin Frau Erika Sattler, die zukünftig die Trauungen durchführen wird sagte, finden in Nauheim etwa 15 Trauungen im Monat statt. Die Idee, im altehrwürdigen Gebäude des alten Rathauses ein Trauzimmer einzurichten, stammt von Bürgermeister Fischer selbst. Die schönere Atmosphäre in Alt Nauheim, und die Nähe der Kirche,seien besonders für die Protestanten sehr vorteilhaft. Das seitherige Trauzimmer im Rathaus in der Weingartenstraße soll künftig zu einem „Bürgerbüro „ umgestaltet werden. Ein solches “Bürgerbüro“ ist ein weiteres Bestreben des Bürgermeisters, der damit in Nauheim mehr Bürgernähe praktizieren will.

2. Musikfest –wieder ein voller Erfolg.

Nach dem 1.Musikfest im letzten Jahr wurde auch nun das 2. Musikfest ,am 21.Mai 1995 ,ein voller Erfolg. Welch ein Volksfest ! Ein imaginärer Notenschlüssel vereinte am Sonntag die Musikgemeinde. Halb Nauheim war auf den Beinen um zwischen Blechbläsern und Gitarrenrock, Castagnettenrhytmus  und Rap-Ballett, im alten Ortsteil stundenlang zu feiern. Viele setzen sich auch in der „Naumer Fressgass“ der Mühlstraße fest. 300 Portionen Spargelsuppe waren in 1,5 Stunden ausverkauft. Insgesamt waren es 19 Musikgruppen mit 21 Programmnummern die das Fest gestalteten. Wie der stellvertretende Vorsitzende des Musikförderkreises mitteilte, waren es ca. 2000 Besucher die zwischen den drei Veranstaltungsplätzen hin und her schlenderten. Ein glücklicher Zufall sei es auch gewesen, dass das Musikfest zeitlich  in die „Spargeltage“ fiel. Erstmals wurde für den Eintritt zu den Veranstaltungen Eintritt erhoben. Zu diesem Zweck wurde eigens ein Ansteckbutton angeboten, von denen 1200 Stück verkauft wurden. Aufgrund des Erfolges auch des 2. Musikfestes wurde das  3. Fest schon auf  den 19. Mai 1996 festgelegt.

Kindergarten in der Neckarstrasse eröffnet.

Nauheim hat einen neuen Kindergarten. Am Sonntag, dem 29. Oktober 1995,

wurde der Neubau in der Neckarstraße, nach rund 1 ½ Jahren Bauzeit, mit einem Fest eingeweiht.Schon seit Wochenanfang haben die Buben und Mädchen das Gebäude, das 2,5 Millionen Mark gekostet hat, in Beschlag genommen.

Die behindertengerecht ausgestattetet Einrichtung verfügt über eine Nutzfläche von rund 370 qm, zu denen noch 60 qm für Nebenräume hinzugerechnet werden. Es gibt 3 Gruppenräume mit jeweils 41 qm ,zwei Intensivräume  mit 14 qm einen Mehrzweckraum mit 60 qm und ein Büro, ein Personalzimmer, einen Therapieraum mit 16 qm ,eine Küche, einen Essbereich, mit 23 qm  und dazu noch Vorrats und Abstellräume. In den Gruppenräumen finden die Kinder außerdem noch sogenannte „Kissengalerien“ mit insgesamt 80 qm. Der Standort Neckarstraße ist übrigens kein Neuer. Schon 1970 hatte die Gemeinde dort einen Kindergarten in Fertigbauweise errichtet.1974 wurde sodann eine dritte Gruppe eingegliedert. In den achtziger Jahren wurden verschiedene Sanierungsmaßnahmen erforderlich, um die Bausubstanz erhalten zu können, bis dann im Jahre 1990 ein neuer Kindergarten beim Land angemeldet wurde, um beizeiten die Zuschüsse des Landes zu erhalten. Dabei hat die Gemeinde eng mit dem verstorbenen Vorsitzenden des Kinderschutzbundes Ralph Schnittler, zusammengearbeitet, der sich damals sehr für den Neubau engagierte, sodass man vorsah ihm zu Ehren am Eingang des Kindergartens eine Namenstafel anzubringen.

Im August 1992 kam es zu einem Architektenwettbewerb, an dem sich 36 Bewerber beteiligten. Im November des gleichen Jahres stellte eine Juri fest, dass der Darmstädter Architekt Thomas Zimmermann den besten Plan eingereicht habe. Ein Jahr später sodann erhielt Zimmermann den Auftrag. Der erste Spatenstich wurde, wie schon berichtet, symbolisch am Nikolaustag 1993, vollzogen. Der Baubeginn folgte dann im Februar 1994 mit dem Abriss des alten Kindergartens. Richtfest wurde sodann am 15. November 1994 gefeiert. Es war für alle Anwesende bei der Einweihung ein bewegender Moment,  als Bürgermeister Fischer, aus den Händen des Architekten Zimmermann, den Schlüssel für den neuen Kindergarten

entgegennahm.

Später erhielt der Kindergarten in der Neckarstraße, wegen seiner architektonischen Vorbildfunktion, die „Josef Maria Olbricht –Plakette „ in Bronze.

Unausgeglichener Nachtragshaushalt- sparen ist angesagt.

Im Verwaltungshaushalt der Gemeinde Nauheim fehlen, trotz massiver

Einsparungen  915.530 DM. Zum erstenmal musste das Gemeindeparlament, im November 1995, einen unausgeglichenen Nachtragshaushalt zum Haushalt 1995 beschließen. Damit gilt auch als sicher, dass bei  dem Haushalt 1996 mit gravierenden finanziellen Folgen zu rechnen ist. Schuld daran sind die enormen Steuerausfälle in Bund und Land. So wird dann auch überall dort, wo es möglich ist, im Rathaus der Rotstift angesetzt, es wird gekürzt und gespart. Die Gemeinde bekommt aus den Anteilen der Einkommensteuer  im Jahre 1995, 2,2 Millionen weniger übertragen, was Bürgermeister Fischer veranlasste in der letzen Oktoberwoche 1995 eine Ausgabensperre zu verhängen. Ohne, wie Fischer sagte: „ in blinden Aktionismus zu verfallen“ habe die Verwaltung nach Möglichkeiten gesucht Geld zu sparen um den Fehlbetrag in Grenzen zu halten. So wurden im Verwaltungshaushalt 140.000.- DM zusammen gestrichen und im Vermögenshaushalt gar 440.000.- DM, wobei vor allem im Bausektor gekürzt worden sei. Auch müssten sich die Nauheimer darauf einstellen, dass bei den freiwilligen Leistungen die Gemeinde in Zukunft knausert, wobei besonders die Vereinszuschüsse betroffen seien.

 

1996

 

Neujahrsempfang 1996

 

Beim Neujahrsempfang am 14. Januar 1996, nutzte auch dieses Mal wieder Bürgermeister Helmut Fischer (CDU), um Rückschau auf des Geleistete zu halten. Hier nannte er insbesondere die gemeinsamen Aktivitäten von Verwaltung und Bürgern bei der Veranstaltung des  Musik- oder Kinderfestes. Auch die Fertigstellung von Kindergarten und Lärmschutzwall hob er besonders hervor. Bei der Bewältigung der zukünftigen Ausgaben der Gemeinde mahnte er „Eiserne Sparsamkeit“ an, was nicht zuletzt auch bei den Zuschüssen an die Vereine nicht halt machen dürfte. So seien heutzutage die Ansprüche der Bürger an den Staat sehr hoch. Dabei, so führte Fischer aus, werde nur allzu oft vergessen, dass der Staat nur das an seine Bürger zurückgeben könne, was dieser zuvor von ihnen erhalten habe. So beendete er seine Ausführungen, indem er sagte: „ Unsere Gesellschaft ist nur so lebendig, so sozial und so solidarisch, so kulturell, so geistig reich und aktiv, wie die Bürgerinnen und Bürger, die sich für sie einsetzen. Ohne Dienst am Staat, der Hilfe für den Nächsten oder die Bereitschaft, sich für die Gesellschaft einzusetzen, sei der Sozialstaat und auch die Demokratie bald am Ende.“

 

Nach diesen Feststellungen und dem Neujahrsgruß des Sprechers des Vereinsringes Holger Jess, kam der Bürgermeister auch gleich zur Ehrung  der Bürger der Gemeinde, die sich im Jahre 1995, besonders mit ihrem ehrnamtlichen Engagement hervortaten.

 

So wurden mit dem Bürgerpreis ausgezeichnet:

Franziska Lautenschläger: Sie erhielt die Auszeichnung für ihre Tätigkeit als Übungsleiterin für Kinder bei der SKV-Nauheim, sowie für ihre Aktivitäten bei der Gewerkschaftsbewegung in den Jugendjahren und der Arbeiterwohlfahrt. Seit 1972 war sie „Kommandeuse“ der „Bajusgarde“ der NCG. Im Gesamtverein der SKV widmete sie sich neuen Angeboten, wie Jazzgymnastik, Eltern– und Kinderturnen, dem Tanzen und der Wiederbelebung der Leichtathletik. Sie ist aktives Mitglied der Landfrauen und seit geraumer Zeit auch beim Heimat- und Museumsverein.

 

Gisela Kübelbeck leitet die Multiple-Sklerose Kontaktgruppe, die vor einigen Jahren von Rüsselsheim nach Nauheim übersiedelte. Nach der Übernahme der Gruppe arrangierte sie eine ehrenamtliche Beratung, fungiert als Ansprechpartnerin. Heute gilt die Gruppe als Anlaufstelle für Neuerkrankte und als Treffpunkt für Ältere.

 

Arthur Vogel, für Ihn nahm, aufgrund der schweren Erkrankung des

Preisträgers, seine Frau Renate den Preis in Empfang. Arthur Vogel war 18 Jahre Vorsitzender der Wanderabteilung „Gut Fuß“ in der SKV. 1977 gehörte Vogel zu den Ersten, die eine Wanderung in den Odenwald organisierten. Danach wurden viele deutsche Gegenden von den Wanderern der SKV, unter Leitung von

Arthur Vogel, durchwandert. Höhepunkt war für Arthur Vogel jedoch die Ausrichtung eines Gauwandertages in Nauheim.

 

Den Jugendpreis, der erstmals im Jahre 1994 verliehen wurde, erhielt für das Jahr 1995 die Jugendrotkreuzgruppe. Das Gründungsjahr der DRK Jugendgruppe ist 1970 und steht seit 1991 unter der Leitung von Jenny Blank, die mit Unterstützung anderer Sanitäter den jungen Leuten Verantwortungsbewusstsein vermittelte.

 

Eine besondere Ehre wurde dem langjährigen Gemeindevertreter und Mitglied des Gemeindevorstandes Willy Keylwerth zuteil. Er erhielt für seine hervorragenden Verdienste um die kulturellen Belange der Gemeinde Nauheim, hier besonders um die Musikpflege und –ausbildung die “Ehrenplakette der Gemeinde Nauheim  verliehen. Willi Keylwerth gehört zu den Initiatoren der Nauheimer Musiktage, die erstmals, nach dem Amtsantritt von Bürgermeister Reitz, im Jahre 1970  stattfanden. Auch bei den 2. Musiktagen, anlässlich des 25-jährigen Bestehens der Musikindustrie, wurden unter seiner Leitung die Musiktage organisiert. 1980, nach dem Beschluss, die Musiktage wieder regelmäßig durchzuführen, wurde er zum Vorsitzenden des „Arbeitskreises Musiktage“ gewählt. Nach dem Ausscheiden aus dem Berufsleben Mitte der 80er Jahre  stellte er sein Wirken ganz dem Arbeitskreis  und der Gemeinde zur Verfügung. Überörtlich wirkte er im Stiftungsrat der Kreissparkasse mit, wo er dafür Sorge trug, dass die Förderung junger Musiker mit in den Stiftungsrat aufgenommen wurde.

 

Fertigstellung des Lärmschutzwalles an der A 67

 

Der Lärmschutzwall mit mit einer Waldneuanlage an der Autobahn von Rüsselsheim nach Darmstadt wurde endlich am 19. Januar 1996 als fertiggestellt erklärt. Die Zeit der Planungen und der Bau des Walles zogen sich fast zehn Jahre hin. Auf einer Fläche von 22.000 qm befindet sich der Wall von 750 m Länge und 70/105 m Breite, sowie einer Höhe von 8,20 m. Insgesamt wurden 14.000 Bäumchen auf dem Wall gepflanzt, wobei man jedoch auf einen nur erklecklichen Anwuchs hofft. Insgesamt besteht der Wall aus einer Aufschüttung von 160.000 Kubikmeter nicht reaktivem, unbelasteten und verdichteten Erdaushub, der nicht aus Recyclingmaterial bestehen durfte. Eine von zwei Ausschreibungen für den Bau des Walles ergab, dass die Anbieterfirma der Gemeinde 1,77 Millionen erstatten wollte bei den für den Bau anfallenden Kosten vo 1,43 Milionen DM. Nach Ende der Arbeiten standen der Gemeinde daraus noch 37.481 DM zur Verfügung. Zu erwähnen ist noch, dass die Anfuhr der Erdmassen über die Autobahn erfolgte, sodass der Ort von der Durchfahrt der LKW´s verschont blieb. Eine eigens dafür eingerichtete Reifenwaschanlage am Wall sorgte dafür, dass die Transporter wieder mit sauberen Reifen, nach dem Entladen, auf die Autobahn auffuhren.

 

Nauheimer SPD lobt Union

 

Es ist schon bemerkenswert, wenn ausgerechnet der Vorsitzende der SPD- Nauheim, Horst Glotzbach, im Januar 1996, in der kommunalpolitischen Verbindung von SPD und CDU, einen verlässlichen Partner in der CDU sieht, wie er in der

letztjährigen Zusammenarbeit erfahren habe.


Gegenüber der Presse erklärte er, dass die Zusammenarbeit mit der CDU für die Gemeinde von Vorteil gewesen sei. Auch das politische Klima habe sich verbessert. Die Gemeindevertreter zankten nicht mehr so wie früher und die Arbeit sei sachlicher geworden, was besonders als Verdienst der SPD gelte.

 

40-Jahre Kindergarten Schillerstraße

 

Es war schon ein kleines Volksfest, als im April 1996, der Kindergarten in der Schillerstraße sein 40-jähriges Jubiläum feierte und halb Nauheim auf den Beinen war, um mitzufeiern.

 

Kindergartenbeitrage von 5 Mark für das Erste und 2,50 Mark für das zweite Kind mussten die Eltern vor 40 Jahren bezahlen. Das 3. Kind war schon von einem Beitrag befreit. Ebenfalls gab es auch damals noch eine Betreuung an Samstagvormittagen. Solche Beiträge sind heute nicht mehr denkbar. Vor 40 Jahren war es Irmgard Ilchmann, die als Leiterin dem Kindergarten vorstand. Ihr zur Seite standen die „Kindergartentanten“ Helene Reichert , Edith Sattler und Margarete Maid. Es waren damals bei der Eröffnung 145 Kinder, die zu betreuen waren. Heute sind es 75 Kinder in 3 Gruppen, die von der Leiterin Hannelore Dammel und den „Tanten“ Uschi Lorenz, Beate Kaul, Svea Nolte, Sabine Hauf  und Annerose Scharhag betreut werden.

 

Wie war das eigentlich mit der Geschichte der Nauheimer Kindergärten?

Die Geschichte begann schon im Jahre 1930.Im kleinen Saal der Gaststätte

„Zur Eintracht“ in der Vorderstraße (Kuhl-Peter), hatte Magdalena Roos, geborene Alleborn, einen privaten Kindergarten gegründet. Einen zweiten solchen Kindergarten führten die Schwestern Arras in der Friedrichstraße 9, der heutigen Wilhelm Liebknechtstraße. Die erste gemeindliche Einrichtung wurde im Jahre 1933 in der Bleichstraße auf dem Gelände der ehemaligen Post in einer Holzbaracke eröffnet. Erste Pläne für die Schaffung neuer Kindergartenplätze, aufgrund des raschen Wachstums der Gemeinde nach dem Krieg, wurden im Jahre 1950 gemacht,

wobei es wegen der schlechten Finanzlage der Gemeinde bis 1954 dauerte, bis der Architekt Otto Hoschak, Groß-Gerau, den Auftrag erhielt, den Kindergarten in der Weingartenstraße zu planen. Geplant wurden 3 Gruppenräume, ein Waschraum und die Toilettenanlage. Weiterhin sollte die Gemeindeschwester ein Zimmer erhalten und für den Hausmeister sollte auch eine Wohnung eingeplant werden.
Für 140 Kinder sollte der damalige Kindergarten Platz bieten. Das Projekt kostete damals 100.060 DM, wobei die vorgesehene Wohnung gestrichen wurde. Für die Inneneinrichtung kamen noch mal 3.000 Mark hinzu. 36.000 DM konnte die Gemeinde selbst aufbringen. Durch die damalige drangvolle Enge konnten jedoch nur 110 Kinder aufgenommen werden, sodass man schon bald an eine Erweiterung des Kindergartens dachte. Doch diese Notwendigkeit musste zunächst zugunsten eines neuen Kindergartens in der Schulstraße zurückgestellt werden. In der Schillerstraße jedoch wurde lediglich renoviert und die Heizung auf Ölbetrieb umgestellt. Im Außenbereich gab es einen Sandkasten und ein Spielgerät. In den siebziger Jahren bekam der Kindergarten dann noch ein Schwimmbecken und der fehlende Turnraum kam dann im Jahre 1989, mit der Erweiterung zum Hort. Zum jetzigen Zeitpunkt, des 40-jährigen Bestehens, steht allerdings noch die Sanierung der Toilettenanlage ganz oben auf der Wunschliste des Kindergartenteams.

 

Das 3. Nauheimer Musikfest.

 

Am Sonntag, 3. Mai 1996, wurde das 3. Nauheimer Musikfest von den Jagdhornbläsern eröffnet. Bürgermeister Fischer zeigte sich optimistisch, dass auch dieses 3. Musikfest zu einem vollen Erfolg werde. Nauheim, so sagte er, werde von einer Musikwelle getragen und in der Gemeinde selbst sei das Musikfieber ausgebrochen. Besonders lobte er in seiner Eröffnungsansprache den Vorsitzenden des Musikförderkreises, Andreas Gafke, die Kulturamtsleiterin Bärbel Berresheim und die Kinderbeauftragte Anne Dammel, die erstmals mit der Einrichtung einer Kinderbühne das Musikfest bereicherten. Durch den alten Ortskern schlängelten sich diesmal ca. 2.000 Besucher um die 42 Ensembles auf den errichteten vier Bühnen zu erleben. So erfüllte dieses 3. Musikfest erstmals den Anspruch mehr als nur ein großes Dorffest zu sein. Die verpflichteten Musikgruppen traten für einen symbolischen Anerkennungsbetrag von 50 bis 200 DM auf. Die Last der Gesamtkosten der Veranstaltung  mit ca. 20.000 DM trägt die Kommune. Auch dieses Mal war das kulinarische  Angebot, das Vereine, Organisationen und Privatleute  mit den geschmackvollsten Rezepten besorgten,  äußerst verlockend, aber auch kalorienreich, sodass man wieder von der „Fressgasse“ der eigentliche Mühlstraße reden konnte. An den Eingängen zum „Alten Ortsteil“ saßen unermüdliche Helfer, die den Buttonverkauf übernommen hatten. Diese Buttons wurden von Christian Wedel, Walter Scheuermann und Julius Schader  in einer Menge von knapp 4.000 Stück in Heimarbeit hergestellt. Auf den Buttons selbst war das Musiksymbol dargestellt, gemeinsam mit dem Text: “Musikfest Nauheim  — 3.- DM und ich bin dabei !! „

 

30 Jahre „Egerländer Stammtisch“

 

Weit über 2.000 Besucher mögen es gewesen sein, die vom 30. Mai bis am Sonntag, dem 2. Juni 1996, im Festzelt mit dem „Egerländer Stammtisch „das 30-jährige Jubiläum“ feierten. In dieser Zeit spielten im Festzelt sieben Kapellen mit nahezu 100 Musikern auf. Ohne diese Männer des „Egerländer Stammtisches“ wäre unsere Gemeinde ärmer, denn sie verkörpern ein Stück Kultur, sagte Bürgermeister Fischer in seiner Ansprache. Als Gäste waren die Freunde aus Oberndorf/Tirol mit ihrem Bürgermeister Hans Schweighofer zu diesem Jubiläum angereist. Der Tiroler Bürgermeister überreichte dem Präsidenten des Stammtisches,  Rudi Hartl, einen ca.50 Kilo schweren Tiroler Käse als Gastgeschenk. Am Samstagnachmittag zogen die Stammtischler, unterstützt von  der Tiroler Blaskapelle, in der auch der Oberndorfer Bürgermeister mitspielte, durch die Ortsstraßen, wobei besonders ein Sechserbrauereigespann viel Beifall fand. Höhepunkt der dreitägigen Veranstaltung war der „Bunte Abend“ im Festzelt, der von den Oberndorfer Musikern, den

„Drei Moosachern“ und der Tanz- und Showband „Les Rubies“ gestaltet wurde. Dem Vernehmen nach wurden zig Fässer Bier und Hunderte von Bratwürsten bei dem Fest verdrückt. Begonnen wurde das Fest am Freitagnachmittag mit dem Bieranstich, zu dem sich über 200 Besucher im Festzelt einfanden. Der Bürgermeister, geübt im Anschlagen von Bierfässern, brauchte gerade mal drei Schläge, um das Werk erfolgreich zu beenden, worauf sodann die heimliche Nauheimer Natioalhymne „Aus Böhmen kommt die Musik“ gespielt wurde.

