
Jahresbericht des Heimat- und Museumsvereins Nauheim e.V. für das Jahr 2025
Liebe Freunde des Heimat- und Museumsvereins Nauheim e.V.,
sehr geehrte Damen und Herren,
Ich möchte meinen Bericht nicht nur mit positiven Ereignissen füllen, denn es gab auch negative Aspekte, die man ansprechen sollte. Im Jahr 2025 gab es bekanntlich keinen Haushalt der Gemeinde Nauheim, somit konnten keine Neubeschaffungen für das Heimatmuseum getätigt werden. So konnte beispielsweise die seit vielen Jahren im Haushalt eingestellte Mediensäule auch 2025 nicht angekauft werden. Vielleicht werden im Haushalt 2026 Mittel für Neuanschaffungen für das Heimatmuseum freigegeben. Auch das Heimatmuseum, das eine öffentliche Einrichtung der Gemeinde Nauheim ist, profitiert von Erneuerungen bzw. Innovationen. Dies kommt nicht nur dem Heimatmuseum, sondern auch der Nauheimer Bevölkerung zugute. Ein Museum ist dazu angehalten, seine Ausstellungen zu erneuern, um den aktuellen wissenschaftlichen und kulturellen Entwicklungen gerecht zu werden.
Römertafeln
Es sei jedoch noch angemerkt, dass die folgenden Punkte ebenfalls von Relevanz sind. Der Hellenenbrunnen ist im Nauheimer Oberwald gelegen. Der Brunnen wurde durch einen extremen Windwurf in Mitleidenschaft gezogen. Die Erläuterungen zur Historie des sogenannten „Hellenenbrunnens“ sollten einer Verlegung um einige Meter sowie einem Neuaufbau unterzogen werden. Die Gemeinde Nauheim hat bis zum heutigen Tage keine Maßnahmen ergriffen. Auch die verwitterte Hinweistafel zu den römischen Funden an der Straße nach Trebur ist verblasst und bedarf einer Erneuerung. Aufgrund der jüngsten archäologischen Entdeckungen, insbesondere der Gräber aus der Zeit von 70 bis 230 n. Chr., ist an dieser Stelle eine umfassende Erneuerung unabdingbar. Es handelt sich um zwei Aufgaben der Gemeinde, die seit mehreren Jahren ungelöst sind, wiederholt angemahnt wurden und bedauerlicherweise keine Beachtung fanden.
Abschließend sei jedoch das Positive hervorgehoben.
Der Verein richtete erstmalig eine Feier zur Dankesbekundung für seine zahlreichen Helfer und Unterstützer aus. Am 18. Januar 2025 wurde eine Zusammenkunft im neuen Vereinsraum in der Schulstraße 6 arrangiert, um den Beteiligten für ihre Mitarbeit zu danken. Ein neuer Vereinsraum? Es handelt sich hier um den ehemaligen Raum des „Gehörlosenbundes, Ortsgruppe Nauheim“, die sich vor längerer Zeit aufgelöst hatten. Dieser Raum wurde anschließend von der Gemeinde Nauheim renoviert und steht nun allen Vereinen zur Verfügung. Rund 30 Gästen folgten der Einladung und wurden mit einem reichlich bestückten Büffet verwöhnt.
