Motto zum Tag des offenen Denkmals®

NetzWERKE: Denkmale & Infrastruktur 

Das Motto „NetzWERKE: Denkmale & Infrastruktur“ ließ sich sehr gut mit einer Führung unter dem Titel „Orte der Geselligkeit – Nauheimer Gaststätten bis 1945“ verbinden, indem Gaststätten als soziale, wirtschaftliche und verkehrliche Knotenpunkte verstanden werden.

Gasthäuser waren weit mehr als Orte zum Essen und Trinken. Sie bildeten wichtige Netzwerke des gesellschaftlichen Lebens: Hier trafen sich Vereine, Reisende, Handwerker, Musiker und politische Gruppen. Die Entwicklung der Nauheimer Gaststätten stand zudem eng mit der örtlichen Infrastruktur in Verbindung – von Straßen und Fuhrwegen über die Eisenbahn.

Es gab zwei unterschiedliche Führungen, vormittags und nachmittags, die von Lothar Walbrecht, dem Vorsitzenden des Heimat- und Museumsvereins, durchgeführt wurden. Jede Tour war rund 1 km lang. Zu beispielhaften Gaststätten kann hier nachgelesen werden.

Der Denkmaltag begann in Nauheim, nach wochenlanger Trockenheit, mit Nieselregen - aber zur ersten Führung fanden sich trotzdem gut  20 Teilnehmer ein. Vorstandsmitglied Hans Joachim Brugger begrüße zur Führung und gab einen kleinen Rückblick auf die Historie des Denkmaltages von 1993 an in Nauheim. Vorsitzender Lothar Walbrecht begann mit der ehemaligen Gaststätte "Zur Waldlust" in der Waldstraße. Die Route zu den weiteren Schank- und Wirtshäusern ging über den Heinrich-Kaul-Platz, durch Vorder- und Wilhelm-Leuschner-Straße zur ehemaligen "Eisenbahn-Gastsätte" in der Bahnhofstraße 41 und endete am "Hessischen Hof", wo die Nachmittagsführung begann und sich 32 Interessierte einfanden, die von Lothar Walbrecht durch die Bahnhof- und Königstädter Straße, mit Abstechern in Weingarten- und Hügelstraße, geführt wurden, wo sich die inzwischen zu Wohnhäusern umgebauten ehemaligen Gaststätten "Zum Schützenhof" (Hügelstraße 6), "Zur schönen Aussicht" (Königstädter Straße 31), "Zur Jägerslust" (Weingartenstraße 14), "Zum Sportplatzeck" (Königstädter Straße 37) oder der altbekannte "Odenwälder" befanden.



Der Hessische Hof, erbaut 1870, ist der älteste , noch in Betrieb stehnde Gasthof Nauheims.
Links vor über 120 Jahren, rechts im heutigen Aussehen.



Beginn der Vormittagsführung in der Waldstraße, wo Lothar Walbrecht (grünes Shirt) den ehemaligen Gasthof "Zur Waldlust" (1779) vorstellte.


Auf dem Heinrich-Kaul-Platz betrachten die Teilnehmer den ehemaligen Gasthof "Zum Hirsch", jetzt schon renoviertes Wohnhaus


Am historischen Ortsmittelpunkt Nauheims unter der Sommerlinde und am Dorfbrunnen vor der ehemaligen Schankwirtschaft "Zur Linde"

Historische Bilder der Schankwirtschaft "Zur Linde"


In der Wilhelm-Leuschner-Straße, ebenfalls vor einer ehemaligen Gaststätte 


Das Gebäude Bahnhofstraße 41 war früher der Gasthof "Zum Deutschen Kaiser", nach 1918 "Zum Deutschen Haus"


Zur Nachmittagsführung kamen 32 interessierte Bürgerinnen und Bürger - die Gemeinde wurde durch den
Ersten Beigeordneten Peter Ziemainz vertreten (blaue Jacke)


Die Gaststätte wurde 1899 auf dem ehemaligen Friedhof um die Jakobskapelle erbaut

Der heutige Saalbau Ruhland ist Vereinsheim der "Erzgebirgler" und Dönerladen


Vor der Bahnhofstraße 9 wurde die ehemalige Gastwirtschaft "Zum Schwäbischen Hof" mit alten Fotos erklärt


Das inzwischen nur noch eingeschränkt geöffnete Café Stelzer,
und die geschlossene Bäckerei . . .

. . . waren früher das Gasthaus "Zum Schwäbischen Hof", erbaut 1835
von der schwäbischen Bäcker-Familie Straub



Nach den informativen Führungen überreichte der stellvertretende Vorsitzende des Heimat- und Museumsvereins Nauheim,
Horst Ackermann (re.), Lothar Walbrecht eine Dankesurkunde der Stiftung Denkmalschutz


Ins Heimatmuseum wurde zum Sammeltassen-Kaffee mit reichlich Kuchen eingeladen. Leider fanden sich nicht
alle Teilnehmer der Führungen zur Kuchentafel ein




Homepage des Heimat- und Museumsvereins