Zu erwähnen ist noch, dass im Rahmen der Groß-Gerauer Spargeltage im Festzelt

des „Egerländer Stammtisches“ ein buntes Feuerwerk  rund um das königliche Gemüse abgebrannt wurde, bei dem  bei einem  45-minütigen  Konzert der Nauheimer Dorfmusik, unter Anwesenheit der Büttelborner Spargelkönigin Vesna Melchior, ein Spargelschälwettbewerb veranstaltet wurde. Im Wettstreit um die besten Spargelschäler standen das Team des Bürgermeisters  mit Ehrenbürger Friedel Scherer, dem Ersten Beigeordneten Hans Joachim Brugger und Gemeindevertreter Volker Engroff, und das Team des Landrates, mit Martin Schlappner und  Küchenmeister Volker Ruckelshausen. Den Sieg jedoch holte sich das Team des Landrates, der dennoch vom Stehvermögen der Nauheimer überrascht war.

 

24 Kilo Spargel wurden im Wettbewerb von der Schale befreit, die anschließend versteigert wurden und für die Nauheimer Kindergärten DM 600 einbrachten.

Anläßlich der „Spargeltage im Gerauer Land 1995“ hat der Leiter des Blasorchesters der SKV, Peter Schmidt, in Zusammenarbeit mit dem „Musikförderkreis“, ein „Nauheimer Spargellied“ gedichtet und intoniert, das beim Früschoppen der SKV 

am Pfingstmontag, dem 5. Juni 1995, uraufgeführt wurde. Gesungen wurde es zur Uraufführung vom Sänger der „Dorfmusik“ Roland Zeidler.

 

 

 

 

 

 

 

 

Das Lied  hat folgenden Text:

 

 

                                                  Das Spargellied.

 


1.Strophe:

 

Jed Jahr Anfang Mai ist es immer so weit

da sprißts im Boden mit Macht

es geht wieder los mit de Spargel ihr Leit

das weiße Gold ist erwacht.

tag ein und tagaus, da geht’s dann hinaus

aufs Feld egal wie‚s Wetter ist

ob Regen ob Wind- ob heiß oder lind

der Spargel wird gestoche  hört jetzt her!

Refrain:

Spargel altbekannt-gedeiht am besten auf viel Sand

da gibt’s viel im  Nau‚mer Raum

de beste Spargel jawohl- de beste Spargel jawohl

de beste Spargel wächst bei uns dehoom in Nau‚m

de beste Spargel wächst bei und dehoom –in Nau‚m.

 

2.Strophe:

Mit Messer und Glättscheibe fest in der Hand

und leicht verhaltenem Gang

mit suchendem Blick nach Rissen im Sand

so geht‚s die Balken entlang

ob krumm ob grad

der Korb steht parat

für Spargelstangen leuchtetn weiß

ob dünn oder dick

mit sehr viel Geschick

der Spargel wird gestoche .hört jetzt her

Refrain: Spargel altbekannt.....

3.              Strophe:

Und ist dann der Spargel gepuzt und geschält

im Wasser kurz abgebrüht

kein besser Gericht gibt’s auf unsrer Welt

und darum singt unser Lied

Gemüs‚ und Salat

schmeckt so delikat

mit Schinken, Soße Hollandaise

für‚n Liebhaberclub

die Spargelcremesupp

der Spargel wird gestoche, jetzt hört her

Refrain: Spargel altbekannt.....

4.Strophe:

Nur kurz ist die Zeit ,wo es Spargel gibt frisch,

gar schnell die Wochen vorbei,

drum wünsch ihn dir täglich, daheim auf den Tisch

wie zubereitet einerlei.

Drum Leut, seid gescheit

und halt euch bereit

ja nutzt noch die Gelegenheit;

sie ist bald vorbei

die Spargelstecherei

Wir warten alle auf den nächsten Mai.

Refrain: Spargel altbekannt.....


 

Neuer Kinderspielplatz  im Baugebiet „Im Rod“.

 

Im Juni 1996 wurde im neuen Baugebiet „Im Rod“ ein neuer Kinderspielplatz übergeben, der aus offiziellem Munde „als der schönste Spielplatz in Nauheim“ bezeichnet wurde. Die Kosten beliefen sich auf rund 65.000 DM für rund 800 qm Spielfläche. Über die Gestaltung des Spielplatzes kam es  immer wieder zu neuen Vorschlägen, sagte die Planerin. Dies sei auch der Grund, warum von der Auftragsvergabe der Planung bis zur Einweihung genau 2 Jahre, 4 Monate und 29 Tage vergangen sind.

 

Ein Bürgerbüro für Nauheim.

 

Am 1. Juli 1996 wurde im Rathaus in der Weingartenstraße ein Bürgerbüro  eröffnet. Damit erfüllte sich für Bürgermeister Fischer ein besonderer Wunsch. Schon einige Zeit versuchte er, mit einem Bürgerbüro in Nauheim mehr „Bürgernähe“ zu praktizieren.

 

Er fuhr in andere Gemeinden, um sich durch Besichtigung solcher Einrichtungen ein Bild über Art und Funktion eines Bürgerbüros zu  machen, um diese Erkenntnisse in Nauheim umsetzen zu können. Schon am 27. Januar 1995 hatte die FDP im Gemeindeparlament, Vorgaben für die Errichtung eines Bürgerbüros eingebracht und damit beim Bürgermeister offene Türen eingerannt. Als dann am 1. Juli 1996 das Bürgerbüro voller Stolz vom Bürgermeister eröffnet wurde, war dies das erste dieser Art im Kreis-Groß-Gerau. Wieder einmal war es die Gemeinde Nauheim, die Beispielhaftes im Kreis vorführte.

 

In einem Pressebericht von dem bekannten, für Nauheim zuständigen  Redakteur des Rüsselsheimer Echo, Rainer Beutel, lesen wir in der Schrift:

„Nauheim - Die Gemeinde stellt sich vor“ in der Ausgabe 1998 unter der Überschrift:

 

„Nahtstelle zwischen Bürgern und Verwaltung“

 

Der Treffpunkt im Südflügel des Rathauses ist sicher auch ein Ort der Kommunikation.Aber in erster Linie ist es ein Zentrum effektiver Arbeit und vielfältigem Service für Bürger,Menschen , die in Nauheim etwas von der Verwaltung brauchen oder wollen ,steuern zuerst das „Bürgerbüro „ an. Und in den meisten Fällen reicht das auch.Denn ob sich jemand neu anmeldet, eine Auskunft aus dem Gewerberegister braucht, ob der Personalausweis zu verlängern ist, oder man ein polizeiliches Führungszeugnis braucht, vielleicht eine andere Steuerklasse auf der Lohnsteuerkarte eingetragen werden muss- bitteschön, dies alles und noch mehr wird in Nauheim in einem einzigen Raum erledigt.

Schnell ,problemlos, unbürokratisch.

Als das Bürgerbüro eröffnet wurde ,war es seinerzeit das Erste dieser Art im Kreis Groß-Gerau. Es ist zu finden, wo früher das Trauzimmer der Gemeinde war. Wer den Rathauseingang unter dem Sitzungssaal nimmt, kann es nicht verfehlen. Mittlerweile gibt es einige Nachahmer. Denn es hat sich herumgesprochen, dass es der Gemeinde gelungen ist, “die Bürgerzufriedenheit zu erhöhen und noch mehr Bürgernähe zu praktizieren“, wie es Bürgermeister Fischer ausdrückte. Die Serviceleistung ist mannigfaltig. Die Nauheimer können sich beispielsweise den Bescheid für die Wasser-, Müll- und Abwassergebühren erklären lassen. Sie kriegen im Bürgerbüro  Eintrittskarten für Veranstaltungen in ihrer Gemeinde. Sie können sich eine extra Mülltonne bestellen. Wer etwas verloren hat, sollte auch im Bürgerbüro nachfragen. Vereine, die ein Jubiläum feiern und die Sperrzeit verkürzt haben wollen , sind dort am rechten Ort.

Wenn Ausländer eine Aufenthaltsbescheinigung benötigen – hier werden sie bedient. Und sogar für die Wehrerfassung ist das noch junge Amt zuständig.

 

Wegen der Vielfältigkeit braucht man gut ausgebildete Mitarbeiter und eine leistungsfähige EDV. Regine Schüßler, Angelika Lenhardt, Petra Könitz und Karlheinz Engroff sind die Mannschaft hinter dem Tresen im Bürgerbüro, die nahezu jeden Wunsch erfüllen kann. Sie wurde von der Gemeinde für ihre neue Aufgabe  extra geschult. Früher waren alle  in anderen Ämtern tätig. Jetzt ist auch ihre Arbeit abwechslungsreicher und interessanter. Noch eine Feststellung: Markenzeichen des „Bürgerbüros“ sind Hilfsbereitschaft und Freundlichkeit. — So was freut die Leut.

 

Mit folgender Passage warteten bei der Kerb 1996 die Kerbeborsch im Kerbespruch

auf:

                                                       Das Bürgerbüro.

 


Bürgernähe liebe Leit

wird viel propagiert jo heit

doch meistens isses – nit übbertribbe

beim Lippebekenntnis ach geblibbe

 

In  Nau‚m doch- ihr Leit gebt acht

was de Fischer sagt- er donn ach macht

so hot er schun vor Jahresfrist

e Bürgerbüro versproche- wie ihr wisst

fers Bürgerbüro –glaabt es mir

gabs einen „Tag der offenen Tür“

un jeder Bürger groß und klein

konnte gucke da hinein

und bekam- so wie mers nennt

ach noch dezu etwas geschenkt.

 

So moncher fragt-ich mach koon Spass

Bürgerbüro? Was issn das ?

dem gebb ich hier gleich en Tipp

jetzt uff de Weg noch mit:

„Frog nit so dumm-geh ins Rathaus schnell

un lass der‚s  dort erkläre – gell“

 

 

Täglich in de Früh- halb acht

werds Bürgerbüro uffgemacht

du werst bedient gleich un berate

un brauchst nit long im Gong zu warte.

 

Von der Wiege bis zur Bahre

Formulare-Formulare

so musste moncher Bürger hier

im Rathaus vun de one zu de onner Tür

dess bedeitet oft zeituffwand

wenn mer die Zuständigkeit hot nit gekannt

 

Heit iss dess alles jo passe‚

im Bürgerbüro –du werst seh‚

wird alles prompt erledigt gar

vun de Mitarbeiter die stets da.

für den Bürger-so wird unkompliziert

Bürgernähe praktiziert

 

Die Moral vun der Geschicht

brauchst Wartezeite im Rathaus nicht-

nur de Bojemoster- dess iss klar

iss Dunnerstags fer die Bürger da

willst zu ihm-biste gut berate

mach en Termin-un du brauchst nit zu warte.


 

Verein FUN gegründet.

Am 14.Mai 1996 wird im „Bürgertreff“ der Verein FUN, Freundschaft unter Nationen gegründet

Wieder großes Lob für die Nauheimer bei der Müllvermeidungsstatistik

Wieder großes Lob  erhielten die Nauheimer für ihren guten Platz in der Müllvermeidungsstatistik.1995 habe jeder Nauheimer 144 Kilo Hausmüll produziert.

Dieser Durchschnittswert liegt deutlich unter den Angaben für andere Kommunen der Region. So kommen die Raunheimer auf 295 Kilo pro Person , die Treburer auf 257,und die Büttelborner jedoch nur auf 138 Kilo pro Person. So liegt Nauheim ,

zumindest beim Hausmüll unter dem Schnitt des Kreises mit 198 Kilo pro Einwohner.

Bei der Papiereinsammlung nimmt die Gemeinde ebenfalls eine Spitzenposition ein. Der Schnitt im Kreis liegt bei 69 Kilo pro Person, wobei Nauheim jedoch nur auf 69 Kilo pro Person kommt, was immerhin einer Gesamtmenge von 886 Tonnen entspricht. Für das Altpapier kassiert die Gemeinde  maximal 50 DM pro Tonne .In Spitzenzeiten waren es sogar 250 Mark die es gegeben habe. Um jedoch kostendeckend zu arbeiten, müsste die Gemeinde mindestens  200 DM pro Tonne erhalten. Ebenso gute Werte erreichen die Nauheimer auch bei der Altglassammlung. So habe jeder Einwohner 1995- 36 Kilo vom Hausmüll abgetrennt und in die Container geworfen, insgesamt waren es 380 Tonnen. Kreisweit kamen 32 Kilo pro Person zusammen. Unter dem Kreisdurchschnitt liegt Nauheim auch beim biologischen Müll, der in den Biotonnen gewogen wurde. Dabei seien nur 89 Kilo pro Person, insgesamt 934 Tonnen insgesamt zusammengekommen.

2. Kinder- und Jugendfest in Nauheim

Das  2. Kinder- und Jugendfest am Sonntag, dem  15. September, stand unter dem Motto:“ Auf die Kinder kommt es an“. Wieder war der Nauheimer Ortskern  zu einem großen Spielplatz geworden .Die Kinderbeauftragte Anne Dammel  und ihr Stellvertreter Lothar Marx, sowie rund 20 Vereine und Institutionen, haben sich für das Kinderfest allerhand einfallen lassen. Zwischen Heimatmuseum, den Fachwerkhäusern,  dem alten Rathaus, der Grundschule und der

Georg Schad-Halle tummelten sich etliche hundert Buben und Mädchen. Das Programm, das man den jüngsten der Gemeinde bot schien schier unerschöpflich,

sodass ein junge schwärmend sagte: „So was müsste es jede Woche geben“.Mehrere Nauheimer Vereine waren es die an dem Fest mitwirkten, so die SKV, der TV, die DLRG, die Kerbeborsch, der Heimat –und Museumsverein, sowie die Jugendfeuerwehr. Sie alle nutzten die Gelegenheit sich bei der 7-stündigen Veranstaltung zu präsentieren, neue Mitglieder zu werben oder einfach gar um nur dabei gewesen zu sein. Es ist schon erstaunlich welche Energie und Freude die Kinderbeauftragten bei der Planung und Durchführung des jährlichen Kinderfestes aufbringen.

Die Schulden der Gemeinde im Vergleich

Im September 1996 berichtet die Tagespresse  über die Schulden einiger Gemeinden im Kreis Groß-Gerau.  Es wurde ein Vergleich zwischen den GemeindenTrebur- Bischofheim, Rüsselsheim, Nauheim, Ginsheim Gustavsburg und Raunheim aufgestellt. Dieser Vergleich sieht folgendermaßen aus:

Trebur  hat einen Schuldenstand pro Kopf der Bevölkerung, bei 11.698 Einwohnern, von 58,18 DM/Einwohner.

Bischofsheim mit 12.862 Einwohnern                           = 1.150,40 DM /Einwohner

Rüsselsheim mit 60.236 Einwohnern                             = 1.160,74 DM /Einwohner

Nauheim mit 10476 Einwohnern                                      = 1.242,51 DM / Einwohner

Ginsheim Gustavsburg  mit 15.102 Einwohnern         = 1.767,49 DM/ Einwohner

Raunheim mit  11684 Einwohnern                                   = 1.954,64 DM/ Einwohner.

Aus dieser Statistik entnehmen wir, dass jedenfalls  die Gemeinde Trebur

mit einer Verschuldung von nur 58,18 DM pro Einwohner fast an der Spitze der Spitze des Landes Hessen, mit dem niedrigsten Schuldenstand, steht. Auch ist festzustellen, dass die Gemeinde Nauheim immerhin einen guten Mittelplatz einnimmt.

50- Jahre Arbeiterwohlfahrt Nauheim

Am Sonntag ,dem 27. Oktober 1996, feierte die Arbeiterwohlfahrt, unter Ihrem Vorsitzenden Heinrich Baier, ihr 50-jähriges Jubiläum. Im Mittelpunkt der Jubiläumsveranstaltung stand jedoch die Ehrung der Jubilare. So würdigte der Vorsitzende die Verdienste von 11 Männern und Frauen, die unter der Führung von dem damaligen Vorsitzenden August Wedel, seit 1946 versuchen, denjenigen zu helfen deren Not größer war als die eigene. Nach Ende des 2. Weltkrieges, so sagte Baier, führten Elisabeth Arnold, Wilhelm Becker, Friederike Dammel, Margarete Gerlach, Georg Kämmerer Max Krimme, Eugen Luley,  Anna Stelzer  und Horst Roth den 1919 entstandenen Gedanken von Solidarität und Freiheit auch in Nauheim ein.

Alles was Rang und Namen hatte war zur Feier in die SKV-Halle gekommen. In ihren Grußworten betonten alle Gäste wie wichtig es sei in der heutigen Zeit einen Verein zu haben, der sich nicht dem Egoismus sondern dem Gemeinwohl verschrieben habe. Vorsitzender Baier bemängelte das Interesse  von jungen Menschen an dem Verein. Dies werde im Mitgliederspiegel besonders deutlich. Von den nicht ganz 100 Mitgliedern sei kein einziges Mitglied unter 30 Jahren dabei. Das Gros der Mitglieder ist über 71 Jahre und nur 18 Mitglieder sind unter 50 Jahren. Umrahmt wurden die Feierlichkeiten vom SKV-Blasorchester und einem Männergesangsquartett aus Massenheim. Auch die Seniorengruppe der SKV half den Nachmittag zu verschönern. Den Prolog zum AW-Jubiläum sprach Martina Nußbickel.

Die Kommunalwahl 1997 wirft ihre Schatten voraus.

Es ist Oktober 1996 und die Parteien rüsten sich jetzt bereits  für die 1997 anstehende Kommunalwahl. Die SPD steckt sich als Ziel 1997 wieder stärkste Fraktion zu werden, wobei Magistratsdirektor Norbert Wagner wieder das Amt des 1. Beigeordneter anstrebt. Spitzenkandidat bei der SPD ist der Parteivorsitzende  und Tech. Angestellte Horst Glotzbach. Er sei Optimist und rechne mit 40 % der Stimmen.1993 erzielte die SPD 34,9 % und errang als stärkste Fraktion 13 Mandate.

Auf der Liste auf Platz 2 folgt sodann der Gemeindevertetervorsteher und der

Techn. Angestellte Jürgen Schade. Auf Platz 3 finden wir die Bürokauffrau Ilse Jung, gefolgt von dem Fraktionsvorsitzenden und Techn .Angestellten Walter Hermann.

Die Liste der Sozialdemokraten für die Wahl 1997 hat insgesamt 69 Namen. Für die potentiellen Beigeordneten folgen hinter Norbert Wagner, Heinz Kuhlmann, Hanno Noll  ,Alfred Geyer und Trude Geis.

Der langjährige Gemeindevertreter und SPD –Fraktionschef und Ortsvereinsvorsitzende Alfred Geyer legte im Juni 1996 aus Gesundheitsgründen sein Mandat nieder. In der Kommunalpolitik hat er sich große Verdienste erworben.

Am Montag, dem 2. September 1996,verstarb, nach sechsjähriger Tätigkeit im Gemeindevorstand,  der Sozialdemokrat Werner Reitz

Die Nauheimer CDU tritt mit Oberstleutnant a.D.Hans-Joachim Brugger als Spitzenkandidat an. Auch sie rechnet damit, als erklärtes Wahlziel, stärkste Fraktion im Parlament zu werden.

Auf der vorderen Plätzen der CDU Liste finden wir außer Hans.-Joachim Brugger, den Ortwin Lempert,  als die unbestrittene Nummer 1  bezeichnet, sehr engagiert sei und dem Bürgermeister als Beigeordneter  den Rücken frei hält und er auch viel im Verborgenen wirkt.

Als  2. folgt auf der Liste der leitende Angestellte Peter Ziemainz  der ,wie ebenfalls Ortwin Lempert berichtet, einen Bekanntheitsgrad von 99 % habe. Ziemainz sei dynamisch, hart und bisweilen auch zynisch. Den dritten Platz nimmt die ehemalige Gemeindeschwester Rentnerin Helga Rode ein, die in der CDU die „Nauheimer Mutter Theresa“ genannt wird. Dipl. Ing. Ortwin Lempert selbst belegt als erfahrener langjähriger Kommunalpolitiker Platz 4 auf der Liste ,die insgesamt 59 Bewerber zählt. Als neue Kandidaten wurden Ursula Ackly,(Platz 6)Ursula Steinmann(Platz 13) und Thorsten Steinrücken  (Platz 12) auf aussichtsreichen Plätzen plaziert.