Am 16. März 2025 wurde die diesjährige Jahreshauptversammlung im Bürgersaal durchgeführt. Im Rahmen der Versammlung referierte Niklas Schanz von der Goethe-Universität in Frankfurt am Main über die 64 Gräber auf dem Gebiet der Gemeinde Nauheim. Die vorliegenden Gräber, Brandbestattungen sowie Skelettfunde lassen sich mutmaßlich auf die Zeit um 70 bis 230 n. Chr. datieren. Diese neuen Erkenntnisse werfen ein völlig neues Licht auf die Römerzeit in Nauheim. Bevor es dann anschließend zur Jahreshauptversammlung ging, stärkten wir uns mit Kaffee und Kuchen.Freilichtmuseum Hessenpark
Ein besonderes Erlebnis wurde am 6. April 2025 den Nauheimer Besucher erteilt. Im Freilichtmuseum Hessenpark in Neu-Anspach wurde eine neue Ausstellung mit dem Titel „Vertriebene in Hessen, Ankunft und Integration nach 1945“ im Haus Sterzhausen in der Baugruppe Mittelhessen eröffnet. Eine geringe Anzahl geladener Gäste des Heimat- und Museumsvereins Nauheim e.V. nahm an der Eröffnung teil. In der neuen Ausstellung werden nicht nur einige Leihgaben des Heimat- und Museumsvereins präsentiert, sondern auch Exponate, die von Zeitzeugen aus Nauheim zur Verfügung gestellt wurden. Diese Zeitzeugen geben in der Ausstellung persönliche Einblicke in die lokale Geschichte. In der neuen Ausstellung sind eine Reihe von Persönlichkeiten vertreten, die in der Vergangenheit eine bedeutende Rolle in der Lokalgeschichte gespielt haben. Darunter befinden sich Walter Püchner, Helga Gafke und der ehemalige Ehrenbürger Alwin Geyer. Die Gemeinde Nauheim ist in der vorliegenden Ausstellung adäquat repräsentiert. Die Gemeinde Nauheim ist nun in dieser Ausstellung als „Musikgemeinde“ würdig vertreten. Ein Besuch ist in jedem Fall lohnend.Internationale Museumstag
Am 18. Mai 2025 wurde der „Internationale Museumstag“ begangen. Gemäß dem Motto „Museen gemeinsam entdecken“ bestand für die Ehrenamtlichen noch ein erheblicher Arbeitsaufwand. Die Musikinstrumentenausstellung wurde einer umfassenden Neugestaltung unterzogen. Die bisherige Musikinstrumenten-ausstellung, die sich durch eine hohe Ausstellungsdichte auszeichnete, wurde verabschiedet. Gegenwärtig werden lediglich Instrumente präsentiert die in Nauheim, Graslitz sowie deren Umgebung gefertigt wurden. Ein weiterer Aspekt, der in diesem Zusammenhang zu berücksichtigen ist, ist das Motto „Weniger ist mehr“. Zwei neue Glasvitrinen, die bereits 2024 von der Gemeinde Nauheim angekauft wurden, wurden in der neuen Ausstellung integriert. In diesem Kontext mussten einige Musikinstrumente aus der Ausstellung entfernt werden. Darunter befand sich auch ein Harmonium, das dem Besitzer als Leihgabe zurückgegeben wurde. Die nicht mehr ausgestellten Musikinstrumente werden nun im Depot eingelagert. Des Weiteren konnte durch finanzielle Zuwendungen ein Replikat einer Gitarre erworben werden, die einst von Elvis Presley gespielt wurde. Die „ISANA Black Pearl“, gefertigt vom Nauheimer Gitarrenbauer Josef Sandner aus der Weingartenstraße, wurde im Jahr 2018 in einer limitierten Auflage von der Firma Franz Sandner hergestellt und ist nun in der Ausstellung zu sehen. Die neu konzipierte Ausstellung wurde pünktlich zum „Internationalen Museumstag“ fertiggestellt und der Öffentlichkeit präsentiert. Die Ausstellung stieß bei den Besuchern auf breite Zustimmung und Anerkennung. Die Publikation, welche sich mit der Thematik der Musikinstrumente im Nauheimer Heimatmuseum befasst und von Günther Dullat entworfen wurde, ist nun verfügbar. Im Anschluss an die Besichtigung der Ausstellung bestand die Möglichkeit, sich bei Kaffee und Kuchen zu stärken.
Zum „Kleinen Brunnenfest“ wurde am 14.Juni 2025 geladen. Zum ersten Mal wurde das Brunnenfest auf dem Schulhof der Schwarzbachschule durchgeführt. Bei schönstem Wetter strömten die Besucher ab 17:00 Uhr auf den Schulhof, um hier die Gesangseinlagen von Luca D`Acri zu hören. Er unternahm mit uns eine Reise nach Italien. Die Resonanz der Anwesenden war durchweg positiv, sodass das Fest als voller Erfolg gewertet werden kann. Aufgrund des Erfolges haben wir für dieses Jahr Luca D`Acri für das Brunnenfest am 27.Juni 2026 erneut eingeladen. Besuchen sie uns an diesem Tag auf dem Schulhof der Schwarzbachschule. Wir freuen uns auf ihr kommen.
Auch das sollte erwähnt werden. Ein besonderer Dank gebührt den Mitarbeitern des Bauhofes. In einem aufwendigen Prozess wurde der Kopfsteinpflasterweg zwischen Neubau und Heimatmuseum, der im Zuge des Neubaus entfernt werden musste, in mühevoller Handarbeit wiederhergestellt. Am 18. August 2025 wurde sich bei herrlichem Sonnenschein in Anbetracht der hervorragenden Arbeit mit einer Mahlzeit bedankt. An dieser Stelle sei dem Bauhof nochmals ausdrücklich für seine Arbeit gedankt.