Bei der örtlichen FDP stehen bewährte Kommunalpolitiker wie Maschinenbau-Ing.Heyko Wörner als Spitzenkandidat, auf Platz 2 Dipl. Ing. i.R. Elke Weidlich und auf Platz 3 Kauffrau Helga Stadler und auf Platz 4  Statiker Thomas Springsguth.Auf Platz 6 folgt dann ein Newcomer mit dem Namen Peter Low, ein EU-Bürger.

Der bekannte ehemlige Vorsitzende der CDU-Fraktion,Rentner Winfried Pfilipp, findet man auf Platz 8 der Ltste. Auch die Nauheimer FDP ist fest davon überzeugt, dass sie bei der nächsten Wahl wieder einen Stimmenzuwachs verzeichnen kann, um so zwischen den Blöcken ausgleichen zu können.

Die“Freie Liste Nauheim“ (FLN) wird angeführt von dem Bauingenieur Willi Huster, gefolgt von  dem Verkehrsleiter Claus Däwes, ehemaliger Vorsitzender des CDU-Gemeindeverbandes,  der Hausfrau Ellen Gauer und dem seitherigen Gemeindevorstandsmitglied  Studienrat Wolfgang Schmall.Die Liste der FLN besteht aus insgesamt 9 Bewerbern.

In ihrem Flugblatt zur Kommunalwahl stellt die FLN besonders heraus, dass es mit ihnen menschlicher in der kommualpolitik geworden sei. Während es noch in den Legislaturperioden bis 1993 üblich war ,sich persönlich zu beschimpfen und zu diffamieren, sei die FLN angetreten dies nicht mitzumachen. Kein Fraktionsmitglied der FLN hätte, im Gegensatz zu gelegentlichen Entgleisungen der anderen Parteien, je ein Parlamentarier persönlich angegriffen, stattdessen hätten sie immer sachlich argumentiert.

Die Liste 3 , die Grünen  wird angeführt von dem Simulatortechniker Reinhard Seiler, gefolgt auf Platz 2 von der Lehrerin Karin Otte. Auf Platz 3  und 4 der 12 Namen umfassenden Liste finden wir  den Informatiker Michael Wagner-Straub und den Kaufmann Siegfried Bartusch. Dipl.Ing. Dietrich Ott, der evtl. das Amt eines Beigeordneten, das er auch schon jetzt innehat, anstrebt ist erst auf Platz 8 der Grünenliste zu finden.

Der Haushaltsetat 1997

Am 13. Dezember 1996 hat das Parlament den Haushalt 1997 wie folgt beschlossen.

Verwaltungshaushalt:   = 25.810.875 DM in den Einnahmen und

                                              = 26.957.944 DM in den Ausgaben

dies bedeutet für den Verwaltungshaushalt ein Defizit von 1.147.069 DM

Der Vermögenshaushalt:  =  4.113.300 ,- DM in den Einnahmen

4.113.300.-  DM in den Ausgaben

Als besondere Maßnahmen des Jahres 1997 ergeben sich folgende nennenswerte

Ausgaben :

Anschaffung von Fahrzeugen für den Feuerschutz:          423.000 .- DM

Einrichtung Jugendbahnhof                                                         65.000.-  DM

Erweiterung der Scaterbahn auf dem Sportplatz                  35.000.-  DM

Kleinschwimmbecken Hegbachsee-Belagerneuerung       29.730.-  DM

Neuaufstellung des Landschaftsplanes                                 120.000.-  DM

Fuß- und Radweg an der L 3482 mit Beleuchtung               151.000 .- DM

Neubau von Fußgängersicherungsanlagen                           100.000.- DM

Sanierung Pumpstation „Alte Mainzer Straße“                  1.000.000.- DM

Abwasserbeseitigung                                                                      67.000.- DM

Erweiterung des Urnenhains auf dem Friedhof                       67.000.- DM

Umbau des Bahnhofs in einen Jugendbahnhof                     264.000.- DM

Überdachte Fahrradständer für den Bahnhof                          29.000.- DM

Für die Tilgung von Krediten                                                       964.500.- DM

Weitere interessante Zahlen aus dem Haushaltsplan 1997.

In Nauheim leben mit Datum 30. Juni 1996 insgesamt: 10.738 Einwohner,

davon sind 5830 männlich und 5.358 weiblich, ledige: 3889, verheiratete: 5.615,

verwitwet: 726 geschieden: 508 evangelisch: 4121 katholisch: 2980 Sonstige: 3634.

Wissenswertes-kurz berichtet.

Serenadenkonzert vor dem alten Rathaus.

Am 3. September1996,findet wieder das sehr beliebte,vor dem „Alten rathaus ,in romantischer Umgebung,abgehalteneSerenadenkonzert des Musikvereins Nauheim statt.

Defizit im Nachtragshaushalt.

Am 20. September legte Bürgermeister Fischer dem Parlament den Nachtragshaushalt 1996 vor und musste erläutern warum insgesamt 

1,8 Millionen beim Nachtragsetat, der insgesamt ein Defizit in dieser Höhe ausweist,  fehlen.

Junge fällt vom Hochhaus.

Am 20.Oktober 1996 stürzt ein dreijähriger Junge aus dem 8. Stock der Hochhäuser und  überlebt wie ein Wunder diesen Sturz.

Überfall auf den LEDI-Markt.

Bei einem Überfall auf den Ledi- Markt werden 13000.- DM erbeutet. Die Täter konnten nach mehrmaligen Einbruch in den Folgejahren noch immer unerkannt entkommen.

Seniorenfahrt 1996

Die Seniorenfahrt ,am 10. September 1996 ging in diesem Jahr nach Lorsch/Bergstraße.

1997

Die Bürgerpreise 1996.

Für ihre ehrenamtliche Tätigkeit,im Dienste für hilfsbedürftige Menschen und im Bereich der Kultur, wurden auch zu Beginn des Jahres 1997 wieder die Bürgerpreise verliehen. Die Benennung der Bürgerpreisträger erfolgt auf Beschluss des Gemeindevorstandes, anhand der eingerichten Vorschläge aus der Bevölkerung oder den Vereinen, bei der Gemeinde. Für das Jahr 1996, wurden jetzt zu Beginn des Jahres 1997, anlässlich des Neujahrsempfanges , die Bürgerpreise an folgende Bürger verliehen:

Dem Dirigenten des Musikvereins Nauheim, Karl-Heinz Kühnl,

dem Dirigenten des SKV-Blasorchesters  Peter Schmidt,

Frau Karin Bretzel für ihre ausgezeichnete ehrenamtliche Tätigkeit beim TV 88/94.

Den Gruppenpreis erhielt der Verein der DLRG Nauheim/Trebur mit ihrem Vorsitzenden Wolfgang Glotzbach und den

Jugendpreis erhielt Frau Marie Luise Mierich für die Swing-Kids.

Gemeinde unterstützt Firmen bei der Azubi-Ausbildung.

Durch die ,zunächst sehr umstrittene Initiative der CDU-Fraktion im Jahre 1997 im Gemeindeparlament, haben jetzt 5 Auszubildende einen Vertrag erhalten ,zu dem die Gemeinde Nauheim  2.400.- DM im Jahr den Ausbildungsbetrieben zuschießt. Anlass hierzu war die desolate Situation auf dem Ausbildungsmarkt. Daraufhin schuf eine Firma gleich 2 Lehrstellen und drei andere Betriebe nahmen je einen Azubi in die Ausbidung. Nach dem Beschluß der Gemeindevertretung soll sich die Förderung auf längstens 4 Jahre erstrecken. Die CDU wollte mit ihrem Antrag,“Anreize über das normale Maß hinaus“ schaffen und die SPD erkannte eine „kleine Geste“ die dem Lehrstellenmarkt helfen könnte. Die Gemeinde, so hieß es „müsse flexibel bleiben“.Auch mit den Lehrstellenplätzen in der Gemeindeverwaltung versuchte man in vergangenen Zeiten etas für den Arbeitsmarkt zu tun. Seit 1991 hat die Gemeinde insgesamt 15 Auszubildende eingestellt, wobei gegen Ende der achtziger Jahre keine keine neuen Lehrstellen geschaffen wurden.

Die Ergebnisse der Nauheimer Kommunalwahl.

Bei der am 2. März 1997 stattgefundene Kommunalwahl wurden folgende Ergebnisse erzielt:

Wahlberechtigt waren 7.691 Bürger –gewählt haben : 5499 Bürger  = 69,1 %

Ungültig waren: 184 Stimmen = 3,3 % Gültig waren: 5315 Stimmen  =  96,7%

Dies bedeutet, dass die Wahlbeteiligung gegenüber 1993 um 3,7 % niedriger lag.

Partei:                   Stimmen        %      Gewinn /Verlust     Sitze

CDU                       1.894                              35,6              + 4,1 %              13

SPD                        1.944                              36,6              +1,7 %               14

Grüne                       690                              13,0               - 0,6%                  5

FDP                           298                                 5,6              - 5,0 %                  2

 FLN                          489                                 9,2              - 0,2 %                  3

Bei den Ergebnissen in den einzelnen bekannten Wahlbezirken konnte nur in der Schwanenstraße die CDU (35,8%) die SPD (29,9%) übertreffen. Der stärkste Wahlbezirk für die SPD war wieder in der Weingartenstraße, wo sie mit 45,5 % das beste Ergebnis einfuhr. Für die Grünen war der beste Wahlbezirk im Ochsengrund wo sie 18,8 % der Stimmen holen konnten, gefolgt von der Schwanenstraße mit 13,8%, wo die FDP ihr bestes Ergebnis mit 9,0 erreichte. Auch die FLN erreichte in diesem Wahlbezirk mit 11,5 % ihr bestes Ergebnis, gefolgt mit dem Wahlbezirk des alten Rathauses mit 10,2 %.

Damit war mit einem Gewinn von 4,1 % ,die CDU Nauheim Gewinner der Wahl, obwohl sie ihr Ziel stärkste Fraktion zu werden, nicht erreichte. Die Sozialdemokraten die nur mit 1,7 % Zuwachs wieder stärkste Fraktion blieben, konnten jedoch das vom Parteivorsitzenden Horst Glotzbach  gewünschte Ziel mit

40 % der Stimmen nicht erreichen.

Bei der gleichzeitig stattgefundenen Kreistagswahl wurde in Nauheim wie folgt gewählt:

Partei:      Prozent:      Stimmen

CDU =        34,0%           1.822

SPD =        38,1 %            2.044

Grüne =       3,1%                701

FDP =           5,0 %               270

WG =            3,6 %               191

REP =           5,7 %               306                  

DKP=            0,5 %                 25

Interessant bei dieser Wahl ist, dass die Republikaner in Nauheim einen Stimmenanteil von 5,7 % erhielten. Auch im ganzen Kreis gesehen,erzielte die REP

einen beachtlichen Wahlerfolg und zog in das Kreisparlament ein.

Konstituierende Sitzung des Gemeindeparlamentes.

Am 18. April 1997 fand sodann die konstituierende Sitzung des Gemeindeparlamentes statt, wobei sich die Zusammensetzung des Parlamentes

nur unwesentlich veränderte. Anstelle des seitherigen 1.Beigeordneten Hans Joachim Brugger (CDU)wurde jetzt Norbert Wagner (SPD)in dieses Amt gewählt.

Gemeindevertretervorsteher war mit der Wahl von Jürgen Schade der Alte geblieben, der damit weiterhin „Erster Bürger der Gemeinde“ bleibt.Als seine Stellvertreter wurden Ortwin Lempert (CDU),Reinhard Seiler (Grüne), und Heyko Wörner (FDP) gewählt. Bei der Wahl des Gemeindevorstandes ergaben sich 2 Listen, nämlich SPD/Grüne auf der einen Seite und CDU/FLN auf der anderen Seite.

In den Gemeindevorstand wurden weiterhin gewählt:

Von der SPD: Heinz Kuhlmann und Hanno Noll,

von der CDU: Hans-Joachim Brugger und Franz Meier,

von den Grünen: Dietrich Ott,

und von der FLN: Wolfgang Schmall.

Die FDP konnte keinen Sitz im Gemeindevorstand bekommen.

Nachdem der Bürgermeister die Beigeordneten ins Amt eingeführt hatte ,leisteten diese den Amtseid der Gemeinde Nauheim treu zu dienen.

Gleichzeitig wurde der seitherige Beigeordnete Winfried Philipp(FDP) von Bürgermeister Fischer verabschiedet.

Aufgrund der Wahlen in den Gemeindevorstand rückten folgende Bewerber in das Parlament nach:

Für die SPD:  Alfred Geyer, Erdmute Michael Schade und Trude Geis,

für die CDU: Jürgen Launspach und Patricia Emmel.

Neulinge im Parlament sind:

Für die SPD: Marlies Chawlinski, Dieter Roski, Sabine Opper, EU-Ausländer Pietro Radosti, Wilhelm Sprenger.

Für die CDU: Ursula Ackley, Thorsten Steinrücken, Ursula Steinmann, Jürgen Launspach und Patricia Emmel.

Für die Grünen : Siegfried Bartusch.
Ebenfalls neu im Parlament sind Alfred Geyer und Ilse Jung, die jedoch schon einmal

Gemeindevertreter waren ,sowie der neue SPD-Abgeordnete Hanno Noll, der ebenfalls schon eine gehörige Portion Routine mitbringt, und schon unter anderem von 1989 bis 1993 Gemeindevertretervorsteher war.

Mit dieser Mannschaft von 31 Gemeindevertretern geht nun die Gemeinde Nauheim

Ins neue Jahrtausend, da die nächsten Kommunalwahlen erst im Frühjahr 2001 stattfinden.1999 jedoch steht wieder die Direktwahl des Bürgermeisters an, wobei es sich entscheidet ob Helmut Fischer es ist, der die Gemeinde ins neue Jahrtausend führt. Zur Unterstützung des Parlamentes und der Vorbereitung von Beschlüssen wurden folgende Ausschüsse gebildet:

Haupt- und Finanzausschuss, der Bau- und Planungsausschuss der Sozialausschuss, der Kultur- und Sportausschuss ,und der Umweltausschuss.

Als neuer Ausschuss wurde in der konstituierenden Sitzung der „Feldchenausschuss“ ,der sich ausschließlich damit befassen soll wie die

33.000 qm große Freifläche im Feldchen ,dem „Filetstück der Gemeinde“ bebaut werden soll. Wie seither bestehen die Ausschüsse aus 7 Mitgliedern.

Bereits wieder „Nauheimer Verhältnisse „ bei der 1. Sitzung.

Kaum eine Stunde war die neue Gemeindevertretung gerade alt, als bereits wieder neuer Streit ausbrach, als die Redebeiträge von heftigen Attacken und Vorwürfen

geprägt waren. Dabei ging es um die Anlehnung der SPD an die Grünen. Anlass dazu war die Wahl der Beigeordneten und den dazu vorher geführten

Fraktionsgesprächen. So entdeckte Ortwin Lempert in der Listenverbindung der SPD mit den Grünen „2 Traumpaare“. Gemeint hat er damit Hanno Noll (SPD) und Frank Koch (Grüne) sowie Alfred Geyer(SPD) und Dietrich Ott (Grüne),wobei die genannten in jüngerer Vergangenheit wegen Meinungsverschiedenheiten  gegeneinander gerichtlich vorgegangen seien. Den Sozialdemokraten warf Lempert vor, sie seien bei den Verhandlungen weniger an Sachfragen,als vielmehr an der Vergabe von Posten interessiert gewesen. So deute die rot /grüne Listenverbindung auf einen Zweckverband hin, der versuche die gemeindliche Entwicklung „zu verhindern und zu blockieren“. Damit sei die SPD eine „verhängnisvolle Verbindung eingegangen, die ihren Abstieg nicht mehr aufhalten kann“. Dieser ganze Streit entzündete sich an der Tatsache, dass es der SPD gelungen ist mit den Grünen gemeinsam den 1.Beigeordneten Norbert Wagner durchzubringen, der damit den seitherigen Hans –Joachim Brugger, ablöste. Horst Glotzbach (SPD) warf der CDU wiederum vor, mit ihren Redebeiträgen die Atmosphäre zu vergiften und die CDU verhalte sich dreist, scheinheilig und beschämend. Fraktionsvorsitzender Hermann beschuldigte die CDU gar für die finanzielle schlechte Lage der Gemeinde verantwortlich zu sein und der Bürgermeister sei im Wahlkampf parteiisch gewesen und habe gegen Rot/Grün Stimmung gemacht. Auch Redner der FDP und der Grünen wiesen die erhobenen Vorwürfe der CDU zurück.

Der Nauheimer Regionalpark

Seit dem Monat März 1997 befasst sich die Gemeinde Nauheim zusammen mit dem Umlandverband Frankfurt mit dem Thema Regionalpark“ rund um den Flughafen“.Die Gemeinde ist nach intensiven Beratungen der Regionalpark RheinMain SüdWest GmbH beigetreten, die die Realisierung beschlossener Projekte verfolgt.

Doch was ist der Regionalpark?

Der Regionalpark durchzieht die Freiflächen der regionalen Grünzüge des Verdichtungsraumes Rhein-Main und bildet ein Netz,das den Main als eine seiner Hauptachsen einbezieht und die Freiräume der Region verbindet. Der Regionalpark trägt dem steigenden Erholungsbedürfnis der Regionsbewohner Rechnung, wirkt lenkend auf die Besucherströme und verschafft den übrigen Naturräumen Schonung.Die Gestaltung des Regionalparks nimmt auf die jeweils örtliche Geschichte Bezug, wobei die Landwirtschaft Partner im Regionalpark sein soll. Das Kulturwissen und die Landbewirtschaftung und Viehhaltung soll zusammen mit den Landwirten gepflegt werden.Wegbegleitende Pflanzungen leisten einen Beitrag zur Biotopvernetzung und bilden ein Gerüst zur sinnvollen Bündelung von Ausgleichsmaßnahmen.

Wie stellt sich der Regionalpark für Nauheim dar ?

An der Route des Regionalparks liegt im Nauheimer Gebiet die Gemarkung „Sauunter am Blech“,die in die Regionalplanung integriert wurde.Nach und nach entsteht entlang des Rundweges ein, von landwirtschaftlicher Nutzung geprägter, Park. Seitens der Gemeinde wurde bereits der Waldwiesengraben renaturiert.In den lezten Monaten wurden, finanziert durch die FAG, erste Abschnitte der Pfanzungen realisiert.

Dazu gehören:

Eine Streuobstwiese,die Ergänzung von Pflanzungen, das Installieren von Klangkörpern,wobei die Musikinstrumentenfertigung Nauheims für diese Idee Pate stand.

So sind folgende Maßnahmen vorgesehen:

Eine Linde wird gepflanzt werden an deren Fuß eine Holzbank den Stamm umfassen wird,

ein Kleingartengebiet,das im Osten mit exotischen Bäumen eingefasst werden soll und einen Kräutergarten erhält ,ist geplant,

mit aufgebrachten Steinschüttungen soll Lebensraum für Kleinlebewesen geschaffen werden,

es sollen Sitzgelegenheiten ,sowie 5 Klanginstrumente,die von Bäumen eingefasst, den Rundweg entlang des Lärmschutzwalls zu einem Erlebnis werden lassen, installiert werden.

Die Klanginstrumente sind Wegstationen um die Spaziergänger zur Klangerfahrung zu ermuntern.Mit der Anbringungung der Klangkörper will die Gemeinde Nauheim als Musikgemeinde das Thema:“Musik- Klang“ aufgreifen. Als Klangkörper vorgesehen sind:

Ein Lithophon,bei dem sich durch Anschlagen von massiven schweren Granit mit einem Gummihammer Klangvariationen und Harmonien ergeben,

eine Klangsäule, die Ähnlichkeit mit einer großen Stimmgabel hat,wobei ein Stein bis auf 2/3 Höhe eingeschnitten ist und somit in Schwingungen gebracht werden kann,

ein großer Summstein, hier ist die eigene Stimme ein faszinierendes Hör- und Fühlererlebnis, wobei man den Kopf in die Aushöhlung des riesigen tonnenschweren Findlings steckt,

ein Dendrophon,das ein übergroßes Xylophon darstellt und aus einheimischen Holzarten gefertigt ist,

und ein Gong,der aus einer handgetriebenen Metallplatte besteht,die durch das Treiben  innere Spannung erhält, durch deren Veränderung der Gong gestimmt wird.

(die Textdarstellung ist einem Flyer der Gemeindeverwaltung Nauheim über den Regionalpark entnommen.)

Im Kerbespruch 1997 heißt es hierzu:

 

                                                    Der Regionalpark


 

Im Umlandverband Rhein Main

dut sich monches ungemein

en Regionalpark riesig-groß

rund um Fronkfurt -gonz famos.

 

Unser Gemoo stellt mit die Weiche

Regionalpark ja-will domit zeige

wie schee doch unser Nau‚m iss

un macht do mit- dess iss gewiss.

 

Genau iss Kooner do im Bilde

was führt mer mit dem Park im Schilde

er soll -so dut mer resümiern

uns mit de Landschaft indentifiziern.

 

Die Vorstellunge- so wie ich lies

sin merkwürdig -traumhaft-ein Paradis

do wär vor allem zu erwähne

Wassermusik mit Fontäne

mit Mondleuchte om Hegbachsee

un Klangharfe ach - also traumhaft schee.

 

 

Entlong em Waldwiesegrabe- mer sinniert

wird en Musikweg installiert-

uff em Müllberg find mer nur

gelbe un weiße Steinklee mit Hochstaudeflur

im Seichböhl drausse werrn -wie mer sagt-

Wildstreife aus Mohn-un Kornblume gemacht.

 

Die Verwerklichung noch in weiter Ferne-

alles liegt noch in de Sterne

bis jetzt ihr Leit hot mer mit Bedacht

alles nur mol ogedacht

doch werd es eines Tages wahr

wärs in Nau´m wie im Märchen gar.

 

 

 

 


Das DGB-Ortskartell  Nauheim  hat sich aufgelöst.

Jetzt im Monat April des Jahres 1997 wird bekannt, dass sich das DGB- Ortkartell, bereits vor einem halben Jahr, aufgelöst hat, wie jetzt der seitherige Ortskartellvorsitzende Gerhard Kunz, Personalratsvorsitzender der Gemeindeverwaltung, mitgeteilt hat. Es sei kein Gewerkschafter mehr bereit sich für das Ortskartell zu engagieren. Dies sei auch der Grund dafür, dass 1997 erstmalig in Nauheim keine Maifeier mehr stattfindet. Wie man aus Kreisen älterer Gewerkschafter jedoch erfuhr ist dies für eine Arbeiterwohnsitzgemeinde fast unmöglich ist. Besonders in der Zeit nach dem Krieg habe sich in Nauheim die Gewerkschaftsarbeit sehr profiliert. Eine aktive Gewerkschaftsjugend bestand und das Ortskartell veranstaltete jährlich den „Tag der Arbeit“ mit großem Aufwand.

Märsche der Gewerkschafter durch die Ortsstraßen mit Forderungen der Gewerkschaften zum 1. Mai  auf getragenen Transparenten und Kundgebungen auf dem Sportplatz oder dem Platz am Kastanienbaum mit Kinderbelustigungen und „Tanz in den Mai“ ,waren in all diesen Jahren von der Bevölkerung Nauheims  gut angenommen worden. Die Ortskartellvorsitzenden nach dem Kriege waren

neben Ludwig Daum, Georg Greim auch Hermann Reitz (11 Jahre) Walter Luft,Horst Roth, Alois Raunheimer und Brigitte Delp.

Die 9. Nauheimer Musiktage vom 3.5. bis 14.6.1997 und das Musikfest.

Die „9. Nauheimer Musiktage „ wurden in der Zeit vom 3. Mai bis zum 14. Juni 1997

veranstaltet und standen unter dem Motto: „50-Jahre Musikindustrie Nauheim“,

Die Eröffnung dieser Musiktage war am Samstag, dem 3. Mai. Zwei Busse mit 120 Gästen aus der Partnergemeinde Born waren angereist um gemeinsam mit den Nauheimern die Musiktage in der Jahnturnhalle zu eröffnen.

Die Musiker aus beiden Gemeinden kennen sich nun schon 25 Jahre, die sie  freundschaftlich verbunden sind. Auch Bürgermeister Swillens mit Gattin und einigen Beigeordneten war zur Premiere der Musiktage angereist, zumal Swillens ein begeisterter Oboe- und Saxophonspieler ist.
Als Vorsitzender des Musikförderkreises eröffnet, mit einer kleinen Ansprache, Andreas Gafke, den Abend und wies auf das umfangreiche Programm der Musiktage hin. In sechs Wochen, so führte er aus, werden 56 Orchester, Bands und Chöre mit etwa 900 Mitwirkenden, darunter Hobbymusiker und internationale Stars in Nauheim auftreten. Bürgermeister Fischer dankte Andreas Gafke und dem seit 1994 bestehenden Musikförderkreis für die geleistet Arbeit in der Vorbereitung dieser Musiktage. Als jedoch Fischer die Notwendigkeit der Errichtung einer Musikhalle in seiner Ansprache betonte brauste minutenlanger Beifall auf. Viele Gäste aus Wirtschaft und Politik waren gekommen um bei der Eröffnungsfeier der Musiktage dabei zu sein. Auch der Ehrenpräsident  des Bundesverbandes deutscher Musikinstrumentenhersteller, Horst Link ,war voller Lob für Nauheim und seine Musiktage. So sei die Gemeinde heute ein Musterbeispiel für das Neben- und Miteinander von Industrie und Kunst, auf die der Bundesverband mit Recht stolz sein könne. Die musikalische Eröffnung begann dann mit dem großen Frühjahrskonzert

des Streich –und Blasorchester des Musikvereins Nauheim. Die Gastvereine aus Born die „Harmonie Le-Union“ und das Trommlerchor Born gestalteten den weiteren Verlauf des Abends. Am Tag zuvor fand im Saalbau in Nauheim der Empfang der Borner Gäste durch den Musikverein statt. Im Laufe dieser Veranstaltung bedankte sich der Vorsitzende Peter Meinlschmidt für einen kurzen Rückblick auf die 25-Jahre währende Freundschaft mit der Harmonie Le-Union, Born, die von den damaligen beiden Bürgermeistern Jan Onland ,Born,und Hermann Reitz, Nauheim, in die Wege geleitet wurde. Mit einer großen Ehrenurkunde bedankte sich hierfür der Vorsitzende des Borner Vereins Martin Demandt bei Peter Meinlschmidt. Wilfried Ernst, der Vorsitzende des Nauheimer Verschwisterungskomitees, verwies in seinem Grußwort auf die gewachsenen Beziehungen und auf die Partnerschaft mit der französischen Gemeinde Charvieu-Chavagneux und sagte:“ vielleicht können wir ja einmal zu dritt feiern.“Das Programm dieser 9. Musiktage war anläßlich des 50. Jubiläums der Musikindustrie entsprechend vorzüglich gestaltet.So fand ein hessischer Landeswettbewerb „Jugend jazzt“ für Big-Bands,  mit einer Preisverleihung und einem Konzert der IKS-Big-Band, statt. Ein Open Air Konzert mit der Big –Band des hessischen Rundfunks unter der Leitung von Kurt Bong und den Solisten Ernie Watts und Ack van Rooyen, das 4. Musikfest und ein Jubiläumskonzert „50 Jahre katholischer Kirchenchor Nauheim“.

Das 4. Nauheimer Musikfest

Am  Sonntag, dem 8. Juni 1997 fand wiederum das schon zur Tradition gewordene 4.Musikfest ,das dieses Jahr im Rahmen der 9. Musiktage veranstaltet wird,statt.

Wiederum stand die Gemeinde Nauheim im Zeichen der Musik. Auf 4 Bühnen lockten über 40 Gruppen auf dem Friedrich Ebertplatz, vor dem alten Rathaus in der Bachgasse und der Schulstraße, die Nauheimer Bürger an. Zehn Stunden dauerte das Musikfest, das die Menschen, auch viele von auswärts, mit Folklore, Jazz. Rock und Pop anlockte. Doch niemand konnte alles miterleben ,so groß war das Angebot. Auch Schlemmermäuler kamen wieder voll auf ihre Kosten. So gab es in der alten Mühle, Austern, geräucherter Lachs , Pasteten guten Wein  und Champagner. Wem dies zu teuer war, der konnte sich, an den von den Vereinen aufgestellten Buden und Ständen, mit Gegrilltem, Bratwurst, Fleischwurst , Fassbier, Pfannkuchen usw, versorgen. Auch dieses Musikfest, veranstaltet von dem Musikförderkreis, war wieder ein voller Erfolg für Nauheim.

Doch bereits am Samstag, dem Tag vor dem Musikfest, fand auf dem Feldchen,

eine vom Hessischen Rundfunk veranstaltete Sommernachtsromantik mit Jazz und Swing, statt. So stellte HR-Moderator Tobias Hagen sein 18 -köpfiges Musikerteam unter der Leitung von Kurt Bong vor. Die imposant errichtete Bühne in den Ausmaßen 10 x 12 Meter für die Big Band, sowie das abendliche Freiluft Ambiente, schafften einen harmonischen Rahmen auf dem Feldchen, das der Band für seine Darbietungen freien Lauf ließ. Die Stimmung dieser Veranstaltung war großartig, nur hätten sich die Veranstalter. nämlich die 8 Nauheimer Musikbetriebe Keylwerth, Glassl,  Klier, Lausmann, Winter, Schreiber und Sandner in Zusammenarbeit mit dem Musikförderkreis mehr Andrang erhofft. Erschienen waren nämlich an die 800 Zuhörer wo man doch mit tausenden gerechnet hatte.

Remise im Heimatmuseum feierlich eröffnet.

Ein bedeutender Tag in der Geschichte Nauheims war der Samstag, der 24 .Mai 1997.Alles was Rang und Namen hatte, aus Politik, Wirtschaft, Gewerbe und Vereinen, war an diesem Tag gekommen, um der feierlicher Eröffnung der „Remise „ beizuwohnen. Selbst der Landrat Enno Siehr war extra deswegen nach Nauheim geeilt. Die Eröffnung der Remise stand im Zusammenhang mit dem vom Heimat- und Museumsverein gleichzeitig stattfindenden traditionellen Brunnenfest. Die Feierlichkeiten wurden eröffnet von dem Vorsitzenden des Heimat- und Museumsvereins Werner Dammel. Er freute sich voller Stolz und sichtlich erregt, was auch mehr als verständlich ist, über die vollbrachte Arbeit, bei der es Höhen und Tiefen, in der Planungs –und auch Bauphase gegeben habe. Doch nun freuten sich auch die Mitglieder über das Geschaffene. Er hoffe ,dass zukünftig zahlreiche Sonderausstellungen in der Remise stattfinden. Sein besonderer Dank jedoch galt der Gemeinde, die stets ein offenes Ohr für die Belange des Vereins habe. Der Bürgermeister lobte das enorme Engagement des Heimatvereins. Zu den Kosten des mit 350.000 .-DM bezifferten Ausbaues der Remise habe die Gemeinde nur 10% beitragen können und es seien größtenteils Spendengelder von Banken und Gewerbe gewesen ,im bescheidenen Maße auch Mittel vom Ministerium für Wissenschaft und Kunst. Letztlich so Fischer sei es die enorme Selbsthilfeleistung von 6000 Stunden gewesen, die das Werk endgültig bewerkstelligten. Vier Jahre

habe die Arbeit an der Remise gedauert, das nun endlich, unter der Federführung von Werner Dammel, beendet werden konnte. Für diese Leistung konnte Werner Dammel den Landesehrenbrief entgegennehmen. Der Heimatverein der „Erzgebirgler“ pflanzten als Geschenk an den Verein auf der Rückseite des Heimatmuseums eine Eberesche, oder wie die Erzgebirgler sagen, einen „Vogelbeerbaum“. Nach der Pflanzaktion gab es dann von den Trachtenträgern einen  36 prozentigen Vogelbeerschnaps von Volker Engroff, begleitet von dem Vogelbeerbaum-Lied der erzgebirgischen Gesangsgruppe .das Fest wurde am Nachmittag  musikalisch abgerundet vom Jugendchor „Hörsturz“, dem Musikverein, dem Blasorchester der SKV und der „Big –Band der US- Army aus Bad- Kreuznach.

CDU-Nauheim feiert  50- Jähriges .

Am 21. September des Jahres 1997 feierte der Ortsverband der CDU das 50-jährige Bestehen. Anwesend bei den Feierlichkeiten der Landesvorsitzende und Bundesinnenminister Manfred Kanther, der den Nauheimer Parteifreunden Grüße und Glückwünsche für ihre Erfolge in Nauheim übermittelte. Hauptredner der Festveranstaltung war Bürgermeister Fischer, der seine Visionen in der Entwicklung Nauheims darstellte. Am meisten freute es die Christdemokraten, dass es ihnen, in der als sozialdemokratischen Hochburg geltenden Gemeinde, endlich, nach

50 Jahren harter kommunalpolitischer Arbeit gelungen ist den Bürgermeister zu stellen und die Sozialdemokraten nach hinten zu drängen. Diese Freude zog sich durch die ganze Festveranstaltung, denn was da politisch vollbracht wurde ist schon eine Leistung auf die man stolz sein kann. Grüße überbrachten der CDU- Nauheim, für den Vereinsring Wolfgang Glotzbach, für die Erzgebirgler Dr. Rudolf Löbl, Für die AWO Heinrich Beier, und für die Landfrauen Anne Dammel. die als Gastgeschenk einige Gläser frische Latwerge überreichte, „schwarzes Gold aus Nauheim“ wie sie spaßig formulierte. Für die Sozialdemokraten überbrachte deren Fraktionsvorsitzender Walter Hermann die Grüße der Partei und auch ein Parteifreund der CDU aus Trebur machte dem Nauheimer Ortsverband seine Aufwartung. Gerald Weiß, Rudi Haselbach und Georg Sturmowski waren auch gekommen um mit den Nauheimern zu feiern.

Lempert und Engroff  Ehrengemeindevertreter.

Am Freitag dem 18.Juli1097 wurden die Gemeindevertreter Volker Engroff und Ortwin Lempert, in einer kleinen Feierstunde im Parlament mit dem Titel „Ehrengemeindevertreter“ ausgezeichnet.Volker Engroff gehört dem Parlament seit 25 Jahren und Ortwin Lempert seit 20 Jahren an. Die Laudatio auf die beiden Geehrten hielt Parlamentsvorsteher Jürgen Schade. Während Bürgermeister Fischer die Beiden als „Vorbild für die Jugend „ bezeichnete. Horst Glotzbach, der ebenfalls schon 30 Jahre dem Parlament angehört, sollte ebenfalls geehrt werden,

lehnte aber eine solche Ehrung mit dem Vermerk, er betrachte diese Tätigkeit für die Allgemeinheit als eine Selbstverständlichkeit, ab.

Kinder-und Jugendtag in Nauheim

Am 14. September1997 wurde in Nauheim das  3. Kinder- und Jugendfest durchgeführt. Das Fest findet als Großveranstaltung mitten in Alt Nauheim statt. Verantwortlich für die Durchführung zeichnen wieder die Kinderbeauftragten Anne Dammel und  ihr Kollege Lothar Marx mit Unterstützung der Ortsvereine,verantwortlich. Die Veranstaltungen fanden auf dem Heinrich Kaul-Platz, rund um das alte Rathaus, in der Schulstraße, vor der Grundschule ,auf der Schulwiese, in der Straße im Gehren und der Georg-Schad-Halle statt.

Tag der offenen Tür bei der Feuerwehr.

Die freiwillige Feuerwehr Nauheim veranstaltet,am 27.April 1997, einen Tag der offenen Tür mit einem musikalischen Frühschoppen, einer großen Geräteschau, feuertechnischen Vorführungen  und allerlei köstlichem vom Grill mit Bier vom Fass. Unterstützt wird die Feuerwehr vom örtlichen Roten Kreuz und der DLRG.

90 Jahre SV 07 Nauheim

In der Zeit vom 24. Mai bis 1. Juni 1997 feierte der Fußballverein SV 07 Nauheim ein großangelegtes Jubiläumsfest. Außer Fußballturnieren fand auch eine HR 3 Disco –Party, ein großer Stammtischabend  mit der Original Nauheimer Dorfmusik sowie eine Veranstaltung mit dem Nockalm Quintett statt. Zur Veranstaltung der Festlichkeiten wurde ein großes Festzelt  im Sportpark aufgestellt.

Anlässlich des Jubiläums wurde eine Vereinschronik herausgegeben, die von Karlheinz Pilz erstellt wurde.

Serenadenkonzert des Musikvereins.

Auch in diesem Jahre,am 9.September 1997,findet wieder das traditionelle Serenadenkonzert mit dem großen Blasorchester des Musikvereins unter der Leitung von Karlheinz Kühnl vor dem „Alten Rathaus“ statt, zu  dem der Musikverein Nauheim einlädt.

Seniorennachmittag der Gemeinde.

In diesem Jahre findet keine Seniorenfahrt der Gemeinde statt, Stattdessen gab es einen Seniorennachmittag in der SKV-Halle, zu dem jetzt Bürgermeister Fischer für den 23. September, um 14:30 Uhr, zu einem bunten Nachmittag eingeladen hat.Neben Kaffee und Kuchen warteten die „Singenden Kellermeister“ aus Mainz- Kastel, sowie der bekannte Artist Hans Dieter Fluxsmit einer „besonderern  Kaffeefahrt“ darauf den Senioren den Tag zu verkürzen. Als besonderes Schmankerl wird dann den Senioren noch eine leckere Winzerplatte serviert. Die Teilnahme an der Veranstaltung ist kostenlos.

1998

Die neuen Bürgerpreisträger1997

Wie seither üblich werden beim Neujahrsempfang  des Gemeindevorstandes zu Beginn eines Jahres die Bürgerpreise verliehen.So auch wieder 1998. Für ihre hervorragenden ehrenamtlichen Leistungen wurden geehrt:

Kurt Köbel, Josef Zankl, Ingrid Wetzel und Walter Baumann für ihre erworbenen Verdienste um die Betreuung der Senioren.

Frau Gudrun Sokoli bekam den Bürgerpreis für ihr ehrenamtliches Engagemant bei den „katholischen Frauen“

Frau Luise Prandner für ihre hervorragenden Leistungen bei der Betreuung der Tanzgarden der Nauheimer Carnevalgesellschaft.

Den Gruppenpreis  erhielte für ihre Tätigkeit der „Förderverein der Grundschule Nauheim“ und

Den Jugendbürgerpreis 1997 erhielten

die Jugendlichen der Gesangsgruppe „Hörsturz“ beim Gesangverein „Eintracht“

Und die „Jungen Musiker“ der SKV-Nauheim

Landratsdirektwahl:

Bei der1. Direktwahl des Landrates des Kreises Groß-Gerau am 8. Februar 1998

ergaben sich  bei der Wahl in Nauheim folgende Ergebnisse:

Angetreten waren 3.Bewerber:

Der amtierende Landrat Enno Siehr (SPD)

Der Fraktionsvorsitzende der CDU im Kreistag Rudi Haselbach

und der Biebesheimer Bürgermeister Thomas Rahner (B90/Grüne)

Folgende Stimmen entfielen in den 5 Wahlbezirken in Nauheim auf die Bewerber:

Enno Siehr: (SPD) 53,7 %

Rudi Haselbach (CDU)  31,4 % und

Thomas Rahner (Grüne) 14,9%

Im Gesamtergebnis der Kreises entfielen auf:

Enno Siehr  = 59,2 %

Rudi Haselbach  = 25,5 %

Thomas Rahner =  15,3 %

Mit diesem Wahlergebnis bleibt der Kandidat Enno Siehr für weitere 6 Jahre Landrat des Kreises Groß-Gerau.

Der Haushalt für das Jahr 1998

In der 8. Sitzung der Gemeindevertretung am 19.Februar 1998 wurde der im Dezember 1997 eingebrachte Haushaltsplan 1998, beraten und verabschiedet. Danach hat dieser folgende Festsetzungen:

Verwaltungshaushalt:

In den Einnahmen:                   26.656.871,00 DM

In den Ausgaben:                     28.288.305,00 DM

Vermögenshaushalt:

In den Einnahmen:                     3.161.599,00 DM

In den Ausgaben:                       3.161.599,00 DM    

Kredite wurden keine veranschlagt

Insgesamt 81 eingebrachte Anträge der Fraktionen wurden im Laufe der Beratungen behandelt. So hatte die Fraktion der SPD 9 Anträge, die Fraktion der CDU 8 Anträge , die Fraktion der FDP 16 Anträge, die Fraktion der FLN 7 Anträge und die Grünen gar 41 Änderungsanträge zum Haushalt 1998 eingebracht.

Hier sehen wir wieder, dass  bei dem Verwaltungshaushalt der Gemeinde,  der Haushalt wieder nicht ausgeglichen werden kann und mit einen Defizit von

1.631 434,00 DM einen erheblichen Fehlbedarf aufweist, sodass sich die gegebene Finanznot der Gemeinden erneut bestätigt.

Laut Feststellung der Gemeindeverwaltung ist auch für den Zeitraum bis zum Jahre 2001 nicht mehr mit einem ausgeglichenen Haushalt zu rechnen, wobei sich jedoch der Fehlbedarf bis in 2001  auf rund 600.000.- DM reduziert haben dürfte.