Tag des offenen Denkmals
Am 14. September 2025 wurde der „Tag des offenen Denkmals“ begangen. Das Motto der diesjährigen Veranstaltung lautete „Wer-voll: unbezahlbar oder unersetzlich“. Im Anwesen Vorderstraße 13, dem ehemaligen Wohnhaus des ehemaligen Bürgermeisters von Nauheim, Friedrich Bernhard Benjamin Mischlich, wurde uns durch die Familie Brokmann, vertreten durch Thorsten und Caroline Brokmann sowie Marcus Brokmann, ein eindrucksvolles Beispiel für die akribische Restaurierung denkmalgeschützter Häuser mit traditionellen Materialien präsentiert. Die Führungen durch das Anwesen zeichneten sich durch erstaunliche Kenntnisse über das Haus und seine Bewohner aus. Bei den beiden Führungen wurden die Räumlichkeiten des Hauses von rund 80 Teilnehmern besucht. An dieser Stelle soll der Familie Brokmann noch einmal ausdrücklich gedankt werden.
Am Nachmittag konnte man sich wieder beim „Sammeltassenkaffee“ stärken.
Zur Öffnung des Neubaus Museumsarchiv mit Arbeitsräumen wurde am 26. Oktober 2025 geladen. Im Rahmen einer Feierlichkeit zum 75-jährigen Jubiläum des Musikvereins 1950 Nauheim e.V. wurde im Neubau eine Fotoausstellung eröffnet. Anlässlich dieses Ereignisses initiierte das Blasorchester Nauheim 1950 eine musikalische Darbietung unter freiem Himmel, zum Glück bei einigermaßen gutem Wetter. Zum Thema „Neubau“ wird zu einem späteren Zeitpunkt eine detailliertere Berichterstattung erfolgen.
Am 9. November 2025 wurde die letzte Veranstaltung durchgeführt, die von einer gewissen Traurigkeit geprägt war. Am besagten Tag wurde der damaligen Reichweiten Ausschreitungen gegen unsere jüdischen Mitbürger gedacht. Auch in Nauheim waren 18 Bürgerinnen und Bürger von Flucht und Deportation betroffen, die in der Folge ihre Heimat verloren haben bzw. ermordet wurden. Im Rahmen einer Gedenkfeier wurde durch die Nauheimer Landfrauen 18 Kerzen für die Opfer von Nauheim entzündet. Unser aufrichtiger Dank gebührt zudem dem Kinder- und Jugendparlament. Die Reinigung der Stolpersteine auf den Straßen in Nauheim erfolgt bereits seit Jahren im Vorfeld der Gedenkveranstaltung durch die KiJuPa. Das Kinder- und Jugendparlament sowie Bridusa Salzgeber verdienen besondere Anerkennung für ihr Engagement.
Was gibt es sonst noch zu berichten?
In diesem Zusammenhang sei der „Lutherweg“ erwähnt. Die 320 km lange Pilger- und Wanderroute „Lutherweg 1521“, die durch das Bundesland Hessen geleitet wird, führt auch durch die Gemeinde Nauheim. Der dort ansässige Heimat- und Museumsverein ist für die Betreuung eines Teilstücks dieser Strecke von Walldorf bis zum Bahnhof in Nauheim zuständig, dass eine Länge von circa 12 km aufweist. Vor zehn Jahren hat das Vorstandsmitglied Hans-Joachim Brugger die Aufgaben eines „Wegepaten“ übernommen. Zu den Tätigkeiten zählt die Sicherstellung der Sichtbarkeit der Wege-Markierungen, deren Aktualisierung, Erneuerung und gegebenenfalls freigeschnitten, um die Begehbarkeit der Route zu gewährleisten.Museumsverein und "Soziale Medien"
Der Heimat- und Museumsverein ist seit 2003 in digitalen Medien präsent und betreibt eine aktuelle und umfangreiche Homepage. Einerseits liegt somit eine umfassende Internetpräsenz zu historischen Nauheimer Themen vor, andererseits werden Veranstaltungen in aktueller Folge publiziert und sind dauerhaft abrufbar. Es soll an dieser Stelle darauf hingewiesen werden, dass die beiden Bände der Nauheimer Chronik, auf die die Gemeinde zu Recht stolz sein kann, eine hervorragende Grundlage bilden. Die Pflege der Internetseiten erfolgt durch den Beisitzer Hans Joachim Brugger. Zusätzliche Aktivitäten des Museums werden auf der Social-Media-Plattform Facebook von der Schriftführerin Stephanie Krebs sowie auf der Plattform Instagram von der Beisitzerin Nicole Hartmann präsentiert.