Die Einnahmen aus den Gemeindesteuern sind mit 12% an der Finanzierung des Verwaltungshaushaltes beteiligt wobei von den veranschlagten 3,2 Millionen Steuereinnahmen entfallen auf:

Grundsteuer A  (300 v.H.) (landwirtschaftliche Grundstücke                    26,400.- DM

Grundsteuer B  (170 v.H.) (sonstige Grundstücke)                                    730.000.- DM

Gewerbesteuer(350 v.H.)                                                                               2.405.000 .- DM

Spielapparatesteuer:                                                                                                8.000.- DM

Hundesteuer                                                                                                              43.000.-DM

Die folgenden Ansätze schlagen beim Vermögenshaushalt besonders zu Buche.

Erwerb von Grundstücken                                                                                  250.000.- DM

(Für den Erwerb von Kleingartengelände)

 Erwerb von Software für das Rathaus                                                              78.000 .-DM

Geräte und Mobilar für die Feuerwehr                                                               22.000.- DM

Geräte und Einrichtung für die Kläranlage                                                       18.300.- DM

Anschaffung eines Fasswagens für den Fuhrpark                                         16.000.- DM

Insgesamt sind zum Erwerb von beweglichen Sachen  des Anlagevermögens

rd. 180.000.-DM vorgesehen.

Im Bereich der Baumassnahmen der Gemeinde sind rd. 1.564.000 DM veranschlagt

Davon für:

Die Umgestaltung der Außenanlagen des Kindergartens Schillerstraße  68.862.- DM

Für den Kindergarten Schwanenstraße                                                                59.500.-DM

Für bauliche Maßnahmen am Sportplatzeingangsgebäude                            35.000.-DM

Für die Verlegung der L 30/40 Rüsselsheimerstraße                                      100.000.-DM

Für den Bereich Abwasserbeseitigung                                                                  70.000.-DM

Für die Sanierung der Pumpstation in der Alten Mainzerstraße                  800.000.-DM

Für den Jugendbahnhof „Expresso“                                                                     250.000.-DM

Der Stellenplan der Gemeinde sieht wie folgt aus:

Beamte:17 Stellen, Angestellte: 68 Stellen, Arbeiter:22 Stellen.

In der Zusammenstellung ergeben sich insgesamt 110 Stellen, von den mit Datum

30. Juni 1997, jedoch nur 104 Stellen besetzt waren.

Die Gemeindestatistik ;

Der Einwohnerstand der Gemeinde ist am 31.12.1996  = 10.481 Einwohner

In der Nationalitätenstatistik gab es mit Datum vom 9.Juli 1997:

Mitbürger einschließlich der Deutschen aus 67 Nationen, mit 10.745 EW,

davon 194 aus Italien, 98 aus Spanien, 222 aus der Türkei, um nur die größten Gruppen der ausländischen Mitbürger zu nennen. Deutsche gab es zu diesem Zeitpunkt 9.681 Mitbürger davon  4.794 männlich, 4.887 weiblich.

In der Bevölkerungsstruktur sieht es wie folgt aus:

Bis zu 20 Jahren = 2.174 EW,  von 20 bis zu 49 Jahren = 4.781 EW

Von 50 – 64 Jahren = 2.308 EW und von 65 –74 Jahren = 858 EW ,von 75 bis 79 Jahren  = 251 EW und über 79 Jahren = 373 EW

Liegenschaftsübersicht:

In der Gemeinde Nauheim gibt es insgesamt  1.377 ha 11 a und 87 qm Gemarkungsfläche.

Hiervon wiederum entfallen auf:

Wasserflächen 2%- Gebäude & Freiflächen 12%- Erholungsflächen 1% -Verkehrsfläche 7% -Sonstige Nutzung = 1%  - Landwirtschaft = 36% -

Betriebsflächen = 0%  und Waldflächen 41 %

Ehrenbürger Georg Mischlich wird 90 Jahre

Viel Prominenz war da, als die Gemeinde zu einem Geburtstagsempfang für ihren Ehrenbürger Georg Mischlich in den „Saalbau „eingeladen hatte. Georg Mischlich wurde an diesem Tage , dem 5. März 1998, 90 Jahre alt. Über 200 Geburtstagsgäste waren anwesend. Selbst Bürgermeister Fischer ist es gelungen, dass mit den ehemaligen Bürgermeistern Fürbeth , Reitz und Zaich gleich 4 Bürgermeister an der Geburtstagsfeier teilnahmen. Georg Mischlich hatte sie alle erlebt ,angefangen bei Bürgermeister Heinrich Kaul bis zum jetzt amtierenden Helmut Fischer. Stehend applaudierten die Geburtstagsgäste dem Ehrenbürger. Alles was in Nauheim und darüber hinaus , aus Politik, Wirtschaft, Gewerbe, Industrie ,Vereinen und der Firma Opel Rang und Namen hatte,war gekommen um dem 90-Jährigen zu gratulieren. Erstaunlich fit präsentierte sich der Jubilar, der es sich nicht nehmen ließ, das Orchester des Musikvereins zu dirigieren und er gab noch eins drauf, als er sich in einer gelungenen Ansprache für die Teilnahme an seinen Geburtstagsfeierlichkeiten bedankte. Mit dem Gruß: „Euer alter echter Nau‚mer Borsch, de Mischlich Georg“ verließ er unter großem Beifall die Bühne. Bürgermeister Fischer nannte Georg Mischlich in seiner Laudatio die“personifizierte Musik und Musikgeschichte in Nauheim“ und Willi Blodt ,der Exlandrat zeigte Respekt und Dank für ein“ großes Werk der Musik“.

25- Jahre DLRG- Nauheim

In der Zeit vom 19. bis 21. März, feierte Die DLRG Nauheim ihr 25-jähriges Bestehen rund um die Wachstation am Hegbachsee.

In der am  20. März stattfindenden Feier zum 25-jährigen Bestehen der DLRG Nauheim  wurde in den “Saalbau“ eingeladen. Im lockerer Atmosphäre wurde von dem Vorsitzenden Wolfgang Glotzbach die Feier abgewickelt. Ohne große Ansprachen oder Reden hatte er zu „Talk-Runden“ eingeladen und ganz locker von der Geschichte der Nauheimer DLRG erzählt. Es war 1972/ 73 als die Wachstation der DLRG am Hegbachsee von der Gemeinde gebaut wurde und der erste Wachdienst zusammen mit Groß-Gerauer Lebensrettern übernommen wurde. Begonnen haben wir mit einem Fernglas und 2 Rettungsbrettern ,wusste Wolfgang Glotzbach zu berichten. Unter dem Vorsitz des damaligen Bürgermeisters Hermann Reitz, hatte der neu gegründete verein gerade mal 17 Mitglieder aus denen heute mehr als 400 geworden sind. Damals hatte die Ausrüstung der DLRG einen Wert von 2000 DM und heute sind es rund 150.000.- DM. Einen Einschnitt habe es jedoch bereits 2 Jahre nach der Gründung mit der vorläufigen Sperre des Sees gegeben. Damals, so berichtete Glotzbach, musste Bürgermeister Reitz mit dem Megaphon um den See rennen, um die Badenden aus dem Wasser zu holen, wonach dann die endgültige Sperrung des Sees 1978 erfolgte und eine Änderung bis heute nicht in Sicht ist.

Die Feier am Samstag und den folgenden Tagen wurde umrahmt von den „Jungen Musikern der SKV“ und dem Gesangverein „Hörsturz“ sowie beim Frühschoppen am Sonntag vom Blasorchester der SKV.

Das 5. Nauheimer Musikfest wird gefeiert.

Der bereits seit 5 Jahren zur Tradition gewordene Musikfest am 7.Juni, wurde auch 1998 wieder , trotz anfänglichem Regenwetter, zu einem vollen Erfolg. Über 40 Bands und Orchester bereiteten den Nauheimer, und auch den immer zahlreicher zu Besuch kommenden auswärtigen Gästen, einen schönen musikalischer Tag. Auf  mehreren Bühnen zeigten die Musikanten ihr Können. Auch diesmal wieder war für das leibliche Wohl reichlich gesorgt.

Von diesem, etwas verregnetem Musikfest einige Streiflichter:

„Wegen des Wetters von dem Nauheimer Journalisten Rainer Beutel in der Presse erschienenen fürchteten die Vereine beim Musikfest um ihre Ausgaben. Die Feuerwehr hatte vorgesorgt und nur eingeschweißte Würste zum Grillen bereitgestellt. Die wurden nicht nass und konnten notfalls zurückgegeben oder eingefroren werden.“

„Die Verlegung der Rockmusikbühne auf das Schulgelände dürfte sich bewährt haben. Der Schall war in Richtung Feld gerichtet , so dass sich die Bewohner der Bachgasse- wie im vorigen Jahr-wirklich nicht beklagen konnten.“

In den ersten Stunden des Musikfestes kam es immer wieder vor, dass die Absperrungen von rücksichtslosen Autofahrern missachtet wurden. Die meisten Anwohner jedoch hielten sich an die Bitte, ihre Autos außerhalb des Musikfestareals zu parken“

„Musikförderkreisvorsitzender Andreas Gafke musste bereits nach einer halben Stunde seine Schuhe wechseln. Die erste Garnitur war wegen des Regens durchgeweicht. Wie viele Schuhe er insgesamt brauchte steht nicht fest.“

Ein Vertrag mit dem Obst-und Gartenbauverein

Ein  mündlich gegebenes Versprechen hat, am 29.Juli 1998, der Obst- und Gartenbau Verein Nauheim nun eingelöst. Durch einen Vertrag mit der Gemeinde hat der Verein sich nun verpflichtet ein 250 Meter langes Grundstück mit 50 Obstbaumhochstämmen zu bepflanzen und 5 Jahre lang zu pflegen. Bei dieser Pflanzaktion handelt es sich um eine ökologische Ausgleichsmaßnahme  für den Bau des „Aldi-Marktes“ an der ehemaligen B 42. Der Regierungspräsident in Darmstadt hatte die Gemeinde entsprechend angewiesen die Bepflanzung vorzunehmen. Die Kosten der 50 Bäume, die die Gemeinde vorrübergehend auf einem eigenem  Grundstück lagert, belaufen sich auf 3500 .- DM. Die Kosten für Düngung und Entwässerung und Material übernimmt der Obst- und Gartenbauverein. Mit der Unterschrift, die die Vertragspartner unter den Vertrag setzten, besiegelten Beide gemeinsam etwas für die Natur zu tun,womit man hofft etwas zur Bereicherung des

124 ha großen Seichböhlgebietes beigetragen zu haben.

Dritter Sommermarkt am Friedensplatz

Bereits zum dritten male war am 1.August 1998, der Friedensplatz im Ochsengrund Mittelpunkt des Sommermarktes mit dem Titel: “Nauheimer Ambiente“.

Organisator der Veranstaltung ist der Verein: „Freundschaft unter den Nationen“ (FUN), der auch diesmal wieder ein abwechslungsreiches Spektrum sorgte und dem Ambiente ein internationales Flair verlieh. Es gab bei diesem Markt Gelegenheit unter spanischen, indischen, und deutschen Gerichten zu wählen. Daneben bot ein Winzer  ökologische Weine feil. Zahlreiche Stände aus Nauheim und Umgebung offerierten eine breite Produktpalette, angefangen vom kunsthandwerklichen Gegenständen, bis hin zu schönem Trödel. Das russische Duo „Victor & Nathalie“ unterhielt die Gäste mit Liedern zur Gitarre. Erstmals dabei war ein Karikaturist aus Groß- Gerau. Der Verein „Hand in Hand“ stellte ein caritatives Projekt aus Indien vor.

25 Jahre Hegbachseefest der Nauheimer SPD

Als sich die Nauheimer Sozialdemokraten 1973 entschlossen am Hegbachsee ein kleines Grillfest für die Nauheimer Bevölkerung zu organisieren, ahnte damals keiner der Gründer, dass sich dieses Fest zu einem festen Bestandteil der jährlichen Nauheimer Feste entwickelt, das, alleine im Jahre 1997, fast 2000 Besucher an den See lockte. Dieses Fest, so die SPD, veranstaltet sie nun schon 25 Jahren aus

2 Gründen:

Einmal um ihre Gäste für wenig Geld, am meist sonnigen Hegbachsee ,mit Essen und Trinken zu verwöhnen und zweitens, zur Finanzierung des jährlich stattfindenden Altennachmittags der SPD, der aus diesen Erlösen finanziert wird. Weiterhin unterstützte die SPD in der Vergangenheit eine Baumpflanzaktion, stiftete

eine Ruhebank und unterstützte Kindergärten und den Heimat –und Museumsverein.

So hat auch dieses Jahr wieder die SPD zu ihrem „25. Seefest“, am 19. Juli 1998, eingeladen und hält wiederum für die Besucher und die teilnehmenden Kinder einige Überraschungen bereit. Ein weiteres bei den Nauheimer Bürger beliebtes Fest der Nauheimer SPD ist das „Äppelwoifest“, das in diesem Jahr,

am 13.September 1998 ,im hinteren Teil des alten Rathauses stattfand und schon seit Jahren durchgeführt wird. Dabei werden für jeden sichtbar Äpfel gekeltert ,

das ,besonders für die Jugendlichen, von besonderem Interesse ist. Der so gewonnen Saft wird dann zu einem akzeptablen Preis an die Gäste verkauft. dazu gibt es wie immer Gegrilltes und Griebenschmalzbrote.

Übrigens:

Auch die Nauheimer CDU lädt seit einigen Jahren traditionell die Nauheimer Bürger mit Familie und Kinder zu einem Grillfest rund um „Alte Rathaus „ ein, das 1998, am 5. Juli, stattfand und sich von Jahr zu Jahr, anhand der steigenden Besucherzahl , immer größerer Beliebtheit erfreut. In diesem Jahre wurde das CDU-Fest vom Blasorchester der SKV umrahmt. Auch bei diesem Grillfest trifft sich immer die Nauheimer Politprominenz gleich welcher Partei um mit dem Bürgermeister, wenn er mal kein Bier aufträgt, ein Schwätzchen zu halten oder ganz einfach auch mal mit den Vertretern der CDU zu plaudern.

Und:

Die Nauheimer FDP veranstaltet schon seit Jahren ein sogenanntes „Wendehammerfest“, im Baugebiet Ochsengrund, das auch sehr gerne von den Nauheimern besucht wird. Dieses Fest der FDP Nauheim hat schon seit Jahren einen festen Platz im Veranstaltungskalender des Vereinsringes.

Ein „Kindersommerprogramm“ der Jugendpflege.

Die Sport- Jugendpflege der Gemeindeverwaltung Nauheim ist in ihrer Besetzung ein sehr fleißiges Team, das sich für die Nauheimer Jugend allerhand einfallen lässt. Sie organisiert Freizeiten, inner- und außerhalb Nauheims, sie organisiert die Jugendbegegnungen mit den Partnergemeinden und vieles mehr. Seit Jahren schon veranstaltet sie ein „Kindersommerprogramm“ für Jugendliche von 6-12 Jahren. Im Jahre 1998 findet diese Veranstaltung in der Zeit vom17. bis zum 21.August am Spielplatz in der Groß-Gerauer-Straße unter dem Motto:“ Fahrendes Volk“ statt.

Der von den Eltern zu entrichtende Unkostenbeitrag beträgt pro Kind 30.- DM.

Am Samstag, dem 22. August  findet dann zum Abschluss ein „Gaukler-Markt „mit einem Grillen und sonstigen Leckereien statt, wobei die Eltern gebeten werden etwas zur Verköstigung mit beizutragen.

Arbeitsgruppe der Jusos wieder gegründet.

Am 13. August1998, gründete sich in Nauheim wieder eine Arbeitsgruppe der Jungsozialisten(Juso),wobei der 18-jährige Adrian Hoos zum Vorsitzenden gewählt wurde. Der politische Nachwuchs ,so hieß es ,will Flagge zeigen und beim anstehenden Kommunalwahlkampf 1999 feste mitmischen. Adrian Hoos kommt aus Mörfelden- Walldorf und wohnt erst seit Mai in Nauheim. Allerdings hat der erst

18-jährige schon Erfahrung mit der Jugendorganisation, zumal er schon in der Wahlperiode 1997/98 als stellvertretender Vorsitzender beim Unterbezirk der Jusos arbeitete.

Seniorenfahrt nach Wertheim

In diesem Jahre gingen die Senioren Nauheims am Donnerstag ,dem 8. September 1998, wieder auf große Fahrt. Reiseziel war das schöne Städtchen Wertheim am Main gelegen. Wunderbar und toll lauteten die Kommentare der dabei Gewesenen. Mit fünf Bussen waren die Senioren am Morgen losgefahren, wo es dann bis nach Marktheidenfeld ging. Von dort begaben sich die Senioren auf einen ca. 60 Meter langen „Ausflugsdampfer“ mit dem Namen „Franconia“. Damit ging die „Altenfahrt“ erst so richtig los. Zu Mittag gab es ein schmackhaftes Mittagessen mit Sauerbraten, Lebkuchensoße und Knödel. Fast 2 Stunden dauerte die Fahrt auf dem Main  bis der „Dampfer“ in Wertheim anlegte. Diese wunderschöne Kreisstadt, mit fast 20.000 Einwohnern, hatte es den Nauheimern angetan und so versäumten sie auch nicht einen ausgiebigen Bummel durch das Städtchen zu machen. Alles in allem war es wieder ein wunderschöner und auch unvergesslicher Tag. Auch die ältesten Teilnehmer wurden wieder geehrt. Bei den Frauen war es zunächst die ausgemachte 90 –jährige Marie Riedl, bis sich auf einmal .so ganz aus dem Hintergrund, die 92 –jährige Anna Zimmer meldete. Bei den Männern war es diesmal der 87-jährige Josef Bauer, der die Ehrung für sich entgegennehmen konnte. Voll zufrieden kamen dann gegen Abend die Senioren wieder mit den Bussen in Nauheim an und freuten sich schon jetzt auf die Seniorenveranstaltung im nächsten Jahr. Ein kleiner Wehrmutstropfen jedoch gilt es anzumerken. Dieses mal konnten die Senioren nicht kostenlos an der an dem Ausflug teilnehmen, sondern hatten wieder einmal einen Unkostenbeitrag zu entrichten. 20.- DM kostete die Teilnahme für alle Bürger über 65 und älter, sowie für alle alleinstehenden und verwitweten Bürger, die älter als 60 Jahre sind oder für schwerbehinderte Bürger ohne Altersbegrenzung. Begleitpersonen ,wie Freunde oder Bekannte zahlten DM 25.-(Der Seniorennachmittag im Vorjahre in der SKV-Halle in Nauheim war kostenfrei !)

Bundestagswahl 1998.

Wenn auch eine Bundestagswahl eigentlich für eine Ortschronik nicht so interessant ist, so sollte doch einmal hier aufgezeigt werden wie das Wahlverhalten der Nauheimer Wähler zur Wahl des Bundestages aussah.

Die Wahl und das Ergebnis:

Bei dieser Wahl ist zu sagen, dass die Nauheimer CDU im Kreis- Groß- Gerau wieder das zweitbeste Ergebnis zu verzeichnen hat. Auch die Wahlbeteiligung, die mit

87,2 % sehr hoch lag, war auch in dieser Höhe die zweitbeste im ganzen Kreis. Gewählt wurde wieder in den bekannten 5 Wahlbezirken und dem Briefwahlbezirk.

 

                                                                                                                    

                                                                                                                      +/- gegenüber 1994

Partei:     Erststimmen      %           Zweitstimmen:      %                   Erste          Zweite

CDU:      2.629               40           2.272                      34,5                  -3,0                -5,0

SPD:      3.067                46,7       2.762                      41,9                  +5,7              +5,7
Grüne:      341                  5,2           540                         8,2                    -3,8              -2,8

FDP           206                  3,1           552                         8,4                    -0,4                 ./.

 

25 Jahre Einkaufszentrum Wolfsberg.

Es war der vierte April 1974, als im Ladenzentrum in der Waldstraße, im damals neuen Baugebiet der „Ochsengrund“, der Supermarkt eröffnete. Jetzt 25 Jahre später , im September 1998, wurde das Jubiläum „25 Jahre Ladenzentrum“ groß gefeiert. Damals sahen die Kommunalpolitiker unter dem Bürgermeister Reitz, die unbedingte Notwendigkeit auch Geschäfte zur Versorgung der Bevölkerung in das neue Baugebiet zu bringen. Vorgesehen war auch damals beim Bau der Hochhäuser Geschäfte in dieses Projekt zu integrieren. Die Pläne von dem Einkaufszentrum in der Waldstraße, die von dem Architekten und Dipl. Ing, Hans Gerhard Janke entworfen wurden, fanden bei den kommunalen Gremien Zustimmung, sodass eine Baufirma aus dem Taunus, eine Firma aus Rüsselheim und Janke selbst den Zuschlag bekamen. Zum Schluss jedoch waren die beiden Baufirmen in den siebziger Jahren abgesprungen und Janke vollendete alleine das Projekt, das er auf insgesamt einer Fläche von 7.400 qm errichtete. Im Dezember des Jahres 1974 eröffnete dann das Restaurant “Europa“ und ein Jahr später folgten Sparkasse, Bäckerei, Reinigung und ein Metzger.1977 dann wurde das Ärztehaus gebaut, in das neben praktizierenden  Ärzten, auch eine Apotheke und ein Optiker einzogen. Das Jubiläum des Ladenzentrums wurde am Samstag dem 19.September mit einem musikalischen Frühschoppen  im Einkaufszentrum eröffnet, zu dem die „Jungen Musiker der SKV „ und die Blasmusik „Die Edelmucker“ aufspielten.

Gedenken an die Bürgermeister Kaul und Schad.

Am 6. Oktober gedachte die Gemeinde mit einer Gedenkfeier auf dem Waldfriedhof ihrer Altbürgermeister Heinrich Kaul IV und Georg Schad. Kauls Geburtstag jährte sich am 17. August zum 110. mal und der von Georg Schad am 10. August zum 100.mal.Im Beisein von Angehörigen beider Bürgermeister sowie den früheren Bürgermeistern  Herbert Fürbeth ,Hermann Reitz und Rudolf Zaich, Mitgliedern der Heimat –und Museumsvereins und einigen Kommunalpolitikern, hielt Bürgermeister Helmut Fischer eine Ansprache an den jeweiligen Gräbern der Verstorbenen, wobei er auf das Wirken der ehemaligen Bürgermeister besonders einging und zum Abschluss einen Kranz zum Gedenken niederlegte.

20 Jahre Herbstbasar der Nauheimer Landfrauen.

Schon zum 20. mal feierten  am 18.Oktober 1998 die Landfrauen Nauheim ihren Herbstbasar. Eine aus tausenden von Blumen gefertigte Schrift: “25. Jahre Basar“

fiel den wieder unzähligen Gästen beim Besuch des Basars auf. Die Landfrauen hatten sich diesmal wieder zur Gestaltung ihres 20. Basars allerhand einfallen lassen. Umrahmt wurde die wunderbar gezauberte Ausstellung mit ihren vielen Ständen, an denen es für jeden etwas zu finden gab, von SKV-Blasorchester, dem LFV-Chor, unter der Leitung von Peter Schmidt und Käthe Strobel, der Tanzgruppe der Gau-Bickelheimer Landfrauen, der Tanzgruppe des Bezirkslandfrauenvereins “Die Hessenschnicker“ und der „Brüder Blöser Kapelle“. Als besondere Attraktion gab es eine Planwagenfahrt, ein Drachenbau-Workshop ,sowie eine unterhaltsame Veranstaltung für Kinder mit allerhand Zaubereien. Für das leibliche Wohl wurde in jeder Hinsicht wieder reichlich geboten. Der Renner jedoch war, wie in all  den Vorjahren, der Verkauf des „schwarzen Goldes“ der Latweje. Auch diesmal wieder wird ein Teil des Reinerlöses des Basars für soziale Zwecke zur Verfügung gestellt

Das neue Jugendzentrum „Xpresso“ eingeweiht.

Nachdem die Gemeinde Nauheim bereits in den Jahren 1991/92 den gesamten Bahnhofsvorplatz mit einem Kostenvolumen von ca. 1,6 Millionen umgestaltet hatte, erwarb die Gemeinde im Jahre 1993 zum Preise von 240.000.- DM von der Bahn das Bahnhofsgebäude, um dies einer sinnvollen Verwendung zuzuführen. Einem Jugendzentrum nämlich. Das seither schon seit 1980, gegenüber des Bahnhofs liegende, von der Gemeinde gemietete und unterhaltene, Jugendzentrum, welches  den Anforderungen nicht mehr entsprach, zu ersetzen.

So war es schon ein historischer Tag, als am 29.November1998,

der Jugend- und Kulturbahnhof „Xpresso“ eingeweiht wurde. Endlich hatte die Jugend Nauheim das, wofür sie schon Jahrzehnte gekämpft und was sie schon lange gefordert hatte. Ein eigenes Jugendzentrum, auf das sie besonders stolz sein kann. Alles was vorher an Jugendzentren da war, war immer nur ein Behelf, mit dem die Nauheimer Jugend trotzdem zufrieden war und auch sein konnte. Angefangen hat es in den 70-er Jahren , als damals die Jusos ein eigenes Jugendzentrum forderten. Immer wieder wurden in den Haushaltplänen Mittel für die Planung bereitgestellt, aber immer wieder scheiterte das Projekt an den unendlichen Diskussionen  der Parlamentarier und der Jugend Nauheims an den Fragen, wie soll ein Jugendzentrum aussehen und wo soll ein solches gebaut werden.

Die Diskussion um eine Jugendzentrum kam erst dann wieder in Schwung, als die Gemeinde den Nauheimer Bahnhof kaufte. Jetzt hatte man scheinbar ein Projekt erworben, das sich, wenn auch sehr kostenaufwendig,in ein Jugendzentrum verwandeln lässt. Endlich im Jahr 1996  war es soweit. Das 140 Jahre alte Sandsteingebäude  des Bahnhofs wurde, beginnend mit dem Jahre 1996, sehr aufwendig zu einem Jugendzentrum um- und ausgebaut.. Viele Bürger waren gekommen um sich das „Neue Juwel Nauheims ,wie es einige nannten anzusehen und bei der Eröffnung mit dabei  zu sein. Mit diesem Treffpunkt, der fortan den Namen „Xpresso“ führt, hat man ein  für 1,5 Millionen DM Zentrum für die Jugend geschaffen, das in den Kommentaren als „einmalig in Hessen“  und als „ geschmackvoll und optimal „bezeichnet wurde. Bei der Einweihung dabei war auch das Hessische Fernsehen, das am Abend den gedrehten Film im ganzen Hessenland ausstrahlte. Ansprachen hielten, nach dem Bürgermeister, die Architektin Joanna Kossowski- Walczyk,  die danach den Schlüssel des Jugendtreffs an  den Bürgermeister und dieser ihn wiederum an die Jugendpflegerin Regina Reich weiterreichte. Vom Rhein-Main  Verkehrsverbund beglückwünschte Frau Dr. Karin Arndt die Gemeinde und von der Bahn AG war der Darmstädter Bahnhofsmanager Heinz Jürgen Wolf gekommen. Beide Gäste waren erstaunt über das was die Gemeinde Nauheim für ihre Jugend beispielhaft geschaffen hat.

Auch eine Delegation aus der Partnerstadt Born, mit dem Vorsitzenden des Jumelage-Komitees Jules Hermans ,war angereist um die Gemeinde für das gelungene Werk zu beglückwünschen. Als Gastgeschenk überreichten sie dem Bürgermeister ein Bild aus der holländischen Partnergemeinde. Auch der CDU- Bundestagsabgeordnete Gerald Weis freute sich über das gelungene Projekt und spendierte 30-50 Kindern eine Reise in die Bundeshauptstadt Berlin. Freundlich und überwältigend wirkte , außer den vielen geräumigen und toll ausgestatteten Räumen, besonders das Entree, das mit seinem Bühnensaal wie ein Bistro gestaltet ist und in dem ein buntes Treiben bei der Einweihung herrschte. Umrahmt wurden die Feierlichkeiten vom den„Swing-Kids“ , die der Eröffnung einen festlichen Glanz verliehen. Auch die Klamaukgruppe „Hammer am Strand“ begeisterte mit ihren Darbietungen besonders die anwesenden Kleinen, während die vielen Helfer der Jugendpflege damit beschäftigt waren die Gäste mit Getränken, kleinen Happen und Informationen zu versorgen. Für Bürgermeister Helmut Fischer bedeutete dieser Tag ein  besonderes Erfolgserlebnis. War es ihm doch endlich gelungen, das doch immerhin oft sehr umstrittene wichtige Projekt der Nauheimer Jugend, der er ohnehin sehr zugetan ist, zu übereignen.

Heimatkreuz der Vertriebenen auf dem Waldfriedhof erneuert.

Das 1951 auf dem Waldfriedhof errichtete Symbol für alle, die auf der Flucht ihr Leben ließen,war verwittert und konnte nicht mehr restauriert werden. Jetzt galt es ein neues Kreuz anzuschaffen , dessen Finanzierung jedoch der Vorsitzenden des BVD Annelie Post große Sorgen bereitete, sodass sie sich mit einem Aufruf zur Spende an die Bürger wandte.Das alte Kreuz soll dem Heimatmuseum übereignet werden und der Gemeindevorstand habe die Genehmigung erteilt ein neues Kreuz aufzustellen. Ein neues Gedenkkreuz, das gleichzeitig auch ein Mahnmal ist,  wurde am 22. November1998, bei eisiger Kälte und ca. 100 Anwesenden, von der Vorsitzenden des BVD Annelie Post feierlich  eingeweiht. Der katholische Pfarrer Braun segnete das Heimatkreuz. Redner bei der Einweihung waren außer der BDV-Vorsitzenden noch Bürgermeister Fischer, Dr. Löbl vom Erzgebirgischen Heimatverein und der BDV Kreisvorsitzende Herfried Stingl, der sagte, dass das Kreuz die Verbindung zwischen alter und neuer Heimat symbolisieren soll. Umrahmt wurde der feierliche Akt von 3 Bläsern.

Stieleichen für den Hochzeitswald

Seit 1986 pflegt die Gemeinde Nauheim einen für Jungvermählte schönen Brauch.Jetzt , am 7. November 1998, waren es  wieder 25 Pärchen, die sich am „Hochzeitswäldchen“ unweit des Odenwaldclubhauses im

Nauheimer Unterwald ,versammelten um eine Stileiche zu pflanzen, die sie dann später auch betreuen müssen. Mittlerweile sind es 250 Bäume die seit 1986 hier gepflanzt wurden. Von der Anlage des „Hochzeitswaldes“ zeugt ein Findling am Waldweg, der textlich mit dieser Kennzeichnung versehen ist und ehemals auf dem Friedrich- Ebertplatz, vor Umgestaltung desselben, als Träger der Namensplatte für den 1. Reichspräsidenten Friedrich Ebert diente.

Die „Ehrennadel der Gemeinde  für Walter Graf.

Mit der Ehrennadel der Gemeinde wurde, im Dezember 1998, der 2. Vorsitzende des Obst und Gartenbauvereins Walter Graf ,von Bürgermeister Helmut Fischer ausgezeichnet. Die Gemeinde ,so sagte Fischer, würdige damit, in der Hauptversammlung des Vereins, die Verdienste des Geehrten für das Allgemeinwohl.Graf habe die Gemeinde und Gemarkung positiv mitgestaltet. So habe er sich über das normale Maß hinaus für die Landschaftspflege, die Natur und den Umweltschutz eingesetzt. Seit Jahren gebe er sein Fachwissen weiter, womit er  maßgeblich zum Erhalt der Obstbaumbestände  in der Feldgemarkung beigetragen hätte. Graf gehört zu den Wiedergründern des Vereins im Jahre 1948. Von 1949 bis 1961 verwaltete er die Finanzen, war zwischen 1979 und 1981 Beisitzer und Fachwart und ist seit 1981 2. Vorsitzender des Vereins.

Brückensanierung Jahnstraße

Für rund 260.000 DM soll jetzt, im Mai 1998, die Brücke über den Schwarzbach in der Jahnstraße saniert werden. In einem Zeitplan teilte dies das Wiesbadener Ingenieurbüro jetzt mit, dass die Arbeiten in der 2. Septemberwoche 1998 beginnen können. Wie Bürgermeister Fischer dazu mitteilte soll die Brücke nach der Sanierung nicht mehr mit Fahrzeugen die mehr als 16 Tonnen wiegen befahrbar sein.

Weihnachtsmarkt.

Auch in diesem Jahre, am 13.Dezember 1998, fand wieder ein Weihnachtsmarkt, rund ums Alte Rathaus, statt. Veranstaltet wurde der Weihnachtsmarkt, der vom Vereinsringvorsitzenden Hans Rotzal und Bürgermeister Fischer eröffnet wurde, von den Nauheimer Vereinen und Verbänden. Zur Eröffnung spielten wieder die “ Jungen Musiker der SKV“ unter der Leitung von Peter Schmid. Die Ballettschule Lagos und die Gruppe „Comunidad- Andina „ aus Südamerika,als auch der Auftritt des  „Bodyline Sportstudio“, umrahmten mit ihren Darbietungen den Weihnachtsmarkt.

Die Ankunft des Weihnachtsmannes, der wieder Geschenke für die Kinder aus seinem Sack verteilte, wurde angekündigt mit einem Trompetensolo.

 

 

1999

Neujahrsempfang 1999 und Verleihung der Bürgerpreise.

Bei dem Neujahrsempfang für das Jahr 1999 freute sich Bürgermeister auf die außerordentlich gute Resonanz. Nicht alle fanden einen Sitzplatz in der TV-Halle, sodass  mancher stehend den Ausführungen des Bürgermeisters ,  bei seiner Neujahrsrede, folgen musste. Fischer sprach über die gegenwärtige Situation in der Weltpolitik, ging aber, was die Zuhörer doch mehr interessierte, natürlich auch auf die Situation in Nauheim ein. Er zählte die positiven geleisteten Ergebnisse in der Kommune auf, besonders  auf die verhinderte verkehrswichtige Straße im Osten Nauheims (Ostumgehung).hier sagte er; „wir haben unsere Hausaufgaben gemacht“.

Vom Grundsatz her könne mit dem Bau begonnen werden, in Aussicht gestellte Klagen spielten für ihn keine Rolle. Jetzt komme es auf das Land Hessen an, das zu den vorhandenen rechtsgültigen Verträgen auch stehen solle, indem diese den mehrheitlichen Bürgerwillen auch Rechnung tragen müsse. Zur Zukunft Nauheim gerichtet sagte er: „Die Zeichen für einen guten Start in das nächste Jahrtausend stehen für Nauheim gut. Seine sparsame Politik ermögliche auch größere Investitionen in der Zukunft, um damit den Wohnwert in der Gemeinde , neben dem schon vorhandenen, noch zu erhöhen.

Im Namen des Vereinsringes überbrachte der Vorsitzende  des TV/88/94

Holger Jess, Neujahrsgrüße an die Gemeindegremien und die Bürgerschaft.

Wie immer wurden zum Abschluss des Empfanges und Höhepunkt, wieder die Bürgerpreise 1988 verliehen.

Diesen erhielten für ihren selbstlosen Einsatz im sozialen Bereich Gisela Wagner und Felicitas Rödner, die unabhängig voneinander schon seit 15 Jahren  im Rüsselsheimer- und Groß-Gerauer Krankenhaus  die Kranken betreuen.

Für seine 40-jährige ehrenamtliche Tätigkeit für den VDK , dem er 26 Jahre als Vorsitzender vorstand und damit die Ortsgruppe VDK- Nauheim maßgeblich geprägt hat, erhielt den Bürgerpreis Franz Hohnheiser, ehemals auch CDU –Fraktionsvorsitzender im Gemeindeparlament.

Für besondere Verdienste im Bereich Naturschutz-und Landschaftspflege erhielt der seit 105 Jahren bestehende Obst-und Gartenbauverein den Bürgerpreis, der, in Begleitung des gesamten Vorstandes, an den Vorsitzenden Friedrich Wohlrab überreicht wurde.

Die“ Nauheimer Kerweborsch mit ihren Kerwemädchen“, die eine Tradition aus früheren Jahren haben wieder aufleben lassen und die sich auch in Nauheim durch ihre vielseitige Hilfsbereitschaft einen Namen gemacht haben, wurden ebenfalls mit dem begehrten Jugendbürgerpreis ausgezeichnet, die ihnen , dicht umringt von den zahlreichen Mitgliedern, Ortwin Lempert (CDU) im Auftrag des Gemeindevorstandes, an Heyko Prozeller, überreichte.

Eine Frau als Vorsitzende der SPD.

Sabine Opper ist es, die in der Versammlung der SPD  im Januar 1999 gewählt, die Sozialdemokraten Nauheims  ins neue Jahrtausend führen soll. Sie löst damit Horst Glotzbach, im Amt des Vorsitzenden ab, der 5 ½ Jahre lang die Nauheimer SPD führte. Die 34-jährige Sabine Opper erlernte ihren Beruf als Verwaltungsangestellte bei der Gemeinde Nauheim und ist jetzt hauptberuflich bei der Krankenkasse in Rüsselsheim beschäftigt. Seit 2 Jahren gehört sie dem Gemeindeparlament an und ist Mitglied im Bau- und Planungsausschuss.“ 2.Vorsitzender des SPD-Ortsvereins wurde der junge Niels Kraft, in den man für den Ortsverein hohe Erwartungen setzt.

Der Haushalt der Gemeinde für das Jahr 1999

Schon am 11. Dezember 1998 wurde der, am 30.Oktober 1998, eingebrachte, Haushalt für das Jahr 1999 beschlossen.

Im Vorbericht zu diesem Haushaltsplan heißt es:

„Wie bereits in den letzten Jahren, kann auch der Verwaltungshaushalt 1999 nicht ausgeglichen werden. Der ausgewiesenen Fehlbedarf in Höhe von 989.681 DM liegt allerdings deutlich unter dem Niveau der letzten Jahre. Basierend auf den Orientierungsdaten des Landes Hessen weist die Finanzplanung für die Folgejahre erstmals wieder ausgeglichene Verwaltungshaushalte aus.

Aufgrund des relativ geringen Investitionsvolumens schließt der Vermögenshaushalt in der Einnahme und Ausgabe ausgeglichen mit 3.136.510 DM ab.

Kreditaufnahmen sind im Haushaltsjahr 1999 zur Finanzierung des Vermögenshaushaltes nicht erforderlich,da mit dem 1. Nachtrag 1998

rd.1,6 Millionen DM der allgemeinen Rücklage zugeführt wurden, die im Jahr 1999 als Deckungsmittel zur Verfügung stehen.

Die Grundsteuer B wird mit dieser Haushaltssatzung von bisher 170 v.H. auf

220 v.H. angehoben.Die Gemeinde passt den Hebesatz damit an die beim kommunalen Finanzausgleich relevanten Berechnungsfaktoren an.Unverändert bleiben die Hebesätze für die Grundsteuer A  mit 300v.H. und die Gewerbesteuer mit 350 v.H.

Die Einnahmen aus den Gemeindesteuern werden für 1999 mit 4,04 Mio. DM veranschlagt.“

Für den Erwerb von beweglichen Sachen des Anlagevermögensweist der Haushalt insgesamt Ausgaben in Höhe von DM 347.000.- aus.

Im Bereich des Vermögenshaushaltes (Hochbau ,Tiefbau und Planung)wurde eine Gesamtsumme von 1.640 Mio. DM veranschlagt.

Die herausragendsten Ausgaben sind:

Straßenbeläge Alte Ortsteile= 100.000.- DM, Sanierung der Jahnstraßenbrücke  =230.000.- DM , Sanierung Pumpstation Alte Mainzerstraße=  800.000.- DM, Erweiterung des Urnenhais auf dem Friedhof= 91.000.- DM.Umbau des Hauses Weingartenstraße 51 in ein Bürogebäude(Sozialamt)= 32.302.- DM.

Im Rahmen der Haushaltsberatungen wurde das Investitionsprogramm für die Folgejahre um 50.000.- DM für den Bau von Sportanlagen und 400.000.- DM zur Planung und Umsetzung eines Radwegenetzes ergänzt.

Zuschüsse an Vereine und Andere:

Geflügelzuchtverein= 1000.- DM ,Feuerwehr für Gemeinschaftspflege: 1.500.- DM,

an kulturtreibende Vereine  = 20.000.- DM, an den Vereinsring: = 2.500.- DM, für Reisen in Partnerstädte = 6.000.- DM,  für den Heimat –und Museumsverein =

3.500.- DM, an musiktreibende Ortsvereine = 2.500.- DM, an den Musikförderkreis = 2.500.- DM, für Veranstaltungen  des Kulturprogramms = 4.800.- DM, für den Ausländerbeirat = 3.200.- DM, an die Kreisvolkshochschule = 11.000.- DM, für die Seniorenbetreuung = 40.000.- DM,-für allgemeine Vereinsförderung der Jugendpflege = 4.150.- DM, für Jugendfreizeiten 7.000.-DM, für Jugenderholung = 15.000.- DM, an DRK –Nauheim = 1.800.- DM, an örtliche Sportvereine = 32.500.- DM,

an die DLRG-Ortsgruppe Nauheim = 9.400.- DM .

Insgesamt machen die im Bereich der Zuwendungen und Zuschüsse für laufende Zwecke  6% des Volumens des Verwaltungshaushaltes aus. Der größte Teil der Ausgaben in Höhe von 1,62 Mio. DM  sind jedoch Ausgaben auf freiwilliger Basis aus diversen Mitgliedschaften.

Der Schuldenstand wird zum 1.1.1999 mit 10.191.976 DM  ausgewiesen, der  sich vorraussichtlich zum Ende des Jahres,auf 9.613.973 .- DM reduziert.