Das vergangene Jahr war durch einen hohen Arbeitsaufwand gekennzeichnet. Es liegen zahlreiche Veranstaltungen und Festivitäten hinter uns. Es sei zudem auf die Arbeitseinsätze der Donnerstagsgruppe im Neubau sowie im Museum verwiesen. Des Weiteren ist die Montagsgruppe zu erwähnen, in welcher eine Bewertung von historischen Fotografien erfolgt. Gemäß dem Leitsatz „Sammeln, Bewahren, Forschen, Ausstellen und Vermitteln“ wird die Arbeit nicht nur für die eigene Institution, sondern insbesondere auch für die Gemeinde Nauheim ausgeführt, mit dem Ziel, die Geschichte der Heimatgemeinde Nauheim zu bewahren.
Im Jahr 2025 verzeichneten das Heimatmuseum Nauheim sowie die Veranstaltungen des Heimat- und Museumvereins Nauheim eine Besucherzahl von rund 750 Personen. Neben der Dauerausstellung und den Veranstaltungen erfreute sich insbesondere das „Sammeltassenkaffee“ großer Beliebtheit. Darüber hinaus verzeichneten die Führungen am „Tag des offenen Denkmals“ eine hohe Besucherzahl. Die Anzahl der Besucherinnen und Besucher, die sich nicht in das Gästebuch eingetragen haben, ist in der vorliegenden Statistik nicht berücksichtigt. Die Besucherzahl dürfte somit die 1000er-Marke überschritten haben.
Im Jahr 2025 wurden elf Vorstandssitzungen abgehalten, in deren Rahmen die Belange des Vereins sowie die des Heimatmuseums erörtert wurden. Die Mitglieder der Montags- und Donnerstagsgruppen haben im Berichtsjahr insgesamt rund 1500 Stunden ehrenamtlich gearbeitet. In der vorliegenden Betrachtung wurden die Stunden, die für Veranstaltungen, Vorstandssitzungen und Festivitäten aufgewendet wurden, nicht berücksichtigt.
Zum Stichtag 01.01.2025 wies der Verein 183 Mitglieder auf. Neben zwei Austritten und drei verstorbenen Mitgliedern wurden zwei Zugänge verzeichnet. Zum Stichtag 31.12.2025 belief sich die Mitgliederzahl somit auf 180 Mitglieder.Komplette Präsentation
Mit der Zuversicht, dass nach Abschluss der Bauarbeiten am „Museumsarchiv mit Arbeitsräumen“ sämtliche Bereiche des Heimatmuseums sowie der Remise wieder für die Öffentlichkeit zugänglich sein werden, sehen wir dem Jahr 2026 mit Optimismus entgegen. Es besteht die Hoffnung, dass wir diese Aufgaben gemeinsam bewältigt können. Ich möchte jedoch nicht unerwähnt lassen, dass die Inventarisierung der Sammlungsobjekte im Heimatmuseum dank der Mitarbeit einer FSJl-erin Fortschritte gemacht hat. An dieser Stelle möchten wir uns bei der Gemeindeverwaltung dafür bedanken, dass das Heimatmuseum seit September 2025 Unterstützung erhält. Unser besonderer Dank gilt Zoe Quast für ihr Engagement im Heimatmuseum und ihre Tätigkeit als FSJ-lerin.
Abschließend möchte ich allen Mitgliedern, Freunden und Förderern des Heimat- und Museumsvereins Nauheim e.V. sowie des Heimatmuseums meinen aufrichtigen Dank aussprechen. Ohne das Engagement der Mitglieder wäre die Realisierung einiger Veranstaltungen nicht möglich gewesen. Darüber hinaus gilt mein aufrichtiger Dank dem Gemeindevorstand und der Gemeindevertretung. Vielen Dank dafür.
Abschließend sei angemerkt, dass die von uns erbrachte Arbeit nicht nur uns selbst zugutekommt. Die Erhaltung und Sichtbarmachung der Geschichte der Gemeinde Nauheim sowie des Erbes ihrer Bevölkerung für die nachfolgenden Generationen ist hier von größter Relevanz.
Für die Aufmerksamkeit sei an dieser Stelle Dank ausgesprochen.