Der Einwohnerstand per 6. Juli 1998 beträgt: 10.595 Einwohner

Landtagswahl am 7. Februar 1999

Wie überall in Hessen ist jetzt ,besonders zum Beginn des Jahres der Landtagswahlkampf der Nauheimer Parteien voll entbrannt. Mit hochrangigen Politikern Hessens, warten alle Parteien im Wahlkampf auf. Sie geben sich regelrecht gegenseitig die Klinke in die Hand. Für die CDU war deren Vorsitzender und Fraktionsvorsitzende Roland Koch mit der Landtagskandidatin Gudrun Wolske-Eickmann, nach Nauheim gekommen, für die SPD war der Fraktionsvorsitzende im Landtag und ehemaliger Sozialminister Armin Klaus, mit dem Wahlkreiskandidaten, nach Nauheim gekommen. Für die Grünen war es Rupert von Plottnitz, hessischer Justizminister, mit der Kandidatin Ursula Hammann. Auch die FDP hatte prominente Landespolitiker nach Nauheim geholt.

 

Bei der Landtagswahl ergaben sich sodann in Nauheim folgende Ergebnisse:

Partei:               Erststimmen /%:                                           Zweitstimmen / % :

CDU                    2.262  = 44,3                                                     2.999 =  42,7

SPD                    2.130  = 39,9                                                      2.045  = 38,0

Grüne                    461 =     8,6                                                         485  =   9,0

FDP                        232 =    4,4                                                          330  =   6,1

REP                       128  =    2,4                                                         125  =   2,3

DKP                           7  =    0,1                                                               5  =   0,1

BFB                         13  =    0,2                                                            17  =    0,3

Wahlberechtigt  waren: 7.598 Bürger

Gültige Erststimmen: 5.333, Zweitstimmen: 5.382, Wahlbeteiligung: 71.8 %

Nach dieser Landtagswahl bildete die CDU/FDP die Landesregierung und löste damit die seitherige geführte Landesregierung von SPD/Grüne ab.

Später kam es, wegen den CDU-Spendenaffäre, zu Rücktrittsforderung seitens der SPD und Grünen im Landtag für den gewählten Ministerpräsidenten  Roland Koch, wegen einer Lüge zur Spendenpraxis der CDU. Über die Ungültigkeit der Wahl zu entscheiden wurde das lt. Hessischer Verfassung zuständige Organ angerufen.

Zum überraschenden Ausgang der Wahl, bei der in Nauheim die örtliche CDU als Wahlsieger hervorging, sieht der Vorsitzende der CDU Nauheim Brugger jetzt eine reelle Chance, den Bau der Ostumgehung zu verwirklichen. Für die Nauheimer Soziademokraten war dieses Wahlergebnis, wie auch andere vorher ein unerwarteter Schock.

Die erste Ausgabe des „Feuermelders“ erscheint.

Mit einer Informationszeitschrift ging die freiwillige Feuerwehr Nauheim jetzt an die Öffentlichkeit. „Feuermelder“ nennt sich das Organ, mit dem die Feuerwehr jetzt über ihre Arbeit berichten will. Bereits in der ersten,17 Seiten starken Auflage, berichtet die Feuerwehr über den Großbrand bei der Zimmerei Best, vom Feuer der 12 Bienenstöcke, von einem Ausflug der Jugendfeuerwehr und über Neues aus dem Verein. So hat der Verein zum Zeitpunkt  31. 12. 1998,  552 Mitglieder, dabei sind 5 Eintritte und 7 Austritte. Ebenso wurde eine Einsatzstatistik veröffentlicht, wonach

insgesamt 79 Einsätze  mit 142,88 Stunden Einsatzzeit gefahren wurden.

Die Feuerwehr wurde im Durchschnitt alle 5,07 Tage alarmiert, wobei für jeden Einsatz 1 Stunde und 22 Minuten aufgewendet wurden. Der „Feuermelder“ wurde von der Bevölkerung sehr begrüßt, da diese nun einen umfangreichen Einblick in die Arbeit der Feuerwehr bekommt.

In der Ausgabe 1 des Jahres 2000, waren es für 1999 insgesamt 74 Einsätze, zu denen die Wehr gerufen wurde.Dazu ergeben sich folgende Durchschnittswerte:

Alle fünf Tage einen Einsatz, der im Durchschnitt 2 Stunden und 14 Minuten dauerte.Insgesamt waren dabei 953 Einsatzkräfte im Einsatz und hatten bei jeder Alarmierung 2 Stunden und 34 Minuten ehrenamtlichen Dienst zu leisten,Dies ergibt eine Gesamtstundenzahl von 2447 geleisteten Stunden.

Direktwahl des Bürgermeisters 1999

Die sechsjährige Amtszeit des amtierenden Bürgermeisters Helmut Fischer geht zu Ende, sodass  für den 28. Februar 1999 wieder eine Bürgermeisterdirektwahl ansteht.

Zu dieser Wahl haben sich außer dem amtierenden Bürgermeister Helmut Fischer, zwei weitere Kandidaten um das Amt des Bürgermeisters beworben. Bei diesen handelt es sich bei der SPD um Wolfgang Glotzbach und bei den Grünen

um den Gemeindevertreter Michael Wagner- Straub.

In mehreren Veranstaltungen stellten sich die 3 Kandidaten  dem Wahlbürger vor. Zu einer gutbesuchten Podiumsdiskussion  unter dem Motto: „Die Bürger fragen – die Kandidaten antworten“, am 25. Februar1999, in der Jahnturnhalle,  unter der Gesprächsleitung von Pfarrer Hans-Dieter Zepf, haben dann alle drei Kandidaten eingeladen. Der Bürgermeister selbst veranstaltete mit seinen Parteifreunden ein für alle Bürger offenen „Bunten Abend“ im Saalbau, mit einer großen Resonanz. Alles was Rang und Namen hatte war gekommen, um Helmut Fischer bei seinem Wahlkampf zu unterstützen.

Der alte und neue Bürgermeister heißt Helmut Fischer.

Spannend war es am Wahlabend, am 28.2. 99, als unzählige Interessierte im Foyer des Rathause in der Weingartenstraße das Wahlergebnis ungeduldig erwarteten. Schon vor 19 Uhr konnte man dann vernehmen, dass Helmut Fischer einen großen Wahlsieg davongetragen hat. Er selbst konnte es kaum glauben, als aus den einzelnen Wahlbezirken die ersten Ergebnisse eintrafen.

Das Ergebnis:                                                       Kandidaten:

                                                                  Fischer               Glotzbach                   Wagner-Straub

I KIGA- Neckarstraße:                          68,8 %                   27,6%                                  3,6%

II KIGA- Schillerstraße                         70,9 %                   26,4 %                                 2,7 %

III Altes Rathaus                                     70,7 %                   20,5 %                                 8,8 %

IVKIGA- Ochsengrund                          63,6 %                   25,8 %                              10,6 %

V KIGA- Schwanenstraße                   75,5 %                    19,1 %                                 6,3 %

Im Endergebnis für ganz Nauheim sieht es wie folgt aus:

Helmut Fischer: 70,1 %     -- Wolfgang Glotzbach: 23,7 %   und Wagner-Straub :   6,3 %

Wahlberechtigt waren : 8.056 Bürger

Abgegebene Stimmen:  5.070

Gültig waren:                    5.014  

Ungültige Stimmen:              56

Im Kerbespruch 1999 hieß es zum Wahlsieg von Helmut Fischer:

                                                      E Wahl ohne Qual :


Erfreulich isses, liebe Leit

was die meiste Bürger freit

daß noch de Wahl blieb alles beim „Alte“

un unser Helmut uns bleibt erhalte.

 

Der Wähler wußte diesmol mit Bedacht

wohie er soi Kreizje macht

weil mer uff den Kandidat dut baue

der vun de“ Drei“ es meiste Vertraue.

 

Doch Zwa devun hatte koo Chance

belehrt wurde widder mol die Bonze

die im Parlament dun sitze

un ‚98 em Boyemoster ons  Boo wollte pisse.

 

Die Bojemosterwahl dut  zeige,

daß kooner ihm es Wasser konn reiche

was der in 6 Jahr geschafft- sei betont

 

habbe die Bürger bei de Wahl belohnt,

so hot ers Vertraue vun  58% vor 6 Jahr

rechtfertigt un noch ausgebaut sogar.

 

Bis zum Schluß do dachte Fischer

ob Sieg oder Niederlag‚-nix iss sicher

als mer ihm donn noch prophezeit

daß er um die 50 % so leiht,

segt‚ er: „wollt  ihr mich verkohle

vielleicht muß mer die Wahl ach widderhole,

weil nie en Kandidat bestimmt

uff Anhieb übber 50 % kimmt.“

 

Om Wahlobend-ihr Leit wisst‚er was

war de Helmut Fischer ziemlich blass

doch als mer gege 7 es Ergebnis verkünd‚

im Rothaus  e Well‚ der Begeisterung beginnt.

 

De Sieger jedoch  konnt´s nit  fasse

hot sich donn mächtig feiern lasse

die CDU- die freits- ihr Leit- wie verrickt

doch die Sozis un Griene habbe sich verdrickt.

 

Die Kandidate die verlorn sie warn  fair

gratulierten und erwiesen Ehr‚

dem Sieger, bei über 70 % Stimme fürwahr,

in Nau‚em war sowas noch nit da.

 

Mir Kerweborsch gratuliern em “Neie“ un“ Alte“

er konn nochmol 6 Jahr des Omtes walte

un traditionell donn-ohne zu frage

zur Kerwe es Fass Freibier ooschlage.

 


 

Diese Bürgermeisterdirektwahl war in dieser Höhe mit 70,1 % für Bürgermeister Helmut Fischer ein großer, persönlicher Triumph. Nie vorher wurde in Nauheim ein solch hoher Wahlsieg erreicht. Obwohl diese 2. Direktwahl mit vorherigen Wahlen  nicht zu vergleichen ist, ist dennoch anzumerken , dass bei der Kommunalwahl 1972 die SPD- Nauheim, mit ihrem Spitzenkandidaten Hermann Reitz, ein Wahlergebnis von 61 % erreichte, das sogar im Wahlbezirk der Hochhäuser damals 66 % der Stimmen für die SPD brachte.

Jedenfalls, kann nun Helmut Fischer, ein Bürgermeister mit Leib und Seele, ein Bürgermeister mit Visionen, für die zukünftige Gestaltung Nauheims, mit dem 1997 gewählten Parlament, mit Zuversicht ins neue Jahrtausend gehen.

Im Rahmen einer Gemeindevertretersitzung am 18. Juni 1999, wurde sodann Helmut Fischer in sein Amt für die nächsten 6 Jahre, unter Beteiligung  vieler Nauheimer Bürger sowie der Kommunal- und Kreisprominenz, eingeführt. Für den langjährigen Gemeindevertreter und CDU-Starredner, Ortwin Lempert (CDU), war dies die letzte Sitzung, an der er teilnahm. Ortwin Lempert erklärte seinen Rücktritt aus der Gemeindevertretung. Als Nachfolger für den Ausgeschiedenen  sollte nun Burkhard  Höfner (CDU) nachrücken, der aber seinen Verzicht erklärte. Als  nächster Bewerberin auf der Kandidatenliste der CDU rückt nun, nach dem Verzicht von Höfner, Frau Judith Nientied, in der Nachtweide 43, nach. Solche Mitteilungen erfolgen stets im Bekanntmachungsorgan der Gemeinde Nauheim, dem Gemeindespiegel, da  jeder Wahlberechtigte, binnen 2 Wochen gem. Kommunalwahlgesetz das Recht hat, Einspruch  gegen die Feststellung einzulegen.

Neue Wege in der Kinderbetreuung.        

Nauheim zählt zu den wenigen Gemeinden, die in der glücklichen Lage sind, eine Überkapazität an Kindergartenplätzen zu haben. Dies jedoch kann sich in Zukunft ändern, wenn durch die Bebauung verschiedener neuer Gebiete (Feldchen, Köstlergelände usw.) der Zuzug mit Familien mit Kindern nach Nauheim erfolgt.

Um jedoch einer eventuellen Misere vorzubeugen, wurden jetzt  im März 1999 vier Arbeitsgruppen gebildet, die sich gemeinsam mit den Erzieherinnen, Eltern und Vereinen mit der Aufgabe der Kinderbetreuung in der Zukunft befassen sollen. Die Gemeinde geht nämlich in ihren Ermittlungen davon aus, dass in naher Zukunft weitere 40 Betreuungsplätze im Kindergartenbereich benötigt werden.

Ein Kinder- und Jugendparlament für Nauheim

Glückwunsch- die Gemeinde Nauheim besitzt seit dem  25. April 1999, ein Kinder- und Jugendparlament. Damit ist Nauheim die erste Gemeinde im Kreis Groß-Gerau, womit Nauheim wieder mal eine Vorbildfunktion übernommen hat. Bereits bei ihrer Antrittsrede im Mai 1995, hat die Kinderbeauftrage Anne Dammel  die Schaffung eines solchen Kinderparlamentes gefordert. Umfangreiche Vorbereitungsarbeiten in Zusammenarbeit mit den Eltern, der Jugendpflege und der Gemeindeverwaltung waren erforderlich bis es jetzt endlich so weit war. Dazu gehörte auch der Besuch beim Kinder- und Jugendparlament in Kiedrich/Rheingau. Der Wahlvorstand zur Wahl des Kinder- und Jugendparlamentes setzte sich aus dem Bürgermeister, den Kinderbeauftragten  Anne Dammel und Lothar Marx und einigen engagierten Eltern zusammen.

Nach dem Ergebnis der Wahl wurden folgende Bewerber in das

erste Nauheimer Kinder- und Jugendparlament gewählt:

Tina Rotzal- Santino –Emanuel Hormuth – Christoph Lösel – Janina Halfmann

 Lena Kuhlmann –Susanne Mroczek – Daniel Becker – Nadja  Rotzal – Steffen Dammel- Julian Weilbacher – Marcel Karell – Philipp Walczyk – Isam Hamrouni – Cassandra Hormuth- Daniel Gensert – Christoph Stein (1. Nachrücker).

Vorsitzende des Kinder- und Jugendparlamentes  wurde Lena Kuhlmann

Bereits in der Sitzung der Gemeindevertretung am 18. Mai 1999, wurden die Gewählten dem Gemeindeparlament vorgestellt und eventuell erste gemeinsame Themen diskutiert.

 

75 Jahre SKV- Nauheim

Mit einem großen Fest im Festzelt auf dem Sportplatz beging in der Zeit, vom  3. bis zum 6. Juni 1999, die SKV- Nauheim unter ihrem Vorsitzenden Hans Peter das 75-jährige Jubiläum.

Das Fest begann  mit einem „Gauwandertag“ mit Wanderungen rund um Nauheim.

Ein Nauheimer Abend, gestaltet von den Nauheimer Vereinen schloss sich an.

Live Blues und Rock‚n Roll vom Feinsten konnte man mit der Band „Spätschicht“ erleben. Am 5. Juni spielte die Tschechische Damenkapelle „Viktorky“ mit den Nauheimer Dorfmusikanten auf. Sonntags konnte man auf verschiedenen Plätzen der Gemeinde ein „Festival der Blasmusik“ erleben, bevor alle teilnehmenden Kapellen

auf dem Sportplatz zum gemeinsamen Spiel, unter dem Dirigenten Peter Schmidt, aufmarschierten. Anschließend spielten dann sieben Orchester abwechselnd im Festzelt auf. Das Fest endete mit einem gemeinsamen Konzert  von Musikverein Nauheim, dem Blasorchester der SKV und den „Jungen Musikern der SKV“.

Musikfest 1999 und Regionalpark Nauheim eröffnet

Parallel zu dem Musikfest wurde am Sonntag dem 20. Juni der Regionalpark im Bereich Nauheims, unter mäßiger Anteilnahme der Nauheimer Bevölkerung, eröffnet. Bürgermeister Fischer hatte dazu eingeladen, um den Spazierweg  offiziell einzuweihen.

Doch das Musikfest hatte wieder großen Zuspruch. Fast so blau wie das Ortswappen präsentierte sich der Himmel über Nauheim. Mit einem umfangreichen Programm  feierten die Nauheimer wieder ihr bereits zur Tradition gewordenes Musikfest ,das in 1999 für die Veranstalter zu einem vollen Erfolg wurde.

Die Europawahl 1999

Bei der am 13. Juni 1999 stattgefundenen Europawahl gab es folgendes Ergebnis:

CDU =      47,4 %----

SPD  =     33,5  % 

Grüne   =   9,1  %  und

FDP =         4,0 %

Von insgesamt7.636 Wahlberechtigten machten jedoch nur 3.139 , gleich 41,1 %  vom Wahlrecht gebrauch.

Auch dieses Wahlergebnis war für die CDU Nauheim wieder ein voller Erfolg, hat sie doch ein weiteres mal bei Wahlen die SPD Nauheim überflügelt.

Bürgerversammlungen

Zu wichtig anstehenden Fragen führt die Gemeinde zur Information und zur Anhörung der Bürgermeinung, eine Bürgerversammlung durch, die vom Gemeindevertretervorsteher eingeladen wird. Aber auch die Parteien haben es sich zur Gewohnheit gemacht, bei wichtigen anstehenden kommunalen Entscheidungen, die Bürger zu befragen. Eine solche Bürgerversammlung wurde vom Vorsitzenden der Gemeindevertretung Jürgen Schade für den 18. August 1999 eingeladen.

In der Einladung heißt es:

Die Bürgerversammlung findet gem. § 3 Baugesetzbuch im Saal der SKV-Nauheim, Königstädterstraße 75,statt.

Hierzu sind alle Bürgerinnen und Bürger der Gemeinde Nauheim recht herzlich eingeladen.

Thema:

Bebauungsplan mit Landschaftsplan „Georg Diehl-Straße“ um 19:30 Uhr

Bebauungsplan mit landschaftsplan „Bahnhofstraße/Neckarstraße/Schleifweg/ Rheinstraße“

Es werden die allgemeinen Ziele und Zwecke der Planung sowie deren voraussichtliche Auswirkung dargestellt und Gelegenheit zur Äußerung und Erörterung gegeben.

Fahrzeugbestand in Nauheim

Eine interessante Mitteilung bringt der „Gemeindespiegel in seiner Ausgabe vom

16. Juli 1999. danach sind in Nauheim, mit seinen 10.595 Einwohnern, 7.829 Fahrzeuge, als Motorräder, PKW, Traktoren, usw., gemeldet.  Davon wiederum sind 5.741 Fahrzeuge mit einem Katalysator ausgerüstet und gehören damit zu den schadstoffarmen Kfz der Klassen E2,D1,D2 . 470 Fahrzeuge sind bedingt schadstoffarm eingestuft, da sie einen ungeregelten Katalysator besitzen.12 Fahrzeuge sind als sogenannte Oldtimer anerkannt und 102 Fahrzeuge fahren mit Saisonkennzeichen und sind nur für einige Monate zugelassen. Bei noch immerhin 1.499 Fahrzeugen werden die Abgase nicht gereinigt, wobei es sich überwiegend um Dieselfahrzeuge handelt. Bei dem hohen Bestand von 7.829 Fahrzeugen in Nauheim kommt statistisch gesehen auf 1,34  Bürgerinnen und Bürger ein Fahrzeug.  Unter Berücksichtigung der 1.805 Kinder und Jugendlichen bis zum 17. Lebensjahr, die noch keine Fahrerlaubnis haben, kommen auf 1,12  Bürger ein Fahrzeug.

Brand im Schlachthaus des Saalbaues.

In der Nacht zum Freitag, dem 6. August 1999, wäre beinah der Saalbau zu einem Opfer der Flammen geworden. Doch die Nauheimer Feuerwehr verhinderte Schlimmeres, als um 2 Uhr meterhohe Flammen aus dem ehemaligen Schlachthaus, hinter dem

Saal, schlugen. Ein aufmerksamer Bürger hat das Feuer entdeckt und sofort die Feuerwehr alarmiert. Wenig später war die Feuerwehr zur Stelle. Das alte Schlachthaus brannte lichterloh, aus dem Dachgebälk sprühten die Funken. Das ganze Vereinsheim der Erzgebirgler war in Gefahr und musste unbedingt gerettet werden. Als nach etwa 10 Minuten klar war, dass die Flammen nicht übergreifen, schien es geschafft. Die Nauheimer Freiwillige Feuerwehr war mit 41 Einsatzkräften ausgerückt um den Flammen zu Leibe zu gehen. Das THW und das DRK Nauheim waren natürlich auch dabei, doch Verletzte gab es keine. Das THW hatte zu begutachten ,ob Einsturzgefahr der Schuppenzwischendecke besteht. Die Feuerwehr hatte wieder mal mit Erfolg seine Aufgabe verrichtet, wozu ihr der Dank der Erzgebirgler sicher war.

Eine neues Wochenblatt für Nauheim.

„Nauheim aktuell“ heißt die neue Wochenzeitung der Gemeinde Nauheim, die jetzt mit aktuellen Informationen aus dem Rathaus .herausgegeben wurde. In einem Grußwort zur 1. Ausgabe, vom 27. August 1999, sagte der Bürgermeister:

„......die Herausgeber möchten mit ihr aus dem Gemeindeleben berichten, das sicher sehr reich ist an Aktivitäten der Vereine  und Organisationen im sportlichen oder kulturellen Bereich, eine Themenvielfalt in den Beratungen der gemeindlichen Gremien aufzeigt und auch manch nette Anekdote oder Begebenheit enthält......Die Gemeinde Nauheim begrüßt den Wagemut der Verantwortlichen, sich auf dem Markt der Medien dem Wettbewerb zu stellen, denn von der Vielfalt profitieren nicht zuletzt sie, liebe Leserin und Sie .lieber Leser.“
Herausgeber  ist: VK- Werbeagentur  + Verlag Volker Kirst unter der Geschäftsführung von Volker Kirst und Marcus Müller.

5.Kinder- und Jugendfest in Nauheim

Am Sonntag, dem 19.September 1999, fand nun schon das 5. Kinder- und Jugendfest, rund um das alte Rathaus und der Grundschule, in Nauheim statt. Das Fest wurde wieder organisiert von den Kinderbeauftragten Frau Anne Dammel und Herrn

Lothar Marx, mit Beteiligung der gemeindlichen Jugendpflege und mittlerweile 26 Vereinen und Institutionen. Wie in den Vorjahren stand das fest wieder unter dem Motto:“ „Auf die Kinder kommt es an“. Ein ganztägiges und vielseitiges Programm mit zahlreichen Spiel- Bastel- und Mitmachangeboten, erwartete die Kinder. Zudem gab es eine Kinderdisco der katholischen Jugend  am Pfarrheim, eine Musikveranstaltung der Jugendpflege mit der„Live-Band“ Schamrodt im „Xpresso“ und einer Kindertheateraufführung des Erzgebirgischen Heimatvereins.

Der 9.9.`99-ein Tag zum heiraten.

Elf Paare waren es ,die sich an diesem Tag, mit dem denkwürdigen Datum in Nauheim das Ja-Wort gaben. Bürgermeister Helmut Fischer und Standesbeamtin Erika Sattler vollzogen im Trausaal des „Alten Rathauses“ das Zeremoniell.

18. Serenadenkonzert in der „Alten Mühle“

Erstmals fand das Serenadenkonzert des Musikvereins Nauheim, am 31. Oktober 1999,  im Hof der „Alten Mühle „statt. Von Vielen eher skeptisch beurteilt, war der Platzwechsel am Ende goldrichtig. Der von 3 Seiten geschützte Innenhof  biete,so hieß es, eine unvergleichlich bessere Akustik als der seitherige Veranstaltungsort „Altes Rathaus,

obwohl es dort immerhin romantischer war. Für die Teilnehmer am Konzert wurde Tische und Stühle gestellt und bei einem Eintritt von DM 5.- konnte jeder dabei sein.

Der Hof der Mühle war voll besetzt als der Musikverein mit seinem wieder großartigen Konzert, unter der bewährten Leitung des Dirigenten Karl-Heinz Kühnl, begann. Den Gästen wurden Brezel und Wein geboten und die Stimmung war einfach wunderbar. Dennoch gab es Zaungäste in der Mühlstraße, denen wahrscheinlich der Eintritt von DM 5.- nicht recht waren. In der Pause überreichte der Vorsitzende des Heimat- und Museumsvereins Volker Engroff, als Dank für die viele musikalische Unterstützung  bei den eigenen Veranstaltungen  eine „Notenspende“. Als sehr großzügig erwiesen sich auch die „Mehlwürmer“, die nicht nur für den Musikverein, sondern auch für den Musikförderkreis eine Spende übergaben. Mit „Weidmannsheil“ und „Gruß aus Böhmen“ verabschiedete sich der Musikverein, unter starkem Applaus  an diesem wunderschönen Sommerabend des 31. Oktober 1999,  von seinem Publikum.

30 Jahre Seniorenbetreuung mit „Altenfahrten“ oder „Bunten Nachmittagen“

In diesem Jahr ging es mal nicht auf die große Fahrt. So hatten es die Senioren, anlässlich des „Bunten Nachmittags 1997 „ mehrheitlich beschlossen. Ein Jahr soll es zukünftig auf Fahrt gehen und im nächsten Jahr sollen sich die Senioren zu einem bunten Nachmittag treffen. 1999 ,am 7.September, lud die Gemeinde die Senioren zu einem Seniorennachmittag  in die SKV-Halle ein. Als Unkostenbeitrag wurde ein Betrag von DM 5.- für jeden Teilnehmer festgesetzt. Etwa 300 Seniorinnen und Senioren konnte Bürgermeister Fischer begrüßen, dabei galt sein besonderer Gruß dem ehemaligen Bürgermeister Hermann Reitz mit Gattin. Reitz hatte vor 30 Jahren erstmals die älteren Bürger zu einer „Altenfahrt“ eingeladen. Ein wunderbares buntes Programm  wurde sodann in der SKV-Halle veranstaltet. Auch wurden wieder mit dem 88-järigen Otto Metz und den beiden  91 –jährigen Seniorinnen Marie Riedl und Maria Engroff, die ältesten Teilnehmer des „Altennachmittags“ ausgezeichnet.

Der von der  „Seniorenpflege „ unter der bewährten Leitung von Frau Gisela Zankl

veranstaltete Nachmittag fand bei allen Beteiligten großen Anklang, zumal der bekannte Ansager Schorch Eger, den Nachmittag moderierte. In Rekordzeit versorgten die fleißigen Damen der AWO die Gäste mit Kaffee und Kuchen. Alles in allem war es wieder ein gelungener Tag zu Ehren unserer Senioren,die zum Abschluss eines feststellten“ Es war wieder wunderschön- wir freuen uns schon jetzt auf das nächste Zusammenkommen im Jahre 2000.“

Wechsel im Gemeindevorstand im September 1999
Durch den Rücktritt von Frau Ilse Jung, aus Gesundheitsgründen, aus der Gemeindevertretung, rückt jetzt Wolfgang Glotzbach in die Gemeindevertretung nach, der damit aus dem Gemeindevorstand ausscheidet. Für ihn  rückt Frau Maria Schumacher in den Gemeindevorstand nach. Maria Schuhmacher, in der Kommunalpolitik sehr bekannt, war schon einmal von 1978 bis 1996 Mitglied der Gemeindevertretung. Mit ihr ist wieder einmal,nach einer Pause von mehr als

10 Jahren ,eine Frau im Gemeindevorstand vertreten.

Eine Bankspende für den Lindenbaum vor dem „Alten Rathaus“

Anlässlich des 25-Jährigen Firmenjubiläums der Firma Horst Hack GmbH, sanitäre Anlagen, Heizungstechnik, Regenwassernutzung, Solaranlagen ,Spenglerarbeiten sowie Wartung und Reparatur aller haustechnischen Anlagen, hat die Firma eine Rundbank für den Lindenbaum vor dem „Alten Rathaus“ auf dem Heinrich-Kaulplatz  spendiert. Eine weitere Spende der Familie Hack erhielt der Kindergarten Schwanenstraße in Höhe von DM 600.- sowie an die Multisklerose Gruppe Nauheim mit demselben Betrag.

Nachtragshaushalt 1999 verabschiedet

„Den Bürgerinnen und Bürgern unserer Gemeinde ist damit nur wenig geholfen, wenn sie erfahren, dass die Ausgaben des Verwaltungshaushaltes knapp 28,9 Millionen betragen und damit die Einnahmen um ca. 1,02 Millionen übersteigt. Wichtiger ist für alle Beteiligten zu verstehen, welche grundsätzlichen Probleme, aber auch die grundsätzlichen Chancen des Haushalts sind. Im laufenden Kalenderjahr und damit auch im Nachtragshaushalt schlagen sich erheblich Verluste im Bereich der Steuereinnahmen nieder“,sagte der Fraktionsvorsitzende der CDU-Nauheim  Peter Ziemainz, bei der Verabschiedung des Nachtragshaushaltes, der wieder mit einem Defizit  unausgeglichen ist.

Hier die Zahlen:

Im Nachtragshaushalt werden im Verwaltungshaushalt die Einnahmen erhöht um 418.562 .- DM, vermindert um 1.278.529 .- DM und betragen jetzt : 27.858.955.- DM

Die Ausgaben verändern sich wie folgt:

Die Ausgaben erhöhen sich um 808.366.- DM ,vermindern sich um 1.439.020.- DM und betragen jetzt: 28.877.949.- DM.

Im Vermögenshaushalt ergeben sich folgende Änderungen:

Erhöhung  bei den Einnahmen um 1.522.965.- DM –Verminderung um 625.769.- DM

und beträgt jetzt:  4.033.706.- DM

bei den Ausgaben Erhöhung um 228.256.- DM –Verminderung um 3136.510.- DM und beträgt jetzt :4.033.706.- DM

Kredite  werden auch weiterhin keine veranschlagt.

Senioren im Internet.

Zu einem Schnupperkurs am Computer hat die Sport- und Jugendpflege nun die interessierten Senioren , am 2. November 1999, ins  „Xpresso“ eingeladen.

Zu dem angebotenen „Internet Schnupperkurs“ hatten sich  immerhin 15 Senioren bei Fau Zankl gemeldet. Zum Schluss waren es 17 Senioren, die daran teilnahmen.

Der 14-jährige Nauheimer und Schüler des Emanuel Kant Gymnasiums in Rüsselsheim, Christoph Lösel, erwies sich als Experte in Punkto Internet und brachte in spielerischer Form den Senioren den Umgang mit den Surfen bei, das die Teilnehmer an einer großen Leinwand verfolgten. Der Schritt den Senioren den Umgang mit dem Computer und das Surfen im Internet beizubringen, wurde allseits sehr begrüßt. So haben die

Senioren ,nach Kenntnis des Umgangs mit den Computer, die Möglichkeit über die Internet Adresse der Gemeinde oder auch der Parteien und Vereine das Neueste über Nauheim zu erfahren oder über alles Wissenswerte im Computer zu surfen.

Landesehrenbrief für Karl Sandner

Am 2. November 1999, wurde während einer Feierstunde im Landratsamt, der bekannte Nauheimer, langjähriger Vorsitzender des Ski-Clubs Nauheim, Karl Sandner ,von Landrat Enno Siehr, mit dem Landesehrenbrief ausgezeichnet.
Diese Auszeichnung erhielt Karl Sandner für seine langjährigen, ehrenamtlichen

Tätigkeiten für seine Verdienste um die Gemeinschaft.

Netto-Discountmarkt in Nauheim eröffnet.

Am 11. November 1999 eröffnete im Baugebiet “Im Rod“ ein neuer Supermarkt. Dieses Gebiet, das seither in der Versorgung unterversorgt war, schließt nun auch ein Teil Nauheims über der Bahn in eine bessere Versorgung ein. So wurde mit der Neueröffnung eine Versorgungslücke für etwa 3000–4000 Einwohner geschlossen. Das Unternehmen, das vom Bodensee bis Karlsruhe mit 660 Filialen bestens eingeführt ist, eröffnete alleine im Jahre 1999, 120 Filialen und plant zur weiteren Expansion im Jahre 2000 weitere 200 Läden zu eröffnen. Damit gehört „NETTO“ zu den 7  größten Firmen  dieser Art in Deutschland. Der Laden wurde mit dem symbolischen Durchschneidens einer Sperre ,in Anwesenheit mehrerer Gemeindevertreter,  dem Gebietsverkaufsleiter  und der Filialleiterin Claudia Hoffmann eröffnet. 60 Parkplätze und ein Fahrrardständer wurden errichtet.Der Markt hat eine Fläche von 800 qm. Mit der Eröffnung dieses Marktes ist Nauheim jetzt gut versorgt. Es gibt hier den „Aldi-Markt“ an der ehemaligen

B 42, den Plus-Markt im Gebäude der SKV in der Königstädterstraße, den Schlecker –Markt, im ehemaligen Jugendzentrum am Bahnhof, dem Tengelmann- Markt an der Grenze nach Königstädten, einem Supermarkt im Ladenzentrum in der Waldstraße, und einen“ Penny- Markt“, ebenfalls in der Waldstraße.Dazu kommen noch die in Nauheim befindlichen Getränkemärkte außerhalb der Supermärkte.

Tag der offenen Tür in der „KÖBA.“

Wie in den Vorjahren , so findet auch in diesem Jahre wieder ein „Tag der offenen Tür“ in der „KÖBA“(Königstädter/Bahnhofstraße) statt, der vom Gewerbeverein veranstaltet wird, und jeweils am Samstag vor dem 1. Advent stattfindet. Somit hat der Tag der offenen Tür auch den Charakter eines Weinnachtsmarktes. Auch das

Einkaufszentrum in der Waldstraße ist mit eingeschlossen. Zur Unterhaltung dieses Tages spielt das Jugendblasorchester der SKV, die Jakobsspatzen  und die Sambatrommler musizieren entlang der KÖBA und gegen Abend kommt zur Freude der Kinder der Nikolaus der seine Geschenke an die Kleinen verteilt.

Ursprünglich fand der 1. Weihnachtsmarkt von Gewerbe und Vereinen rund ums „Alte Rathaus“ statt. Dies war die Art Weihnachtsmarkt wie man ihn sich wünschte und der für Groß und Klein zu einem romantischen Weihnachtserlebnis wurde.Später dann haben sich von diesem Weihnachtsmarkt die Gewerbetreibenden zurückgezogen, die mit dem“Tag der offenen Tür“ auf der KÖBA ihren eigenen Weihnachtsmarkt gestalteten. Den „ Weihnachtsmarkt“  hat man bei der Gestaltung nur den Vereinen überlassen, der trotzdem jährlich eine größrer Resonanz als die Veranstaltung auf der Köba findet.

Schon im Kerbespuch 1993 ging man auf die Veranstaltung der „KÖBA“ wie folgt ein:

 

                                                                     Die  KÖBA


 

Schee war immer zur Weihnachtszeit

de Woihnachtsmarkt om „Alte Rathaus „ ihr Leit

die Kulisse dort- hot Alte un Kind

fers Fest so richtig oigestimmt

uffs Woihnachtsfest mit soine Gabe

doch letztes Jahr-es war kaum zu glaabe

hot de Gewerbeveroin-so seis gesagt

weil’s koo Geschäft iss-ach konner gemacht

 

Koon Woihnachtsmarkt-dess wär e Schond

dachte e paar-und kurzerhond

habbe die schnell was organisiert

domit so was in Nau‚em nit passiert.

 

E paar beherzte Geschäftsleit- so ich sag

ersparten Nau‚em diese Schmach

doch was kam eraus debei

man hatte Woihnachtsmärkte zwei.

 

 

Die Köba hot mer e bisje rausgeputzt

un so als Woihnachtsmarkt benutzt

un im Waldstroße- Einkaufszentrum-gemach

war jetzt en Woihnachtsmarkt jo ach

 

Die Moral vun der Geschicht:

„Macht bitte wieder so was nicht

en richtige Woihnachtsmarkt der muss schun soi

de Platz vorm“Alte Rathaus „ der lädt oi

nur dort so denk ich werds gelinge  es Volk so richtig oizustimme

bei Glühwoi.Plätzjer un onnere Gabe

kann mer was kaafe un sich laabe.

 

Fer die Größ vun unserm Ort-so sich’s ziemt

hot der en Woihnachtsmarkt verdient

die Bürger werrn donke-bestimmt werds gelinge

dass ach die Kasse widder klinge!


100 Jahre Frauenarbeit

„100 Jahre Frauenarbeit- ein stolzes Jubiläum. Hundert Jahre wechselvoller

Geschichte ,in der sich diese wichtige Arbeit, in der evangelischen Kirchengemeinde gefestigt hat. „ so Pfarrer Hans Dieter Zepf,  in einem Vorwort zu diesem kirchlichen Ereignis. Dabei handelt es sich um den „Gustav Adolf Frauenkreis“ und seiner Tätigkeit in Nauheim. Hundert Jahre Gustav-Adolf Frauenarbeit in Nauheim heisst aber auch :

100 Jahre Solidarität mit Glaubensgeschwistern in der weiten Welt, die es in vielem so viel schwerer haben als wir,

100 Jahre gelebte Ökumene ,und das heißt doch “Geistliches und materielles Teilen in ökumenischer Verantwortung mit denen, die wie wir Glieder am Leibe Christi sind und wie wir auch von dieser Gemeinschaft gehalten und getragen sind,“

Ehrenamtliches Engagement mit dem Kulturpreis gewürdigt.

In einem feierlichen Rahmen vor der Gemeindevertretung erhielten, am Freitag, dem 10. Dezember 1999, den erstmals verliehenen Kulturehrenbrief in Gold:

Wilhem Nolte, Alwin Geyer und Dr. Rudolf Löbl.
in Silber:  Johanna Niesik und in Bronze Margarethe Filzinger.

Mit diesen Auszeichnungen will die Gemeinde die Bedeutung des Ehrenamtes in den Vereinen unterstreichen und ein äquivalent zu den alljährlichen Sportlerehrungen setzen.

So war Wilhelm Nolte mehr als 30 Jahre in der Pfadfinderarbeit und im Vorstand der evangelischen Kirchengemeinde tätig. Er war es, der den Verband „Christlicher Pfadfinder“ gründete.
Dr. Rudolf Löbl gehört dem erzgebirgischen Heimatverein, seit 1966, an.Er war kurze Zeit Vorsitzender und über 20 Jahre stellvertretender Vereinsvorsitzender. 25 Jahre lang war er eine tragende Stütze im Kulturausschuss der Erzgebirgler und ist heute noch sehr aktiver Sänger in der Gesangsgruppe. Doch zu seinem Lebenswerk gehöre sein Beitrag zur Integration der Heimatvertriebenen.

Alwin Geyer ist seit 1949 Mitglied im Gesangverein „Eintracht“, darunter von 1962 bis 1996, als Vorsitzender, und jetzt Ehrenvorsitzender quasi die Seele des Vereins.

Johanna Niesiek hat sich 1975 dem gehörlosen Ortsbund angeschlossen, dem sie seit 1996 vorsteht. In ehrenamtlicher Funktion arbeitet sie als Gebärdedolmetscherin.

Margarete Filzinger hat sich 1989 beim Landfrauenverein eingeschrieben. In Nauheim ist sie bekannt für Geselligkeit, Spaß  und Mundartpflege, wobei besonders ihre Auftritte in der Fastnachtszeit sehr beliebt sind. Auch in der Seniorenarbeit ist sie hilfreich und hat dort oft bewiesen, dass sie das Herz auf dem rechten Fleck hat

Ins neue Jahrtausend mit Tatkraft und Visionen.

Wie in den Jahren vorher wandte sich auch Ende des Jahres 1999 Bürgermeister Fischer und Parlamentsvorsteher Jürgen Schade zum Jahreswechsel an die Bürger Nauheims.
Hier ein Auszug:

„Die Gemeinde Nauheim hat sich in den letzten jahrzehnten aus einer kleinen bäuerlichen Gemeinde vor dem Krieg, nicht zuletzt durch den Zuzug der vielen Heimatvertriebenen aus dem Egerland, dem Erzgebirge, zum begehrten Wohnstandort mitten im Rhein-Main Gebiet entwickelt. Dazu bedurfte es der Schaffenskraft, des Engagements aber auch des Verzichts unserer älteren Generation, die nach dem schrecklichen Krieg diese Gemeinde aufgebaut hat. Es war oftmals ein zähes Ringen  auch in den politischen Gremien, am Ende stand jedoch das Ergebnis: die Infrastruktur Nauheims verbesserte sich weiter, es entstanden Wohnungen, es wurden Arbeitsplätze geschaffen ,wir bieten Gewerbetreibenden einen guten Standort. Das Leben in einer Kommune wird jedoch nicht nur durch Wohnen und Arbeiten geprägt, sondern aus der Gestaltung der Freizeit, der kulturellen, sportlichen  und sozialen Infrastruktur- alles das sind Mosaiksteine ,die das Gemeinschaftsleben festigen und mit dazu beitragen Lebensgefühl und Gesicht einer Kommune zu bestimmen. Hier haben die politisch Verantwortlichen, an der Spitze  mit den jeweiligen Bürgermeistern  Heinrich Kaul, Georg Schad, Dr. Herbert Fürbeth. Hermann Reitz und Rudolf Zaich, in der Vergangenheit hervorragende Arbeit geleistet. In der Musikgemeinde Nauheim lasst es sich gut leben. In unserer überschaubaren Gemeinde finden wir noch etwas von dem, was wir gemeinhin als Lebensqualität bezeichnen.“

Im Blick auf das neue Jahrtausend heißt es : Mit Tatkraft, Schwung, einer zündenden Idee, Zuversicht und auch einigen Visionen, sowie dem nötigen Zusammenhalt wird in den nächsten Jahren vieles erreichbar sein.“


Fortsetzung der Ortschronik 2000er Jahre